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Übersicht > Health > Naturmedizin

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
prima zur Ohrreinigung und unterstützend bei Heilungsprozessen

Nachteile:
keine, es sei denn man ist auf die Inhaltsstoffe allergisch




Wunderkerzen für die Ohren ?!?
Bericht wurde 5340 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Na jetzt denkt ihr sicherlich die Luzie spinnt und will uns wieder eine Story vom Pferd erzählen. Ätsch, falsch gedacht, denn bei den Ohrenkerzen handelt es sich um eine ganz seriöse Angelegenheit und eine physikalische Alternativtherapieform für so manches Zipperlein.

Im Nachfolgenden möchte ich euch so einiges über diese Therapieform erzählen, denn ich denke, daß diese noch relativ unbekannt ist, also setzt euch entspannt hin und passt auf, damit ihr für die Zukunft was lernt ;-) Aber Vorsicht, es handelt sich bei dem Bericht sicherlich nicht um eine 75-Wörter-Meinung.

Zu Beginn möchte ich euch erst einmal etwas über die Geschichte der Ohrenkerzen erzählen, obwohl diese noch relativ im Dunkeln liegt. In grauer Vorzeit wurden die Ohrenkerzen als weitverbreitetes Ritual- und Zeremonienmittel verwendet und die Anwendung bzw. Herstellung war nur wenigen Eingeweihten bekannt. Ob sie nun aus dem nord- und mittelamerikanischen Raum oder doch eher aus Asien herstammt ist bis heute umstritten. Fakt ist, daß Ohrenkerzen früher bereits im tiefsten Ural verwendet wurden und auch den Mayas und den Pueblo-Indianern waren sie bekannt. Es fand zur frühgeschichtlichen Entwicklungszeit, laut belegten Funden, sogar ein reger Handel mit den Ohrenkerzen zwischen dem asiatischen und indonesischen Raum statt. Vor etwa 16 Jahren gelangten die ersten Ohrenkerzen nach Europa und werden seither mit zunehmendem Interesse von Natur- und Alternativmedizinern eingesetzt. Fakerschutz luzi42.

Nun fragt ihr euch sicher schon wie so eine Ohrenkerze ausieht und wie sie hergestellt wird und habt die Vorstellung im Hinterkopf, daß man mit Wunderkerze im Ohr durch die Gegend hüpfen muß.

Vom äußeren Erscheinungsbild ähneln sie so in etwa chinesischen Eßstäbchen, nur daß sie innen hohl sind. Der Durchmesser variiert von 5 –10 mm je nach Einsatzgebiet (lol, damit mein ich natürlich die individuelle Gehörgangsgröße) und Hersteller und die Gesamtlänge beträgt so etwa 23 cm.

Die Herstellung dieser Ohrenkerzen ist relativ aufwendig und nicht gerade billig, so daß man sich über den Preis 1. Kerze um die 6 DM nicht zu wundern braucht. Hier möchte ich übrigens eine Warnung einflechten vor Billigprodukten, denn diese sind in der Regel nicht so hochwertig verarbeitet und können mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wenn nämlich minderwertiges Material verwendet wird, kann es passieren, daß ihr mit Wachspfropfen im Ohr durch die Gegend laufen müßt, was sicherlich nicht gerade gesund ist.

Nun aber zu den verwendeten Zutaten und dem Herstellungsverfahren der Wunderkerzen. Zunächst besteht sie einmal aus naturbelassenem Baumwoll- oder Leinengewebe. Bienenwachs und dem darin enthaltenen Honigöl, Propolis, Harzen und Honigresten, verschiedene Kräuter und Gewürze evtl. in Form von ätherischen Ölen und Auszügen sind je nach Sorte und Anwendungsgebiet ebenfalls darin enthalten. Hauptsächlich verwendet werden Johanniskraut, Kamille, Schachtelhalm, Thymian, Salbei Eukalyptus, Nachtkerze, Knoblauch, Rosmarin und Schwedenkräuter, aber auch Blüten und Pollen von Bäumen und Wildpflanzen.

Zunächst wird das Baumwoll- bzw. Leinengewebe, welches ganz feinmaschig ist, in einem Bienenwachsbad getränkt. Zum Abtropfen und Trocknen kommt es dann in einen speziellen Wärmeschrank. Hierbei ist es sehr wichtig, daß es sich um hochwertiges Bienenwachs handelt das später bei der Anwendung nicht tropft, denn so gelangt beim Brennvorgang das heiße Wachs in den Gehörgang mit ernsthaften Folgen.

Entweder werden nach der Trocknung die Kräuter- bzw. Kräutermischungen aufgesprüht oder bei der Formung der Kerzen die Kräuter miteinbezogen. Das ist je nach Hersteller etwas verschieden, denn jeder hat so seine eigene Rezeptur und Methode. Fakerschutz luzi42

Nach dem Trocknungsvorgang werden nun die getränkten Gewebe in Streifen geschnitten und von Hand mit Hilfe eines eingeölten Rundholzstäbchens zu einer Röhre geformt. Auf Grund der Arbeitsweise kann es auch zu Längenunterschieden bzw. Farbabweichungen kommen.

Ihr könnt euch vorstellen, daß zu der Fertigung eine geübte Hand und viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu gehört, was wie oben bereits erwähnt den realtiv hohen Preis der Kerze rechtfertigt.

Nun kommt der schwierigste Teil (zumindest für mich) und ich versuche euch nun zu erklären, wie so eine Ohrenkerze wirkt und wie sie angewendet wird. Hierbei ist es wichtig gleich vorneweg zu erklären, daß Ohrenkerzen keine Arzneimittel sind und niemals bei einem akuten Prozeß den Arzt oder Medikamente ersetzen können. Sie dienen lediglich als unterstützende Therapieform, aktivieren die Selbstheilungskräfte und Beschleunigen die Heilung oder ganz einfach zum optimalen Reinigen des Gehörgangs.

Also los geht’s, legt euch bequem auf die Couch, machts euch so richtig gemütlich und dreht euch auf die Seite und keine Angst, es tut weder weh noch wird’s unangenehm. Im Gegenteil, denn wer einmal die angenehme und entspannend wirkende Ohrenkerze kennengelernt hat, möchte sie nicht mehr missen.

So nun stecke ich die eine Seite der Kerze mit einem Feuerzeug in Brand und das andere Ende wird sanft durch eine leichte Drehbewegung in euren äußeren Gehörgang eingeführt. Ne nicht so tief, daß sie auf der anderen Seite wieder rauskommt, nur ganz leicht denn so ein Sadist bin ich nun auch wieder nicht ;-) Keine Angst, ihr werdet nur ein leichtes Knistern und ein angenehmes Rauschen hören und wenn die Kerze zunehmend abbrennt wird’s wohltuend warm aber mehr auch nicht. Es spritzt auch kein heißes Wachs unkoordiniert herum und beim Abbrennen entsteht lediglich ein ganz leichter Kräuterdampf. Es dauert nun etwa 10 Minuten bis die Kerze bis zur Markierung abgebrannt ist und während dieser Zeit halte ich die Ohrenkerze senkrecht, achte darauf, daß die herabfallende Asche in ein bereitgestelltes Glas mit Wasser fällt und lasse leise und entspannende Musik im Hintergrund laufen. Anschließend dürft ihr aber noch nicht gleich aufstehen sondern bekommt noch für 15 Minuten Stubenarrest, da sonst die Wirkung nicht so intensiv ist.

Die Wirkungsweise der Ohrenkerze wird in 3 Phasen eingeteilt. In der 1. Phase, auch Einschleichphase genannt, wirkt sie auf den äußeren Gehörgang und der beim Verbrennungsvorgang entstehende Kräuterdampf wirkt reizend auf das Trommelfell.

In der 2. Phase wirkt die milde Wärme und die wechselnden Druckverhältnisse. Dadurch erhöht sich die Durchblutung, die Sekretbildung und der Lymphfluß, was die entschlackende Wirkung auf das Lymphsystem zur Folge hat.

Die 3. Phase ist die entscheidende. Durch den Überdruck im Ohr und der Wärme des Gehörgangs kommt es nun zu einer gesteigerten Stimulierung des Sekretflusses, Freisetzung und Reinigung von verstopften Poren und zu einer deutlich verbesserten Innenohrdurchblutung.

Die gelösten und freigesetzten Ablagerungen des Innenohrs, sowie der Stirn- und Nebenhöhlen werden durch den entstehenden Unterdruck in den äußeren Gehörgang und zum Teil sogar in den unteren Teil der Ohrenkerze befördert. Dies ist kein Witz sondern Tatsache und ich bin jedes Mal erneut verblüfft, was sich für Ablagerungen in dem Rest der abgebrannten Ohrenkerze so wiederfinden. Ein anderer Teil der Schlacken werden durch das Lymphsystem abtransportiert.

Erklärbar ist diese Tatsache durch den physikalischen Vorgang, welcher auch als „Kamineffekt“ bezeichnet wird. Das Trommelfell wird in feinste Schwingungen versetzt und ins Innenohr weitergeleitet. Die in dieser Region vorhandenen Nerven, Lymph- und Blutgefäße werden stimuliert. Man kann den Effekt noch verstärken, in dem der „Patient“ das gegenüberliegende Nasenloch zuhält. Dann entsteht nämlich in der freien Nasenseite durch die durchströmende Atemluft ein Unterdruck, was besonders bei Erkrankungen von Neben- u. Stirnhöhle oder Nase (z.B. Schnupfen) von Vorteil ist.

Während der Behandlung und der nachfolgenden Ruhezeit erfolgt die Entspannung des ganzen Körpers, da die Therapie auch Einfluß auf das vegetative Nervensystem hat. Dieses Gefühl läßt sich nur schwer beschreiben, aber man fühlt sich einfach innerlich ausgeglichen, jeglicher Streß fällt ab und man wird ruhig.

So, nun ist aber genug der Behandlung, sonst schlaft ihr mir noch alle ein vor euren PC’s ihr habt ja schon ganz glasige Äuglein ;-) Damit ihr wieder munter werdet, erkläre ich euch nun die Einsatzmöglichkeiten der Ohrenkerzen und wo man sie auf keinen Fall benutzen sollte.

Unterstützend und hilfreich ist eine Ohrenkerzentherapie bei Kopfdruck, Kopfschmerzen, Migräne, Ohrdruck, Ohrensausen, Tinnitus, Hörschwäche, Geruchsstörungen, Schlafstörungen, Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Hals- bzw. Mandelentzündung, Schwindelanfälle, Durchblutungsstörungen, Stirn- und Kieferhöhlenentzündungen, Streß und psychischer Labilität.

Hierbei möchte ich aber ausdrücklich erwähnen, daß ohne genaue Sachkenntnis der verschiedenen Ohrenkerzen (Kräuter und deren Wirkungsweise) es wenig Sinn macht im Krankheitsfall selbst auszuprobieren. Hier sollte man sich zumindest zur Beratung an einen Therapeuten wenden, der sich sehr gut mit dieser Methode auskennt oder einschlägige Fachliteratur zu Rate ziehen. Nochmals ausdrücklich sei darauf hingewiesen, daß es sich bei den Ohrenkerzen nur um eine physikalische Begleittherapie handelt und nicht Medikamente bzw. Arztbesuche ersetzen kann.

Zur Reinigung des äußeren Gehörgangs und zur allgemeinen Ohrhygiene bei reichlich Ohrenschmalz sind die Ohrenkerzen jedoch jedem Laien unbedenklich zu empfehlen. Hier reicht eine Anwendung so alle 4 Wochen (natürlich beider Gehörgänge ;-)) Auch bei Streß und dadurch bedingten harmlosen Einschlafstörungen wirken die Kerzen wahre Wunder. In der Regel wird die Behandlung 3x pro Woche erfolgen, kann sich aber auch verstärken bis 3x täglich.

Anwendungsbeschränkungen gibt es bei Verletzungen vom Trommelfell, eitrigen und hochentzündlichen Prozessen, Pilzinfektionen im Ohr und allergischen Reaktionen auf Blüten, Gräser, Pollen etc.

Bei sehr sensiblen Menschen kann es zu Beginn der Behandlung zu leichten Zahnschmerzen, Hautreizungen oder Hautausschlägen im Ohr-, Hals- und Nackenbereich kommen, dies ist allerdings sehr selten und harmlos. Auch eine Erstverschlimmerung der Beschwerden kann durchaus vorkommen.

Für alle Menschen mit niedrigem Blutdruck ist zu beachten, daß während der Behandlung der Blutdruck leicht absinken kann und in diesem Fall die Nachruhezeit verlängert werden sollte. Fakerschutz luzi42

Zum Schluß kommt nun noch ein Abschnitt darüber, wie ich überhaupt zu dieser Therapieform kam und unsere gemachten Erfahrungen damit.

Durch eine schwere Virusgrippe bedingt bekam mein Mann vor 5 Jahren Tinnitus ( Ohrgeräusche die dauerhaft in der unterschiedlichsten Intensität sind). Da alle Behandlungsversuche fehlschlugen suchten wir nach Alternativen und so kam ich auf die Ohrenkerzen.

Anfangs verstärkten sich die Ohrgeräusche nach der Behandlung drastisch. Nach 2-3 Wochen Behandlung ließen sie aber merklich nach und waren zumindest erträglicher, wenn auch leider immer noch vorhanden. Gerade bei dieser Erkrankung ist es aber äußerst schwierig wenn diese schon einige Zeit besteht. Hier gibt es fast keine Chance mehr sie völlig auszuheilen. Erträglicher ist sie durch die Therapie mit den Ohrenkerzen allemal geworden.

Bei Schnupfen und Erkältungen sowie bei Kiefer- und Stirnhöhlenentzündungen haben wir sie schon des öfteren mit sehr gutem Erfolg als Zusatztherapie eingesetzt und waren schneller beschwerdefrei als früher ohne Ohrenkerzen. Bei Migräneanfällen habe ich sie auch schon eingesetzt mit sehr gutem Erfolg. Ob dieser nun aber von den Ohrenkerzen oder nur von der Entspannung herrührt kann ich nicht sagen und war mir auch egal, Hauptsache die Kopfschmerzen waren weg. Zur Entspannung nach längerem Streßphasen (Erkrankungen der Kinder etc. ) möchte ich sie auf keinen Fall mehr missen genauso wenig wie zur turnusmäßigen Ohrenhygiene, da ich früher öfters einmal Probleme hatte mit verstopften Gehörgängen wegen zu starker Ohrschmalzbildung.

Wer von euch an weiteren Informationen interessiert ist, kann sich gerne an mich wenden bezüglich Adressen zum Bezug der Kerzen etc.

Zum Abschluß möchte ich mich für die Aufmerksamkeit bedanken (war ja schließlich nicht jedermanns Geschmack) und wünsche euch für die Zukunft „saubere Ohren“ damit ihr besser hören könnt ;-))))

© eure Luzia



Geschrieben am: 15. Nov 2001, 14:11   von: luzi42



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