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Übersicht > Medien > Bücher > Autoren

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
story die zum nachdenken anregt, poetische vergleiche und viele metaphern.

Nachteile:
die ersten 50 Seiten




Virginia Woolf – Die Fahrt zum Leuchtturm: die Anatomie der Gedanken ...
Bericht wurde 380 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Virginia Woolf – Die Fahrt zum Leuchtturm

Während einem 2-wöchigen Praktikum in der Bibliothek gab es auch mal einen Tag an dem Markulierungen, d.h. Bücherentsorgungen durchgeführt wurden, um mehr Platz in den Räumen zu schaffen. Nein, keine Sorge, die Bücher werden dann nicht in den Müll geschmissen, sondern aufbewahrt für den Verkauf an interessierte Bücherliebhaber, denen das abgegriffene Aussehen der Bücher nichts ausmacht. Nicht alle Bücher sind abgegriffen, da es auch Leute gibt, die liebevoll mit ihnen umgehen. So auch das jetzt mir vorliegende Buch von Virginia Woolf, das mir beim Markulieren aufgefallen ist. Eine Kollegin hat mir das Buch dann geschenkt.
Nachdem ich „The Hours“ mit Nicole Kidman gesehen habe, der auch über die letzten Tage dieser großartigen Autorin erzählt, musste ich mal ein Buch von ihr lesen.

Die mir vorliegende Ausgabe bezieht sich auch das eine Ausgabe von 1984, in der deutschen Übersetzung von der Fischer Bibliothek.
Der Einband ist gebunden stammt von G. Lachenmaier. Es zeigt die Klippenlandschaft Englands, auf der links im Bild ein Leuchtturm steht, der sein Licht verbreitet. Darunter spieht man das Meer, tiefgrau durch einen wolkenverhangenen, tristen Himmel.

Die Originalausgabe erschien 1927 unter dem Titel „To the Lighthouse“ im Verlag „The Hogarth Press“, London.

Um was geht es?
Es geht um ganz simple Dinge: zum größtenteil geht es um einen Zeitsprung ins 19. Jh., um die Zeit an sich, um eine Familie und ihre Gäste und – ganz einfach – um die Gedanken der einzelnen Menschen.
Die Sprache ist anspruchsvoll. Einige Sätze gehen über eine ganze Seite und mehr (Heinrich Böll kann da nicht mithalten! ^.^)

'Zum Leuchtturm' beinhaltet keine fesselnde Story, die einen nicht loslässt. Es ist auf keinem Fall ein Schmöker den man mal so nebenbei ließt. Es ist eher ein Buch „das einen beisst und sticht“, so wie Bölls oder Kafkas Werke. Es regt zum Nachdenken an. Die Handlung ist unwichtig. Die Autorin hat nur Hinweise darauf gegeben, ansonsten findet die Handlung in den Köpfen der Leser selbst statt. Man muss sich im ersten Teil sehr zwingen und anstrengen, zu lesen, besonders auf den ersten 50 Seiten. Hier sind die meisten langen Passagen, die einen sehr langweilen, und man muss aufpassen, wohin man welchen Satzteil zuordnen muss oder kann. Falls man nicht aufmerksam ließt bemerkt man am Ende nicht, dass der erste Teil des Romans nur einen Nachmittag umfasst.
Trotzdem ist es faszinierend, denn hier geht es um die „Anatomie der Gedanken“ der Charaktere und um ihre Beziehungen. Es gibt die konfliktreiche Ehe zwischen Mr. und Mrs. Ramsay, den zynischen und depressiven Mr. Tansley, welcher der Meinung ist, dass Frauen weder malen noch schreiben können, und zu guter letzt Lily Briscoe, die Malerin und Einzelgänger ist, aber von Mrs. Ramsay gedrängt wird, doch endlich zu heiraten, da man sonst das Beste im Leben verpasst. Sie ist ein 'Engel im Haus', den Woolf 'töten' musste, um der Geschichte ihren weiteren Lauf zu ermöglichen.
Lily ist Sozusagen das Spiegelbild Virginias im Roman, und die Ramsays spiegeln ihre Eltern wieder. Alle denken über die Zeit und die Vergänglichkeit des Lebens nach, über die Furcht und die Stellung vor dem Tod.

Aus dem Klappentext:
„Zehn Jahre dauert es, bis die geplante Bootsfahrt zum Leuchtturm unternommen wird. Zehn Sommer, die die Familie Ramsay mit ihren Kindern und Gästen in einem Ferienhaus in Schottland verbringt. Die Zeit verändert Menschen und Verhältnisse, und die Fahrt findet unter ganz neuen Voraussetzungen statt.“

Fazit: Keine leichte Kost, aber seine Zeit wert.


Geschrieben am: 16. Feb 2007, 21:24   von: scarlettrose



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