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Rund ums Rad, II. Teil
Bericht wurde 3162 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
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Nachdem mein letzter Beitrag zum Thema Fahrrad positive Resonanz bekommen hat, habe ich mir zu dem Thema noch einmal Gedanken gemacht. Heute geht es um den Biker-Typ, Zubehör und Kleidung.
Um nun herauszufinden, welcher Fahrradtyp für mich der Richtige ist, kann ich einerseits eine Wahrsagerin konsultieren oder mir aber selber Gedanken machen. (Wer sich nun für eine Glaskugel entscheidet, der muß nicht weiterlesen.) Wer die Entscheidung lieber eigenständig treffen möchte, sollte sich erst einmal überlegen, welche Erwartungen er an den neuen Drahtesel hat.
Bist du eher der Familientyp, der längere Touren mit der Familie unternimmt und dabei Kinder und Gepäck auf dem Fahrrad transportieren möchte? Oder bist du mehr der Typ, der eigentlich nur versehentlich nicht in das "Team Telekom" aufgenommen wurde? Vielleicht zieht es dich aber auch eher ins Gelände oder benötigst du gar einen alltagstauglichen Autoersatz? Fragen über Fragen, aber für das richtige Fahrrad unbedingt erforderlich, denn für jede Anforderung, die du an dein Fahrrad stellst, ist ein Rad besser geeignet und ein anderes weniger.

Damen- oder Herrenrad?
Der tiefe Durchstieg beim Damenrad erleichtert das Auf- und Absteigen, besonders wenn ein Kindersitz montiert ist. Konstruktionsbedingt kann dieser Rahmen aber nicht die Stabilität haben wie ein Herrenrad. Hier gilt es also abzuwägen: wenn häufig Kinder oder Gepäck transportiert werden, ist das Herrenrad die bessere Wahl.

Mode und Trends
Der Fahrradmarkt unterliegt in hohem Maße Moden und Trends. Scheinbar wird jedes Jahr ein neues Rad erfunden. Ständig werden großartige technische Innovationen angepriesen, die sich bei genauerem Hinsehen als reine marktstrategische Aussagen entpuppen. Für die Funktion des Rades ist es ziemlich unerheblich, ob das Kettenblatt nicht rund, sondern "bio"-oval oder "computerdesigned" ist und ob die Felgen nun eine Eloxidbeschichtung aufweisen oder nicht. Im nächsten Jahr sind solche Attribute sowieso wieder "out".

Maße und Einstellung
Unabhängig vom Fahrradtyp gilt: das Rad muß zu dir passen. Dabei kommt es weniger darauf an, daß die Rahmenfarbe mit der Farbe deiner Augen oder der Haarfarbe harmoniert, sondern es geht hier um das Verhältnis der Rahmenhöhe zu deiner Körpergröße. Darüber hinaus sollten Sattelhöhe und Lenkereinstellung zur bevorzugten Sitzposition und Einsatzzweck des Rades einzustellen sein. Ein Tourenrad, auf dem man auch bei maximal ausgezogener Lenkerstütze noch eine sportlich gebeugte Sitzposition hat, nützt gar nichts. Hier werden auf längere Touren sehr schnell die Muskeln der Arme verkrampfen – von Rückenbeschwerden ganz abgesehen.

Probefahrt
Verzichtet auf keinen Fall auf eine Probefahrt. Nur so kann man herausfinden ob das Bike auch paßt.

Kleidung
Beim Radfahren kann der Organismus innerhalb kurzer Zeit Extremen ausgesetzt sein. Bei einer Gebirgstour ist nach dem Anstieg die Kleidung völlig durchnäßt. Oben ist es dann bedeutend kühler. Anschließend wird dann bergab gefahren, teilweise ohne Kraftaufwand, dafür aber mit reichlich Fahrtwind. Die Kleidung muß in jedem Fall dafür sorgen, daß der Wärmehaushalt des Körpers stimmt.
Aber auch im Flachland sollte man sich über die Kleidung, sofern man nicht nur zum Briefkasten um die Ecke radelt, ein paar Gedanken machen. So haben Messungen ergeben, daß allein durch den Fahrtwind bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h die Haut um etwa 10 °C abgekühlt wird, bei einer schnellen Bergabfahrt sogar um 20°C! Im Extremfall ist die Hauttemperatur, wenn man angesichts sommerlicher Hitze "oben ohne" fährt, in der Nähe des Gefrierpunktes!

Der Helm ist beim Radfahren unerläßlich, denn bei etwa 75% der tödlich Fahrradunfälle sind Kopfverletzungen die Ursache. Mit Helm läßt sich diese Gefahr um ca. 80% reduzieren!
Der Helm muß passen, daher stets im Fachhandel neu kaufen – und nicht womöglich gebraucht auf dem Flohmarkt!!
Der Tragekomfort ist ausschlaggebend dafür, wie oft und wie gern der Helm getragen wird, er sollte also möglichst leicht sein.
Wichtig ist, daß man weiß, daß der Kinnriemen kein Schutz ist, sondern unter das Kinn gehört, er dient nur zur Befestigung! Er muß richtig eingestellt sein und natürlich auch geschlossen werden.
An Eltern gilt folgender Appell: mit gutem Beispiel voran!!
Die Handschuhe sollen einer Blasenbildung vorbeugen und das von der Straße ausgehende Fingerkrippeln bei längeren Touren dämpfen.
Die Hosen sollten ein ausreichende Knieweite aufweisen, da sonst bei Wärme und Schwitzen schnell der Spaß verlorengeht.
Pullover und Shirts müssen ausreichend lang sein, damit der Rücken auch bei vornübergebeugter Haltung noch geschützt ist.
Die Schuhe sollten leicht und luftig sein, dabei aber noch ausreichend Halt bieten. Eine rutschfeste Sohle sorgt für sicheren Halt des Fußes auf der Pedale und verteilt den Pedaldruck auf den ganzen Fuß.

Diebstahlsicherung
Allein in der Bundesrepublik werden pro Tag gut 1.000 Fahrräder gestohlen.
Man sollte sein Fahrrad daher polizeilich registrieren oder codieren lassen. Für den Dieb ist es dann ähnlich schwierig ein codiertes Fahrrad ohne den passenden Eigentumsnachweis zu verkaufen, als wollte er ein Auto ohne KFZ Brief verkaufen.
Ein gutes Schloß sollte in jedem Fall so konzipiert sein, daß man das rad an Pfosten, Straßenlaternen, o.ä. anschließen kann. Die sogenannten Speichenschlösser, die an einigen Rädern angebracht sind, sind völlig unzureichend. Genauso einfach sind Zahlenschlösser und dünne Kabelschlösser für Profis nichts weiter als Kosmetik.
Hochwertige Fahrräder sollten mit hochwertigen Schlössern gesichert werden!

Fahrradständer
Ist euch auch schon mal ein voll bepacktes Fahrrad umgekippt (mir passierte es natürlich nur nach dem Einkaufen – klasse, wenn man den gesamten Einkauf von der Straße sammeln darf)? Entweder habt ihr das Rad auf einen weichen Untergrund gestellt oder der Fahrradständer war seiner Aufgabe einfach nicht gewachsen.
Es gibt Einbein- und Zweibeinständer. Letztere sind besonders gut geeignet, da sie das Rad zu beiden Seiten abstützen. Allerdings lassen sich diese Modelle nicht montieren, wenn euer Rad einen am Tretlager befestigten Walzendynamo hat. In diesem Fall kommen nur die an der Hinterradnabe montierten Einbeinstützen in Frage, die im übrigen ihren Zweck auch sehr gut erfüllen., vorausgesetzt sie haben auch die richtige Länge.

Gepäckträger
Der Hinterradgepäckträger ist wohl jedem geläufig. Weniger bekannt sind dagegen die "Low-Rider"-Gepäckträger. Sie sind seitlich sehr tief am Vorderrad befestigt. Hier können Packtaschen so befestigt werden, daß sie das Lenkverhalten kaum beeinflussen. Weitere Möglichkeiten das Gepäck unterzubringen wäre der konventionelle Vorderradgepäckträger oder Lenkertaschen.
Ich persönliche bevorzuge den "Low-Rider", denn so habe ich mein Gepäck im Auge und werde beim Lenken nicht behindert.
Bei guten Gepäckträgern ist die Tragfähigkeit in 3 Klassen angegeben (bis 10, bis 18 und bis 25kg) angegeben, wobei zumindestens ein Hinterradgepäckträger schon seine 20kg tragen sollte.
Es gibt Träger aus Aluminium und aus Stahl. Die Träger aus Stahl sind im Regelfall stabiler und dabei nicht unbedingt schwerer. Bedenkt man, daß evtl. Kindersitze anmontiert werden sollten, würde ich immer zu einem Träger aus Stahl rate.

So, liebe Leser, das war's nun erstmal von mir zum Thema Rad. Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen einen kleinen Tip geben (ich bin schließlich kein Fahrradfachhändler). Sollte mir noch mehr einfallen, werdet ihr es bestimmt zu lesen bekommen.


Geschrieben am: 05. Feb 2003, 08:02   von: enibas



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