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Übersicht > City-Guide > Deutschland > Osterode

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Osterode - auch Kleinstädte haben ihren Reiz...
Bericht wurde 2136 mal gelesen Produktbewertung:  k/a
Bericht wurde 11 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Geht es Euch eigentlich auch so ? Ihr wart schon in vielen Städten, teils in Deutschland, in Nachbarländern, in ganz Europa oder der Welt, Städte, die Ihr zum Teil wie Eure Westentasche kennt.
Dann kündigt sich Besuch an, der an Eurem Wohnort oder Eurer Heimat interessiert ist und stellt fest, daß Ihr Euch da fast schlechter auskennt als in Hinterposemuckelsdorf ?

Jedenfalls aus solchen Gedanken heraus hab ich mich ein wenig mit meiner Heimatstadt, der Kleinstadt OSTERODE AM HARZ beschäftigt.

Mir fällt auf, daß es leichter ist, über eine fremde Stadt zu berichten, als über seine Heimat, da man kaum weiß, wo man anfangen soll und ständig in Gefahr ist, sich in Kleinigkeiten zu verlieren, darum versuche ich, mich mit einer gewissen Struktur zu geißeln und mich zu zwingen beim jeweiligen Thema zu bleiben -–für Kürze kann ich trotzdem nicht garantieren (nicht daß man mich hinterher steinigt...)


GEOGRAPHISCHE LAGE

Wie der Name schon sagt, liegt Osterode am HARZ, dem nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands, und zwar am südwestlichen Rand. Die Innenstadt liegt noch nicht so sehr hoch bei ca. 220 m über Meeresspiegel, aber gleich am Ortsrand geht es zügig die ersten Harzberge hinauf, im zur Stadt gehörigen Riefensbeek-Kamschlacken (uriger Name was ?) ist man schon bei knappen 400 Metern ü NN.

Osterode befindet sich im südlichsten Zipfel Niedersachsens unweit der Landesgrenzen zu Thüringen und Sachsen-Anhalt im ehemaligen Zonenrandgebiet, aber auch Hessen und Nordrhein-Westfalen sind keine 100 km entfernt.

Wer sich eine Deutschlandkarte vorzustellen vermag, stelle sich die Mitte zwischen Kassel und Hannover vor, und bewege den geistigen Zeigefinger etwas nach rechts, bis er am Harz hängenbleibt – da ist dann Osterode...


VERKEHR

Der Flughafen Hannover ist wohl für Flugreisende der nächste Anlaufpunkt und in einer guten Stunde zu erreichen.
Die nächstgelegene Autobahn ist die A 7, von Süden kommend nehme ich die Abfahrt Göttingen oder Northeim, von Norden aus die Abfahrt Seesen, um hierher zu kommen.
Die Bundesstraßen B 243 von Seesen nach Nordhausen verlaufend und die B 241 von Northeim nach Goslar verlaufend, kreuzen sich in Osterode. Die B 27 führt durch Herzberg, 10 km entfernt.
Die Bahnlinie, die durch Osterode führt ist eindeutig auf dem absteigenden Ast, die Bahnverbindungen sind eher unbefriedigend.
Das öffentliche Nahverkehrsnetz beschränkt sich auf ein nicht allzu dichtes Busnetz – glücklicherweise sind die Wege meist nicht sehr weit.
Als Radfahrer sollte man in Osterode nicht zu den Ungeübtesten zählen, sobald man Ziele außerhalb der Innenstadt erreichen will, muß man meist ganz schön in die Pedalen treten, um die Hügel und Berge zu erklimmen.


ALLGEMEINES

Osterode ist ein sogenanntes Mittelzentrum und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Wenn Ihr ein Auto mit dem Ausruf OHA ! auf dem Nummernschild findet, dann kommt es aus dem Kreis Osterode. Die Sparversion wäre dann OH, ich glaube das ist Ostholstein, nicht wahr fledermausi ? Aber ich wollte ja nicht abschweifen...

Nach der Eingemeindung diverser Vororte und nahegelegener Dörfer Anfang der Siebziger, näherte sich die Stadt Osterode der 30.000 Einwohnergrenze, die Kernstadt wird jedoch nur von ca. 15.000 Menschen bevölkert.

Infrastrukturell ist Osterode mit allem Notwendigen ausgestattet. Es gibt Sportplätze, unter anderem das Jahnstadion mit Kunststoffbahn, Schwimmbäder, insbesondere das ALOHA – ein sogenanntes Erlebnisbad mit Hallen- und Freiluftbereich. Tennisplätze, Reitanlagen, Schießstände, eine Skateboardbahn und Turnhallen, erwähnenswert die Lindenberg-Halle, die recht geräumig ist, sind vorhanden.
Das komplette Schulprogramm von 8 Grundschulen über 2 Orientierungsstufen, 2 Hauptschulen, Sonder-, Realschule und Gymnasium ist vorhanden und ein neues Berufsschulzentrum war das bisher größte Bauprojekt im Landkreis. Die 10 vorhandenen Kindergärten bieten mit 700-800 Plätzen auch nicht die schlechteste Versorgung.
Das Kreiskrankenhaus betreibt in Osterode zwar noch eine Station ist aber im Wesentlichen in´s 10 km entfernte Herzberg verlagert worden, allerdings gibt es im Osteroder Krankenhaus ein Dialysezentrum.

Im kulturellen Bereich wird die Luft zugegeben etwas dünn, die Stadtbibliothek wird von den meisten Einwohnern kaum wahrgenommen und das Programm der Stadthalle mit ihrem Siebziger-Jahre-Flair spricht mich persönlich in den wenigsten Fällen an.
Ganz hübsch ist das Stadtmuseum im historischen Ritterhaus am Rollberg.

Auffällig ist, daß die meisten jungen Leute nach der Ausbildung oder zum Studium abwandern, der Altersdurchschnitt scheint eher hoch zu liegen. Die nächsten Studentenstädte sind Göttingen (ca. 40 km) und Clausthal-Zellerfeld (ca. 15 km). Dafür gibt es natürlich reichlich Altersheime...


WIRTSCHAFT

Direkt am Rand der Stadt gibt es reiche Gips bzw. Anhydrit-Vorkommen und in der nahen Umgebung Erze, die schon im frühen Mittelalter abgebaut wurden. Dieser Umstand und die verkehrstechnisch günstige Lage am Harzrand im Schnittpunkt alter Verkehrswege, machte eine Besiedlung attraktiv. Insbesondere profitierte man auch von der Wasserkraft – die Söse fließt direkt durch den Ort – und dem Holzreichtum des Harzes.
Osterode wurde schon im frühen 12. Jahrhundert als „villa opulentissima“ oder „sehr wohlhabender Ort“ bezeichnet, aber im Laufe der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam der Ort sozusagen „groß raus“. Osterode galt als größter Industrie- und Gewerbeort im Königreich Hannover und auch im 20. Jahrhundert war Osterode lange der Landkreis mit der größten Industriedichte in Niedersachsen und vor allem die Textilindustrie war bekannt.
Ob das heute noch so ist, wage ich zu bezweifeln, denn viele Betriebsschließungen haben in den letzen Jahren ihre Spuren hinterlassen, man meint, die ansässige Industrie hätte in weiten Teilen den Quantensprung ins Informationzeitalter etwas verschlafen und zu lange an Industrien und Techniken festgehalten, die mittlerweile ausländische Konkurrenzen genausogut aber billiger beherrschen.
Immer noch gibt es aber eine Reihe von erfolgreichen Betrieben, vor allem des produzierenden Gewerbes, die in Osterode beheimatet sind, wie z. B. Kodak Polychrome, Anton Piller, Sun Chemical, Christ, Wudeco oder die Firmen Zülch und Fröhlich im Ortsteil Lerbach, um nur einige zu nennen.


GESCHICHTE

Damit mir die Leser nicht sofort abwandern, habe ich den kurzen geschichtlichen Abriß nicht an den Anfang gestellt.
Besiedlungen des Gebietes um Osterode hat es schon in der frühen Eisenzeit gegeben, Zeugnis legt hier die ganz in der Nähe liegende „Pipinsburg“ ab, wo Archäologen Hinweise auf das 2. Vorchristliche Jahrtausend entdeckt haben. Die Stadt Osterode wurde aber erst im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Eine Zeit, in der sich Heinrich der Löwe für die Welfen die Vorherrschaft über das Gebiet erkämpfte.
In dieser Zeit existierte wohl auch schon die Burg, von der heute nur noch der liebevoll „hohle Zahn“ genannte Turmrest als eines der Wahrzeichen Osterodes im Gebiet des städtischen Friedhofs übrig geblieben ist.
Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die auch heute noch über weite Strecken gut erhaltene Stadtmauer gebaut und Osterode erhielt die Stadtrechte von Goslar. 1241 schloß Osterode sich sogar der Hanse an.
Die Grubenhagener Fürsten, eine Linie der Welfen herrschte einige Jahrhunderte über Osterode und residierte hier auch zeitweise. Vom Osteroder Schloß ist allerdings nur noch ein Teil, in dem heute das Amtsgericht beheimatet ist und die Schloßkirche St. Jacobi mit einigen Nebengebäuden erhalten. Die Grubenhagener starben allerdings 1596 aus.
Doch schon zuvor, nämlich im Jahr 1545, gab es ein für den Ort schlimmes Ereignis. Eine große Feuersbrunst zerstörte nahezu die ganze Stadt und ließ lediglich 40 Häuser verschont – der Hauptgrund, warum aus der davor liegenden Zeit kaum Dokumente erhalten sind.
Die heutigen Sehenswürdigkeiten entstanden alle nach diesem großen Feuer.
Der Dreißigjährige Krieg brachte relativ wenige Zerstörungen aber großen wirtschaftlichen Aderlaß, von dem sich Osteroder allerdings relativ zügig erholte. In Folge nahm neben Handwerk und Handel vor allem die Textilindustrie Aufschwung. Ein bedeutender Bau, das Harz-Kornmagazin entstand 1719 bis 1722, es diente der Versorgung des ganzen Oberharzes mit Brotgetreide, das mittels Lasteseln mühsam vor Ort gebracht wurde. Hieran erinnert das Eseltreiber-Denkmal vor dem alten Rathaus.
Wie bereits erwähnt folgte im 19. Jahrhundert der industrielle Aufschwung und der 1871 erfolgte Anschluß an das Bahnnetz unterstütze dies noch. 1885 wurde Osterode Sitz eines preußischen Landkreises und der Fremdenverkehr gewann an Bedeutung. Osterode machte als klimatischer Kurort von sich Reden.
Ein weiterer Brand 1895 kostete 150 Gebäude die Existenz und sorgte für die sich baulich im Gesamtbild abhebende Bahnhofstraße.
Im Jahr 1908 fand die 669-jährige Bierbrautradition in Osterode ihr Ende – Schade eigentlich, hat Osterode doch durch die 1928-1921 gebaute Sösetalsperre ein riesiges Wasserreservoir, das per Harzwasserleitung sogar Göttingen und Bremen mitversorgt.
Daß der zweite Weltkrieg ohne größere Blessuren an der Gebäudesubstanz vorüber ging, ist der Grund, warum man bei einem Spaziergang durch Osterode sehr viele zum Teil schöne Fachwerkbauten bewundern kann.
Erwähnenswert ist die schon erwähnte Gebietsreform Anfang der Siebziger Jahre, die zur Eingemeindung diverser Ortschaften führte und der Ausbau der recht großen Fußgängerzone und immer noch andauernde Gestaltung des Innenstadtrings, der Autos rings um das Zentrum führt.

Sehr viel mehr und vor allem auch schöne Geschichtchen und Anekdoten zur Osteroder Geschichte kann man auf der Internet-Seite http://www.osterode.de entdecken.


TOURISMUS

Was macht Osterode für Touristen attraktiv ?
Im Grunde nichts Herausragendes oder Besonderes, aber viele „kleine“ Details haben durchaus ihren Reiz, für den viele Einheimische den Blick oft schon verloren haben.
Ich will einmal in der Umgebung anfangen:

Osterode liegt am Rand des NATIONALPARK´s HARZ, der vor allem für Wanderbegeisterte und Naturliebhaber interessant ist, versucht man doch hier die Natur von jeglicher wirtschaftlichen Nutzung freizuhalten und die einheimische Fauna und Flora zu erhalten – Urwald mal anders...

Osterode hat den schon erwähnten SÖSESTAUSEE in landschaftlich reizvoller Umgebung, hier lädt beispielsweise ein CAMPINGPLATZ mit 180 Stellplätzen oder etwas weiter Richtung Stadt der Campingplatz Eulenburg mit 110 Plätzen zum Ausspannen ein. Neben einem schönen Wandergebiet bieten auch ein Waldlehrpfad, einen Waldschadens- und einen Fischereilehrpfad, die Osterode Vogelstation (ein liebevoll unterhaltenes Freigehege mit Wildvögeln) oder die Talsperre für Angler (mit Genehmigung und Gesundheitsnachweis, weil Trinkwasser-Stausee) ihre Reize.
Ein weiterer Campingplatz liegt im Ortsteil Lerbach, einem ehemaligen Luftkurort und zwar am höchsten Punkt oberhalb des Dorfes. Er hat immerhin 280 Stellplätze und liegt am schönen WALDSCHWIMMBAD, meinem persönlichen Favoriten unter den Osterode Schwimmbädern. Mitten im Wald gelegen, klein aber mit herrlich entspannter Atmosphäre.
Wo wir gerade in Lerbach sind, hier gibt es einen Lehrpfad entlang der Eisensteinstollen, in denen vor 450 Jahren bereits recht intensiv Bergbau getrieben wurde.

Osterodes Gipsvorkommen habe ich schon erwähnt, die Gips-Klippen in den Ortsteilen Petershütte und Katzenstein erscheinen dem einen reizvoll, dem anderen als offene Wunde in der Natur – in Europa einmalig ist allerdings das GIPSKARSTGEBIET HAINHOLZ, das sich im Süden an Osterode anschließt, eines der ganz seltenen Gebiete, in denen Wasser im Karst zu Tage tritt. Hier werden regelmäßig geführte Wanderungen angeboten und es gibt eine Karstwanderweg sowie einen Lehrpfad Wasser im Karst – sehr interessant.

Im Stadgebiet, am Pferdeteich gelegen ist das Freizeit- und Erlebnisbad ALOHA (Aqualand Osterode am Harz), das bei schlechtem Wetter im überdachten und bei schönem im Freibadbereich zum Besuch einlädt. Hier gibt es auf 3000 qm die 85 Meter lange sogenannte Powerrutsche, Sauna, Massagen, Beach-Volleyball, Wildbach, Sonnenbänke und die obligatorischen Hallen- und Freibäder, sowie ein Babybecken. Angeschlossen ist auch ein recht günstiger Gastronomiebetrieb.

Es gibt übrigens auch eine JUGENDHERBERGE in Osterode und ein Jugendfreizeitheim im Stadtdorf Ührde.

Im Gegensatz zu vielen anderen Orten hat Osterode und Umgebung auch im Winter einiges zu bieten, denn im Ortsteil Lerbach steht ein Skihang mit Flutlicht und Lift für WINTERSPORTLER bereit. Der ist mit seinen 100 m Höhenunterschied bei ca. 350 m Länge zwar eher klein aber durchaus fein und auch für Rodler ist es ein schönes Revier. Ski- und Rodelverleih, sowie Ski-Kurse werden hier geboten.
Wer eher den Langlauf mag hat in Riefensbeek oder Buntenbock in 10 km Entfernung gespurte Loipen oder rund um Osterode viele Möglichkeiten zum Skiwandern.

Auf Kleinigkeiten wie Grillplätze, Kinos, Fitnesscenter, Fahrradverleih, Boule-Bahn, Reiten, Skaterbahn, Tauchen oder Tanzen möchte ich nicht eingehen – gibt´s aber.

Hinweisen möchte ich neben der bereits erwähnten Stadthalle (Dörgestraße 28, Veranstaltungskalender oder Kartenservice unter 05522/916800) aber auf das LERBACHER KOMÖD´CHEN ein Amateurtheater, das im Lerbacher Hotel Sauerbrey auftritt (Vorverkauf unter 05522/2733) – oft sehr witzige und mit Liebe zum Detail inszenierte Stücke.

TIP: Nähere Informationen zu allen Einzelheiten sowie Prospektmaterial und Stadtpläne oder Wanderkarten und ähnliche erhält man im Reise- und Verkehrsbüro, Dörgestraße 40, das auch die Tourist-Information für Osterode enthält (Tel. 05522/318341)


EIN BESUCH IN OSTERODE

Wer Osterode besucht, sollte sich Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Altstadt nehmen.
Entweder im Rahmen einer kostenlosen Stadtführung (Mai-Oktober) oder Abendspaziergangs (Juni-September), bzw. individuell geführt (Prospekte, Terminabsprachen bei der Stadt Osterode unter 05522/318333) oder auf eigene Faust.
Mittlerweile ausgebaut ist ein Weg, der entlang der historischen Stadtmauer rund um die Innenstadt führt, vor allem abends schön beleuchtet geeignet um Hunger oder Durst auf eines der Lokale zu machen – aber dazu später.
Eine Möglichkeit für einen Spaziergang ist folgender:
Man stellt sein Auto am Parkplatz des ALOHA ab und schlendert am Pferdeteich entlang zur Schachtrupp-Villa, ein sehenswertes Gebäude, das im Rubriktitel bei Dooyoo zu sehen ist. Es wurde 1819 bis 1828 vom Gründer der bedeutenden Bleiweißfabrik Johann Friedrich Schachtrupp im klassizistischen Stil als Fachwerkbau mit Querverbretterung erbaut.
Folgt man von hier aus dem Innenstadtring in östlicher Richtung kommt man zur Neustädter Schule, die auch als Palais von besagtem Schachtrupp erbaut wurde.
Der Name der Schule sagt es schon, wir befinden uns in der Neustadt, die aber eigentlich schon recht alt ist (1238 erbaut). Weiter am Innenstadtring entlang biegen wir nach ein paarhundert Metern in den Amtshof ab und kommen zum Amtsgericht, Teil des ehemaligen Schlosses. In der Vorderfront sieht man das alte verblassende Wappen der Grubenhagener Fürsten.
Angrenzend die St. Jacobi Schloßkirche, die 1751/52 umgebaut wurde aber schon im 12. Jahrhundert als Kapelle in der Nähe des ältesten Marktes der Stadt existierte. Aus dieser Zeit stammt auch der Taufstein im inneren der schlichten Kirche, deren Altar recht schön ist.
Über den Burgfrieden und die Jacobitorstraße kann man dann den Rollberg hinabgehen und sehen links das Heimatmuseum im Ritterhaus, hier werden auch Führungen und Sonderveranstaltungen angeboten und ein jährliches Weinfest im Innenhof. Der Eintritt ist mit 2,-- DM übrigens sehr erschwinglich.
Ein Stück hinter dem Museum geht links die Petersilienstraße ab, der man jetzt folgen kann und gelangt über den Spielplatz in den Krummen Bruch. Das Gebäude Nr. 18 war einst Synagoge und jüdische Schule, die der Reichskristallnacht zum Opfer fielen – eine Gedenktafel erinnert an diese schlimmen Ereignisse.
Rechts geht nun die Scheffelstraße ab, an der die Stadtbibiliothek liegt, sie war einmal die Höhere Töchterschule oder Luisenschule. Am Brillengeschäft biegt man rechts in die Waagestraße und kommt zu einem sehr schönen Gebäude, der Ratswaage. Der Bau ist schon über 450 Jahre alt und der Waagebalken an der Fassade erinnert an frühere Funktionen des Gebäudes – aber auch die Inschrift „Hus für Hochziter“ zeigt, daß hier schon vor Jahrhunderten gefeiert wurde.
Gleich wieder links gelangt man in die Hellhofstraße und ein Abstecher durch einen Torbogen in der Häuserfront läßt einen den atmosphärisch schönen „Alten Schulhof“ erleben, wo regelmäßig der Bauernmarkt abgehalten wird. Doch zurück auf der Hellhofstraße kommt man an der Commerzbank vorbei auf die Straße am Schilde, auf der wir uns links halten und einen Postkartenblick auf das alte Rathaus erhalten (in dem übrigens die standesamtlichen Hochzeiten stattfinden...). Das Gebäude wurde nach dem großen Brand im Jahre 1552 neu erbaut, das zerstörte vormalige Gebäude stammte wohl aus dem 13. Jahrhundert.
Interessant ist die an Ketten aufgehängte „Walfischrippe“ an der Giebelseite, die vor Überschwemmungen der Stadt durch die nahegelegene Söse schützen sollte (hat leider nicht immer geklappt).
Vor dem alten Rathaus ist übrigens auch das erwähnte Eseltreiber-Denkmal.
Geht man um das Rathaus herum, kommt man in die Aegidienstraße mit dem Kommandantenhaus, das nun eine Massagepraxis beinhaltet, früher einmal eine Lateinschule und später eine Garnison und den Stadtkommandeur.
Die Straße führt zurück zum Markt und zur St. Aegidienkirche, der Marktkirche, einem weiteren Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren fällt der Barockaltar, die Kassettendecke und die Grabplatten einiger Grubenhagener Fürsten auf.
Gegenüber der Kirche auf dem Martin-Luther-Platz befindet sich die Ratsapotheke – immerhin seit 1574 in dieser Funktion.
Ein paar Schritte zurück öffnet sich der Kornmarkt, Mittelpunkt des beschaulichen Lebens. Hier sollte man sich – wenn das Wetter es zuläßt im Eiscafé Zotta in die Sonne setzen und den Blick bei einem leckeren Capuccino schweifen lassen und die Atmosphäre atmen. Dabei fällt einem ein umstrittenes Denkmal, die „Drei schwatzenden Weiber“ auf, an das man sich mittlerweile gewöhnt hat. In der Mitte des Marktes ist das „Rinne´sche Haus“ zu sehen, vom Juristen Prof. Andreas Cludius 1610 erbaut und später Gasthof „Englischer Hof“ wohnte hier Heinrich Heine auf seiner „Harzreise“.
Nach dem Capuccino machen wir einen Abstecher durch den Durchgang im Rinne´schen Haus durch die Rinnepassage und gehen ein Stück entlang der Stadtmauer nach rechts, um auf dem Parkplatz des Harzkornmagazins herauszukommen, das die Stadtverwaltung beherbergt.
Wenn man den Innenstadtring überquert und die Vorderfront betrachtet kann man im Giebel das Wappen des Englisch-Hannoverschen Königreichs entdecken, etwas weiter unten die Inschrift „Utilitati Hercyniae“ – zum Nutzen des Harzes. Denn mit den 2000 to Brotgetreide wurden im 18. Jahrhundert große Teile des Oberharzes versorgt. Wenn geöffnet sollte man ruhig einmal hereingehen und das Treppenhaus – nicht den Lift – benutzen. Die riesigen Balken, dicken Wände und der aromatische Holzgeruch sind irgendwie beeindruckend.
Jetzt zurück auf den Markt und nochmal zu Zotta, um eventuell ein leckeres Eis hat folgen zu lassen, kann man sich dann gestärkt wieder erheben – Halt, das Zahlen nicht vergessen ! – und die Marientorstraße entlang Richtung Marienvorstadt gehen, in die man nach Überquerung einer Ampelkreuzung gelangt.
Sie führt zur meiner Meinung nach hübschesten aber kleinsten Kirche Osterodes, der Marienkirche, sie existierte schon 1233, zumindest wurde sie da urkundlich erwähnt.
An der Stadthalle vorbei kommt man durch den ehemaligen Garten der Villa Schachtrupp, dem heutigen Kurpark wieder zurück zum Pferdeteich und dem abgestellten Auto.


KULINARISCHES

Für den Besucher wichtig ist ja immer Essen und Trinken. Diesbezüglich ist Osterode nicht gerade eine Wüste aber für meinen Geschmack dürfte diese Art der Kultur ruhig etwas ausgeprägter sein.
Es gibt drei griechische Restaurants in der Innenstadt, von denen ich entweder das Dyonisos in der Waagestraße oder das Syrtaki in der Bahnhofstraße besuche. Für Freunde der italienischen Küche kann ich das San Marco in der Petershütter Allee empfehlen, vor allem das Knoblauchbrot (das ich heute extra nochmal probiert habe * g * ) ist sehr lecker...
Wer die deutsche Küche bevorzugt oder Harzer Spezialitäten, insbesondere Fisch oder Wild liebt, sollte das Restaurant „Alte Harzstraße“ am Hengstrücken im Ortsteil Freiheit oder die Küche im Hotel „Sauerbrey“, in Lerbach besuchen.
Mein Lieblings-Chinese „Hongkong“ ist gegenüber dem Landratsamt, Herzberger Straße zu finden.
Wenn´s sein muß kann man natürlich auch den Mc Donald´s oder die benachbarte 24-Stunden-Tankstelle in der Petershütter Allee heimsuchen – ja, Osterode hat kulturell einiges zu bieten, wir haben beides !

Will man abends etwas trinken kann man das Scheffel No. 9 in der Scheffelstraße anlaufen – urige Atmosphäre oder in die Brasserie in der Rinne-Passage gehen. Oder gleich eine Rundgang machen und in der Waagestraße das Gotenschieter mitnehmen, sich in der Auenstraße in Kaiser´s Sport- und Freizeitcenter bei Billiard oder Dart etwas betätigen und zum Schluß im Hemingway in der Dörgestraße noch einen Abstürzer zu sich nehmen...


PERSÖNLICHES FAZIT

Osterode ist eine Kleinstadt und kann das nicht verbergen – aber sie hat auch durch die schönen Fachwerkbauten, die geräumige Fußgängerzone und die hübsche Umgebung und schöne Lage am Harzrand mit viel Grün ein gewisses Flair.
Sicher hat die Stadt ihre Schrullen und Eigenheiten, z. B. gibt es eine Kreisel-Manie, denn mittlerweile zieren 5 mehr oder weniger sinnvoll angeordnete Kreisel die Straßen Osterodes - ein Hobby des Bauamtsleiters ?
Es fällt auf, daß die Innenstadt vor Bäckergeschäften nur so strotzt und man hat den Eindruck, irgend jemand, der die Dinger genehmigt hat, hatte Tantiemen von den diversen Spielhallen erhalten.
Vor lauter Supermärkten in der Peripherie gibt es kaum noch Lebensmittel in der Stadt zu kaufen (nur bei Plus, Minimal oder dem Frischemarkt beim Bäcker).

Wem die kulturellen Angebote vor Ort nicht reichen, kann innerhalb einer Dreiviertelstunde Göttingen oder Hildesheim erreichen oder in einer Stunde Kassel, Hannover oder Braunschweig. Staus kennnen die Osteroder eigentlich nur von Urlaubsreisen.

Man ist in 3-4 Stunden an den Küsten, Berlin, im Ruhrgebiet oder Karlsruhe. Wintersportmöglichkeiten im Harz vor der Haustür, kann Wandern bis zum Abwinken. Das Wasser ist weich und schmeckt gut und die Preise für Lebenshaltung sind moderat. An welchen vergleichbaren Standorten kann man für 8-10 DM/qm noch Wohnungen mieten oder für 100-200 DM/qm Baugrund erwerben. Gewerbegrundstücke gibt´s von 4-25 DM/qm.
Die Arbeitssituation ist allerdings gespannt, die Arbeitslosenquote meines Wissens über 12%.

Ich kann für mich das Fazit ziehen, mich hier recht wohl zu fühlen, man kann hier ganz gut leben, darum kann ich guten Gewissens für Osterode 4 Sterne verteilen.


Holger


P. S.: Wie schonmal erwähnte ein Hinweis auf www.osterode.de, hier gibt´s noch mehr Informationen...
P. P. S.: Ich hoffe, niemanden mit allzu starken Ausuferungen gelangweilt zu haben – Schläge bitte in der Kommentarspalte hinterlassen...



Geschrieben am: 03. Sep 2001, 23:38   von: jeelbein



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