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Übersicht > Medien > Bücher > Autoren

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Spitzbübischer, phantasievoller Humor, keine hochtrabende Lyrik

Nachteile:
Keine hochtrabende Lyrik




Habt ihr Humor? - Das große Heinz Erhardt Buch/ Erhardt, Heinz
Bericht wurde 8172 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Was wäre die Welt ohne Humor?
Grau, trist und irgendwie auch sehr traurig.

Aus diesem Grund, möchte ich hier ein Buch vorstellen, welches mit seinem Humor etwas Farbe in unseren tristen, grauen Alltag zu bringen vermag.



INHALT

Auf gut 300 Seiten werden dem Leser sehr humorvolle Gedichte und kurze Geschichten, gespickt mit hintergründiger Ironie, präsentiert. Ergänzt werden sie durch zahlreiche humoristische Zeichnungen.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die sich folgenden Themen widmen:

- Leitanweisung oder Gebrauchsfaden für die Benutzung des vorliegenden Buches
Hier gibt Heinz Erhardt eine humoristische Ein- und Anleitung, wie dies Buch zu benutzen ist.

- Klassisch - Erstklassisches
Wen schon immer mal eine recht zeitgenössiche Interpretation von Schillers "Glocke" oder Goethes "Erlkönig" interessiert hat, oder wer sich über bekannte Größen der Antike, z.B Zeus, Nero, Archimedes und Kolumbus, informieren wollte, wird hier auf sehr angenehme Art unterhalten.

- Tierisch - Satirisches
In diesem Kapitel wird die Tierwelt aufs Korn genommen. Eins der bekannteren Gedichte ist wohl "Die Made" oder aus aktuellerem Anlaß auch die "Rechtschreibung". Was letzteres mit der Tierwelt zu tun hat, bitte ich den Leser selbst herauszufinden.

- Märchen
Hier werden einige Märchen, z.B. die Bremer Stadtmusikanten herrlich auf die Schippe genommen.

- Theater, Opern, Konzert, Film und Fernsehen
In diesem Kapitel finden sich recht eigenwilige Nacherzählungen und Interpretationen. So gibt es hier zum Beispiel interessante Versionen des "Tannhäuser" und der "Carmen". Weiterhin wird ein kurzer Abriß über Verdis Opern "Querschnitt durch Verdi" gegeben. Auch Wilhelm Tell bleibt in diesem Kapitel nicht verschont. Ergänzt wird das Ganze durch Hörspiele, Interviews und nicht zuletzt gekonnten Tätigkeitsbeschreibungen, z.B. "Die Tänzerin", "Die Sängerin" und "DerSchauspieler".

- Schwänke aus heiterem Himmel
Die Gedichte, dieses Kapitels, handeln von allem möglichen, zugleich gibt hier Heinz Erhardt auch über seine Person Auskunft. Eins dieser Gedichte möchte ich kurz vorstellen:

"Der Einsame

Einsam irr ich durch die Gassen,
durch den Regen, durch die Nacht.
Warum hast du mich verlassen,
warum hast du das gemacht?
Nichts bleibt mir, als mich zu grämen!
Gestern sprang ich in den Bach,
um das Leben mir zu nehmen;
Doch der Bach war viel zu flach.

Einsam irr ich durch den Regen,
und ganz feucht ist mein Gesicht
nicht allein des Regens wegen,
nein, davon alleine nicht.
Wo bleibt Tod im schwarzen Kleide?
Wo bleibt Tod und tötet mich?
Oder besser noch: uns beide?
Oder besser: erst mal dich?"

Dieses Gedicht habe ich ausgewählt, weil es mir schon als Teenager besonders gut gefallen hat. Und anscheinend nicht nur mir. Vor einigen Jahren geisterte eine Meldung durch die Presse, daß eine Gruppe namens "Tic, Tac, Toe", bestehend aus drei jungen Rapperinnen, hier eine "Textanleihe" für einen ihrer Songs (bevor es ans Rätselraten geht, gemeint war der Song "Verpiß Dich" auf dem Album "Tic, Tac, Toe") gemacht hätten.

- Geschichten um Ritter Fips von Fipsenstein
Das Leben des Ritters Fips wird hier von seiner Geburt bis zu seinem Tod in Gedichtform abgehandelt.

- In vier Zeilen
Wie die Überschrift schon sagt, gibt es hier mehrere vierzeilige Gedichte. Und hier folgt ein Beispiel:

"Der Fels

Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt,
so fällt er auf den Fuß dir prompt!
So ist es nunmal auf der Welt:
ein Kummer geht, ein Kummer kommt..."

- Sterne
In diesem Kapitel finden sich Gedichte über Sonne, Mond und Sterne. So wird zum Beispiel auch erläutert, wie der Saturn zu seinem Ring kam. Und wie man an letzterem erkennt, auch Planeten werden hier bedichtet.

- Besinnliches
Dies ist das letzte Kapitel des Buchs. Es enthält Gedichte, die einen zum Teil sehr nachdenklich stimmen können, aber dennoch nicht so ganz "bierernst" zu nehmen sind. Und weil es so schön ist, gibt es hier "Noch'n Gedicht":

"Anhänglichkeit

Das Kind hängt an der Mutter,
der Bauer an dem Land,
der Protestant an Luther,
das Ölbild an der Wand.
Der Weinberg hängt voll Reben,
der Hund an Herrchens Blick,
der eine hängt am Leben,
der andere am Strick..."



INFOS ZUM AUTOR

Heinz Erhardt wurde 1909 in Riga geboren. Den überwiegenden Teil seiner Kindheit lebte er bei seinen Großeltern in Riga, zwischenzeitlich mal bei seiner Mutter in Sankt Petersburg und mal bei seinem Vater in Deutschland.

Nachdem er 1926 ohne Abschluß das Deutsche Gymnasium in Riga verlassen hatte, begann er 1927 in Leipzig eine Lehre als Musikalienhändler. Gleichzeitig studierte er am Leipziger Konservatorium Klavier und Komposition. Hier in Leipzig sammelte er auch erste Erfahrungen als Stehgreifkomiker.

Nach Beendigung seiner Lehre, verdingte er sich von 1928 bis 1938 im großväterlichen Musikhaus in Riga als Verkäufer, wurde aber nie glücklich in diesem Beruf.

Von 1929 bis 1938 tingelte er mit einem selbstgeschriebenen Unterhaltungsprogramm auf Abendgesellschaften, Vereins- und Familienfesten und verzeichnete 1932 anfängliche Erfolge auf der Bühne des Deutschen Schauspiels in Riga. Diese waren jedoch nicht von Dauer und brachten noch nicht den ersehnten Durchbruch-

1934 lernte er Gilda Zanetti kennen, die ein Jahr später seine Frau wurde. Die 45 Jahre währende Ehe wurde mit 4 Kindern gesegnet.

Seiner Frau war es wohl auch zu verdanken, daß er 1938 dem Musikalienhandel ade sagte und nach Berlin übersiedelte. Im Oktober 1938 endlich, engagierte Willi Schaeffers, der Altmeister des deutschen Kabaretts, Heinz Erhardt an das renommierte "Kabarett der Komiker". Hier gelang ihm quasi über Nacht der Durchbruch.

Unterbrochen wurde seine Karriere durch den zweiten Weltkrieg. Doch 1946 wagte er in Hamburg einen Neuanfang. Gemeinsam mit Willy Meyen moderierte Heinz Erhardt einmal in der Woche im Radiosender NWDR die Unterhaltungssendung "So was Dummes".

1947 erlangte er mit der Komödie "Lieber reich, aber glücklich" auch den endgültigen Durchbruch und begeisterte auf den zahlreichen Tourneen das Publikum und die Presse.

10 Jahre später, 1957 feierte er mit seiner Hauptrolle in dem Film "Der müde Theodor" seinen ersten Kinoerfolg. Diesem Film sollten sich weitere 38 mehr oder minder erfolgreiche Filme anschließen.

Im Jahre 1963 war es schließlich soweit, daß seine Gedichte mit dem Titel "Noch'n Gedicht" auch in Buchform auf den Markt gebracht wurden. Dieses Buch entwickelte sich zum Dauerbrenner. In den folgenden Jahren erschienen drei weitere kleine Gedichtbände und schließlich der Sammelband "Das Große Heinz Erhardt Buch".

Im Dezember 1971 erlitt Heinz Erhardt einen Schlaganfall, von dem er sich zeitlebens nicht mehr richtig erholte. Besonders tragisch war, daß er seit diesem Tag kein Wort mehr über seine Lippen gebracht hat. Somit wurde seiner aktiven Karriere leider viel zu früh ein jähes Ende bereitet.

Am 5. Juni 1979 verstarb er, kurz nach der Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes.

All denen, die sich noch weiter über diesen humorvollen, menschenliebenden Zeitgenossen Heinz Erhardt informieren möchten, empfehle ich folgenden Link "http://www.heinzerhardt.com".


ALLGEMEINE ANGABEN ZUM BUCH

Titel: Das große Heinz Erhardt Buch
Autor: Heinz Erhardt

Taschenbuch - 319 Seiten - Goldmann, Mchn.
ISBN: 3442066786
Preis: EUR 7,50

Gebundene Ausgabe - 323 Seiten - Fackelträger, Hann.
Erscheinungsdatum: 1999
ISBN: 3771612837
Preis: EUR 16,90



MEINE MEINUNG

Man mag Heinz Erhardt lieben oder hassen, aber man kann nicht abstreiten, daß er sehr vielen Leuten mit seinen Gedichten und Filmen etwas Lebensfreude beschert hat.

Gerade im Nachkriegsdeutschland, wo das Leben schon schwer genug gewesen ist (fragt mal Eure Eltern oder Großeltern oder sogar Urgroßeltern), kam ein Mann daher, der es verstand mit seiner Art und seinem Humor, der spitzbübisch und phantasievoll zugleich war, dabei aber niemandem weh tat, das Publikum zum Lachen und kurzweiligen Vergessen der widrigen Lebensumstände zu bringen. Auch zu Zeiten des großen Wirtschaftswachstums erheiterte er und überzeugte ein großes Publikum mit seiner Lebensfreude, die sich, wie ich finde, gerade in seinen Gedichten widerspiegelt. Seine Filme, vor allem die jüngeren, mag ich nicht so gern, denn diese finde ich schon wieder übertrieben albern. Aber sowas ist ja Geschmackssache.

Vielen Menschen ist gar nicht bewußt, daß sie schon etliche Gedichte Heinz Erhardts kennen. Und werden beim Lesen verwundert feststellen, daß etliche Künstler einige dieser Gedichte in ihr Repertoire eingefügt haben. Ich möchte hier nur einmal Otto und in diesem Zusammenhang "Erlkönig" und "Klapperschlange" erwähnen.

Die Gedichte und Geschichten dieses Sammelbands decken eigentlich sämtliche Lebenslagen ab. Oft sind sie nach außen verpackt als "niedlich" oder "bürgerlich spießig" oder kompletter "Unsinn", aber bei genauer Betrachtung treffen die Pointen voll ins Schwarze.

Das Buch ist leicht und amüsant zu lesen. Hier erwartet den Leser keine hochtrabende Lyrik. Nein, es handelt sich um kurzweilige, unterhaltende Gedichtkunst, die zu einem Großteil auch von Wort- und Klangspielereien lebt.



FAZIT

Für alle Heinz Erhardt Fans und Freunde des lebensbejahenden, freundlichen Humors stellt dieser Sammelband ein unbedingtes Muß dar. Der Anspruch an den Leser ist nicht sehr hoch. Wer aber lieber dem zynischen, schon fast verächtlichem Humor eines Harald Schmidt oder dem schon ins vulgäre abgleitenden Humor eines Stefan Raab zugeneigt ist, dem wird dieser Gedichtband wahrscheinlich nicht so zusagen. Oder vielleicht doch? Teilt es mir doch in der Kommentarspalte mit.


Geschrieben am: 10. Mar 2003, 09:40   von: rosebud-riddle



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