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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > W > Weisse Massai, Die (Hoffmann, Corinne)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
eine irre, wahre Geschichte

Nachteile:
SChreibstil




Naiv oder bewundernswert?
Bericht wurde 3726 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

1986 macht die damals 27jährige Schweizerin Corinne Hoffmann einen Urlaub mit ihrem Freund Marco in Mombasa/ Kenia. Schon von der ersten Sekunde an fühlt sie eine ganz besondere Verbindung zu diesem so fremden , wilden Land. Am 3. Tag sieht sie auf einer Fähre von weitem einen Massai. Groß, pechschwarz, stolz, geschmückt und für ihr Empfinden wunderschön.....
Ab diesem Zeitpunkt kreisen ihre Gedanken nur darum wie zu diesem Massai Kontakt aufnehmen kann und möchte nur noch in seiner Nähe sein. Ein paar Tage später beichtet sie dies ihrem Freund und trennt sich im Urlaub noch von ihm.

Eine Geschichte wie aus einem sehr kitschigen Roman, aber dies ist kein Roman diese Geschichte ist wahr. Corinne schreibt ein Buch darüber und lässt uns an ihren Entscheidungen, Hoffnungen, Erlebnissen und Ängsten teilhaben.

In ihrem ersten Urlaub sind die Begegnungen mit Lketinga, so heisst er, ehr auf ganz freundschaftliche, distanzierte Weise. Trotzdem beschließt sie nach ihrer Abreise 3 Wochen später wieder zu kommen. Diesmal alleine.

Sie weiß nicht Lketinga auch nur ansatzweise so empfindet. Trotzdem gibt Corinne nach dem zweiten Aufenthalt ihre Beziehung, ihr eigenes Geschäft und ihr bisheriges Leben endgültig auf und geht ganz nach Kenia.

Was dieser komplette Abbruch für eine Europäerin bedeutet kann ich hier in meinem Bericht nur schwer wiedergeben. Meine Gedanken dazu wechselten zwischen Staunen, Mitleid, Bewunderung. Zu Beginn hielt ich Corinne für naiv, weil sie ihr Leben für jemanden aufgab den sie nicht mal kannte, nie wirklich kennen wird. Im laufe ihrer Erzählung kam hier aber eine gewisse Bewunderung hinzu.

BESCHEIDENHEIT:
Corinne beschreibt auf sehr nüchterne aber anschauliche Art und Weise wie krass die Unterschiede sind. Sie zieht zu ihrem Lketinga, dieser wohnt mitten im Busch in einem kleinen Kral. Dort lebt sie in einer kleinen Hütte die nicht größer als ein Zwei-Mann- Zelt ist mit ihrem Mann und dessen Mutter ein Jahr zusammen.
Trinkwasser und Zucker sind Luxus. Ein Auto haben viele Stammesmitglieder noch nie gesehen.
Die Ernährung beschränkt sich auf Reis und ungewürztes Ziegenfleisch.

KRANKHEITEN:
Natürlich reden wir hier nicht von einer Grippe oder von gelegentlicher Magenverstimmungen. Corinne kommt mit Hepatitis, Malaria und Blutarmut in Kontakt. Die Verhältnisse lassen natürlich darauf schließen das die ärztliche Versorgung ehr schlecht als recht ist. Ausgemergelt und ausgezergelt entrinnt sie mehrfach nur knapp dem Tod.


ZUNEIGUNG:
So romantisch wie sie sich ihr Zusammenleben mit Lketinga zunächst vorstellt ist es nicht. Das mindeste Übel dabei ist noch das sie wie schon gesagt mit seiner Mutter auf engstem Raum zusammenleben.
Hinzu kommt das Massai nicht küssen und auch nicht berühren. Der Geschlechtsakt wird nur zur Kindeszeugung durchgeführt und sobald die Frau schwanger ist, ist dies tabu. Einen Massai darf frau auch nicht im Gesicht oder unterhalb des Bauchnabels anfassen.


GESCHLECHTERTRENNUNG:
Massai dürfen nichts essen was von einer Frau zubereitet wurde, und dürfen auch beim Essen nicht von einer Frau gesehen werden. Dies zerstört Corinnes Träume,zum Beispiel abends gemütlich mit ihrem Lketinga zusammen in ihrer Hütte zu essen, für ihn zu kochen.

Schmerzlich merkt sie das für die Massai ein Ziegenleben ab und an mehr wert ist als das Leben einer Frau.

Der Gedanke das Lketinga mehrere Frauen haben und heiraten kann bricht ihr fast das Herz.

Auch wenn Lektinga häufig über seinen Schatten springt, und Dinge die total gegen seine Natur gehen tut, ist und bleibt vieles für Corinne eine Qual.


BEHÖRDEN
Alleine die Tatsache das sie weiß ist stellt ihr viele Hürden in den Weg. Grundsätzlich werden die Preise bei ihr willkürlich hochgeschraubt und grundsätzlich klappt alles nicht beim ersten Anlauf. Der Kampf mit den Behörden, ob sie diesen oder jenen Stempel bekommt ist abhängig ob der Beamte gerade einen guten Tag hat oder nicht.


MITEINANDER
Sehr positiv aufgefallen ist der Zusammenhalt des Stammes. Was Lektinga gehört, gehört allen, so denkt er. Es wird aufeinander gewartet, mitgenommen, mitgebracht was das Zeug hält. Zusammenhalt scheint in Kenia oder gar generell in Afrika einen großes Stellenwert zu haben.


MEINE GEDANKEN
Wie schon erwähnt schlugen meine Gedanken recht schnell um. Obwohl ich Corinne zunächst als wirklich dumm empfunden habe kam im laufe der Geschichte eine ehrliche Bewunderung hinzu. Sicherlich halte ich es immer noch für Naiv für einen Massai-Krieger das Leben aufzugeben, aber ich denke das die Erfahrungen und Erlebnisse dort niemals missen möchte. Sie zieht ihre Entscheidung 3 Jahre, trotz vieler unglücklicher Stunden sehr konsequent durch, was wiederum auf einen sehr starken Charakter hinweist. Erst als es um ihre Tochter und um die Zukunft geht bricht sie aus diesem Leben aus....

SCHREIBWEISE
Das ist eigentlich das einzige was etwas stört. Man merkt das sie keine Autorin ist. Die Geschichte ist in sehr einfachen simplen Sätzen geschrieben. Oftmals nicht mal mit Haupt und Nebensatz. Das macht die Story nicht langweiliger aber mit Sicherheit nüchterner.


FAKTEN
CORINNE HOFFMANN/ DIE WEISSE MASSAI
KNAUR VERLAG
Bei Amazon kostet das Taschenbuch ca. 10 Euro, bei Ebay bekommt man es aber natürlich auch günstiger.
ISBN 3 - 426-61496 –0


FAZIT
Jedem , ob Mann oder Frau der sich etwas für fremde Kulturen interessiert kann ich dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Insgesamt 3 Jahre lebt Corinne im Busch und hat sehr, sehr viel zu erzählen. Ein Leseerlebnis zwischen staunen, bewundern, erschrecken und bemitleiden kommt hier auf einem zu. Interessant sind auch die Fotos die in der Mitte des Buches abgebildet sind. Bilder, von Corinne, von Lektinga, seiner Mutter und von den Verhältnissen dort. Ich vergebe 4 Sternchen aufgrund der etwas farblosen Schreibweise, spreche aber natürlich eine Empfehlung aus.


Lesende Grüße Nikolina


Geschrieben am: 19. Feb 2004, 10:02   von: nikosternchen



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