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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > R > Ramses - die Herrin von Abu Simbel

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Klappe die vierte
Bericht wurde 3477 mal gelesen Produktbewertung:  ausreichend
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

So heute ist denn mal Teil 4 der fünfteiligen Romanreihe von Christian Jacq über Ramses II fällig. Die französische Originalausgabe erschien 1996, die deutsche im September 1998 bei Rowohlt. Bezahlt habe ich damals etwa 40 Märker für die Hardcoverversion. Der Untertitel dieses vierten Romans lautet „die Herrin von Abu Simbel“ – womit Ramses Gemahlin Nefertari gemeint ist.

Nachdem ich den dritten Teil (die Schlacht von Kadesch) recht spannend und gut fand, plätschert nun Teil 4 etwas dahin, vielleicht weil man das traurige Ende vorausahnt. Ägypten befindet sich sozusagen in einem kalten Krieg mit dem Hethitern, sowohl Frieden als auch Krieg sind möglich. Währenddessen stresst Moses (ja der aus der Bibel) Ramses ehemaliger Schulfreund wegen der Hebräer und dem gelobten Land herum. Außerdem muß Ramses sich um seine zahlreichen Bauvorhaben und damit um die Götter kümmern. Kein Wunder, daß er im Laufe des Buches altert und an dessen Ende die mittleren 40er erreicht hat.

Der Roman behandelt also im wesentlich drei verschiedene Aspekte:

Der erste beschäftigt sich mit den Friedensbemühungen zwischen Ägypten und Hatti (den Hethitern). Mir gefiel dieser Teil, da ich eine Vorliebe für Acha, Ramses Schulkollegen und jetzigem Gesandten entwickelt habe. Auch wenn Jacq dieser Figur zuvor eine recht eigentümliche, da schlecht erzählte Charakterwendung nehmen ließ. Zunächst dachte man nämlich Acha wäre eine falsche Bazille, bis es zu einem Bruch der Geschichte kam, und er auf einmal nur so getan hatte. Na ja auf jeden Fall ist er nun eine wichtige und recht interessante Figur geworden. So eine Art James Bond Verschnitt mit einer hübschen Manipulationsgabe. Auf jeden Fall schafft er es zunächst einen Mann auf Hattis Thron zu setzen, der noch alle Hirnzellen beisammen hat – während dessen Gegner auch noch freiwillig nach Ägypten lebt, womit er eine prima Gastgeisel abgibt.

Der nächste Aspekt ist Moses, voll auf dem Jahwe-Trip. Jacq (seines Zeichens übrigens studierter Ägyptologe) beglückt mich mit der ollen let-my-people-go-Dramatik, erzählt die Geschichte aber wenigstens aus einer anderen Sicht - nämlich der ägyptischen. Auch wenn hier einiges an den Haaren herbeigezogen sein wird, gefällt mir hier die Geschichte mit dem Auszug der Juden aus Ägypten und den ganzen Plagen wesentlich besser, sie ist im Grunde genommen die objektivere Variante. Moses erscheint etwas sehr strange und nicht alle aus seinem Volk wollen ihm wirklich folgen, weil viele in Ägypten gut leben und Bindungen eingegangen sind. Die ganzen Plagen werden als gewöhnliche Naturerscheinungen dargestellt, die für halbwegs gebildete Leute auch erklärbar sind. Einzig und allein geärgert habe ich mich über die mal wieder plötzlich auftauchenden magischen und seherischen Fähigkeiten des Herrscherpaares. Währenddessen mutiert Moses von einst schön, stark und mutig zum wirren Spinner und Revoluzzer, welcher sich auch noch durch den Magier Ofir, einem Fiesling, der Ramses schon lange das Leben und die Regierung schwer macht, manipulieren lässt. Trotzdem gibt es hier ein paar sehr interessante geschichtliche Denkansätze.

Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit Ramses umtriebiger Bautätigkeit, welche dem Leser durch eine Reise seiner Einer durch Ägypten nahe gebracht wird. Dabei sind natürlich einige Tempelanlagen, wo der Autor dem Leser einiges über ägyptische Rituale und die Religion vermittelt. Trotzdem erscheint mir diese Reise irgendwo sinnlos. Unfreiwillig komisch sind die Begebenheiten, die dem Herrscherpaar während der Reise wiederfahren. Während Ofir versucht Moses zur Revolte anzustiften, soll Chenar, Ramses großer Bruder den Pharao mal dezent um die Ecke bringen. Chenar kann es nämlich immer noch nicht verwinden, daß Ramses ihm den Thron „weggenommen“ hat. Chenar stellt Ramses so alle paar Kilometer ein paar Fallen – die dieser aber locker überwindet. Mal sieht er hell, dann seine Nefertari oder ein Elefant, dem Ramses mal das Leben gerettet hat, taucht zufällig auf um den Pharao aus einem Krokodilrachen zu zerren. Zumindest wird die Reise damit enden, daß der Bau von Abu Simbel vorschreitet, was so eine Art Tadj Mahal für Nefertari darstellen soll – und damals recht gewagt war, eben wegen der Darstellung der Königin als Statue.

Ich frage mich eigentlich immer öfter, ob Jacqs Lektor den Schuß nicht gehört hat.

Ein wesentlicher Vorteil des Buches ist wiederum die szenenhafte Erzählweise. Jacq ergeht sich nicht allzu schwelgerisch in Orts- oder Situationsbeschreibungen, vermittelt aber trotzdem einiges aus dem Leben der Altägypter. Der schnelle Wechsel der Orte, Szenen und Figuren lassen den Roman nicht langweilig werden. Außerdem vergisst man so die blödsinnigen Einfälle des Autors recht schnell wieder. In der Erzählweise liegt aber noch ein Nachteil: man merkt nicht, wie viel Zeit in der Geschichte vergeht.. Tage, Wochen, Monate??? Hätte der Autor nicht hin und wieder mal einen Satz wie „... war jetzt (...) Jahre alt...“ wäre der Leser vollends orientierungslos.

Etwas seltsam – im Hinblick auf Teil 5 „Im Schatten der Akazie“ finde ich noch, daß viele Aspekte, die sich durch alle bisherigen Romanteile zogen, bereits jetzt in Band 4 ihr Ende gefunden haben. So erwarte ich nun Band 5 weniger mit Spannung als mit Verwirrung. Viel kann eigentich nicht mehr kommen und trotzdem wird Band 5 allein die Hälfte von Ramses Leben abhandeln...

(Für Interessierte: die Ramses-Reihe hat übrigens eine Art „Fortsetzung“ bekommen, die unter dem Oberbegriff „Stein des Lichts“ zu haben ist.)


Geschrieben am: 23. Jun 2003, 23:42   von: vampire-lady



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