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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > I > Illuminati - Brown, Dan

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Spannung von der ersten Seite an; sehr gute Einführung in die Handlung




Das wird der nächste Bestseller
Bericht wurde 1878 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Mit „Illuminati“ ist Dan Brown ein Meisterwerk der Spannung, Faszination, aber auch Einblickgewährung in die Mysterien der modernen Menschheit gelungen, das seines Gleichen so schnell auf dem aktuellen Buchmarkt nicht finden dürfte. Denn nicht nur, dass modernste Wissenschaftskomponenten mit historischen Tatsachen und Mysterien in ausgesprochen geschickter Weise verquickt werden, auch der inhaltliche Aufbau ist dem Autor gelungen. Und obgleich am Anfang ein relativ tiefer Einstieg in die Welt der Physik und Hochenergieexperimente erfolgt, von denen der durchschnittlich interessierte Leser wohl eher weniger Kenntnisse haben wird, dürfte es dank den geschickt eingesetzten „Erklärungshinweisen“ der im Thriller Beteiligten nicht an einer Verständnislücke in Bezug auf den vollen Romangenuss scheitern.

Als kurze Inhaltsangabe gebe ich hier den auf der Rückseite des Taschenbuches abgedruckten Text wieder, so dass hoffentlich den Neugierigen keine unnötige Vorwegnahme des Inhaltes, den Interessierten aber auch nicht zu wenig an Mitteilung erfolgt:

Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert. Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag. Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft der „Illuminati“. Diese Gemeinschaft scheint wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsteren Plan, denn aus dem Labor des ermordeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet. Und das alles am Vorabend der Konklave, jenem Zusammentritt der Kardinäle der katholischen Kirche, dessen Ziel die Wahl eines neuen „Papa“, eines neuen Papstes ist.

Der letzte Satz stellt eine „eigenmächtige“ inhaltliche Ergänzung dar, erscheint mir aber im Hinblick auf den besonderen Akzent dieses Buches durchaus auch angebracht.

Beginnt man mit dem Lesen, wie es sich gehört, nämlich ohne vorheriges Durchblättern der letzten Seiten oder gar dem Lesen derselben, so fällt man unversehens in die Handlung hinein und wird sogleich auch mit dem konfrontiert, was einen besonderen Reiz dieses Buches ausmacht: die Verquickung von Mysterien aus der historischen-gesellschaftlichen Dimension mit jenen aus der wissenschaftlich-technischen. Denn sowohl die „Illuminati“ wie auch die „Antimaterie“ stellen, wenngleich in ziemlich unterschiedlicher Weise bekannt und erforscht, zwei Aspekte dar, die sicherlich nicht für jeden, der das Buch liest, sofort Assoziationen und Erinnerungen wachrufen.

Die „Illuminati“, das sei an dieser Stelle kurz erwähnt, ohne dabei dem Autor selbst mit seinen in die Romanhandlung implementierten Ausführungen vorwegzugreifen, stellen, zumindest nach Auskunft meines Meyer-Taschenlexikons, einen esoterischen Bund dar, der sich der Erleuchtung (lat. Illuminatia), verschrieben hat und aus der Zeit des Galileo Galilei stammt, 17. Jahrhundert also.
Und obgleich ist erst durch den Roman und die von den Beteiligten geschilderten Hintergründe von eben jenem Geheimbund erfahren habe, hat mich doch die Verarbeitung dieses „Mysteriums“ der wohl auch noch modernen Gesellschaft in seiner Darstellung wie aber auch Einbindung in eine an sich ja immer noch fiktive Geschichte, fasziniert. Dan Brown versteht es hierbei ausgesprochen geschickt, die von ihm in Erfahrung gebrachten Tatsachen portioniert an den Leser in entsprechend aufbereiteter Form weiterzugeben, so dass mit zunehmender Lektüre des Buches nicht nur ein Vordringen in dem Handlungsablauf selbst, sondern eben auch in dem Wissen um jene „Bruderschaft“ stattfindet.

Dem gegenüber ein „Mysterium“ aus der modernen Wissenschaft, das allerdings zumindest den Fans und Kennern von Science-Fiction-Romanen, namentlich natürlich den Raumschiff Enterprise- und Star-Trek-Fans, ein, wenngleich oftmals unnötig glorifizierter oder auch mystifizierter, Begriff ist: die Antimaterie. Auch diese ist, und soweit kann man vor Dan Brown nur den Hut dahingehend ziehen, dass er aus zwei realen Mysterien und einer nicht minder geheimnisumwitterten und dem Augenmerk der Allgemeinheit nur vordergründig zugänglichen Institution sein Werk geschaffen hat, real. Real im Sinne von „das gibt es tatsächlich“ und nicht etwa „das ist als solches vorstellbar“.
Von Paul Dirac bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als zwingende Ableitung aus verschiedenen Gleichungen postuliert und prophezeit, wurde in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals künstlich im Labor die Antimaterie experimentell hergestellt und somit nachgewiesen: das Positron.

An dieser Stelle vielleicht ein kurzer Einschub, der in gewisser Weise auch der „Illumination“ wie aber auch der „Desillusionierung“ derer dienen soll, die zwar den Begriff „Antimaterie“ bereits kenne, ihn aber so gut wie ausschließlich nur aus dem Science-Fiction erfahren haben. Nach den derzeitigen Kenntnissen der Wissenschaft stellt Antimaterie „lediglich“ das energetische Pendant zu der uns als „normal“ erscheinenden Materie dar. Klingt womöglich nicht minder bizarr als etwa in einige SF-Romanen die Schilderungen von Gebilden, die der menschlichen Vorstellung entrückt sind, die den Hauch der Blasphemie in sich tragen oder gar ein „unheiliges Leben“ zu besitzen scheinen.
„Energetisches Pendant“ meint dabei aber letztlich nur, dass die den Kern- und Materiebausteinen zu eigene Ladung, eine negative Elementarladung beim Elektron, eine positive beim Proton, verkehrt sind, ansonsten aber keine Unterschiede zwischen beiden „Materiearten“ bestehen. Das Positron ist somit, untechnisch gesagt, ein positives Elektron, wohingegen ein Antiproton ein negatives Proton darstellt. Der bereits hergestellte und für einige Stunden erhaltene „Anti-Wasserstoff“ nimmt sich insoweit auch wie der seit Jahrhunderten bekannte „Normal-Wasserstoff“ aus: gasförmig bei Normalbedingung, biatomare Molekülstruktur, etc. etc. Nur eben, dass hier der Kern nicht positiv, sondern negativ und dafür die Atomhülle positiv anstelle von negativ ist. Irgendwelche „Verdrehungen der Realität“, „Chimären der Schöpfung und des Chaos“ oder „Transzendente Komponenten“ sind, soweit ich das gelesen habe, nach wie vor der SF-Antimaterie vorbehalten.
Besondere Eigenschaft der Antimaterie – genau genommen aber auch der uns als normal erscheinenden – ist, dass sie bei Zusammentreffen mit unserer „Normal“- oder auch „Kyoto“-Materie zu hundert Prozent in Energie zerfällt: die sogenannte Annihilitation, bei der ein Antiteilchen und ein Normalteilchen gemäß Einsteins E=mc² in Energie übergehen.

Diese beiden sich scheinbar überhaupt nicht berührenden, Themenkreise miteinander so zu verbinden, dass dabei ein Produkt entsteht, das weder „Fisch noch Fleisch“, also weder ein annehmbarer Roman im Bereich der Verschwörungstheorien noch im Bereich der Science-Fiction, die ja nicht zwingend Raumfahrt und Zukunft erfordert, ist, verdient bereits Bewunderung in erheblichem Ausmaß.

Doch Brown geht noch ein Stück weiter und bindet ein drittes Element in die Romanhandlung ein, das nicht weniger faszinierend und in der geschilderten Perspektive nicht weniger unbekannt sein dürfte: der Vatikan. Als „Gottesstaat“, souveräner Staat inmitten von Rom, Sitz des Papstes und Heimat des Peterdoms bekannt, werden doch nur wenige von sich behaupten können, tiefer als nur zur einer „Privataudienz“, einem Rundgang oder ähnlichem eingedrungen zu sein. Schließlich hütet der jahrhundertealte Verwaltungs- und Regierungsapparat der katholischen Kirche seine Geheimnisse wohl mit am besten unter allen vergleichbaren (Staats-)Institutionen auf der Welt.

Dennoch ist es Brown gelungen, nicht nur Einblicke in die innere Struktur zu erhalten, sondern diese auch in einer Weise an den Leser weiterzugeben, bei der sie keine überflüssige Verzerrung oder Verwischung dahingehend erfahren, dass zusätzliche Geheimnisse geschaffen oder bereits bizarre Aspekte noch mehr zur Surrealistik hin verschoben werden. Insoweit bietet sich ein Vergleich mit den Romanen von Philipp Vandenberg an, der in ähnlicher Weise dem Leser weitgehende Einblicke in die Welten des Kirchenstaates gewährt – soweit dieser selbst sie gewährt hat – ohne dabei das Monument Vatikan selbst herabzusetzen. Ebenso lässt sich John Grisham benennen, der mit seinen Romanen „Die Jury“, „Der Prozess“, „Das Urteil“, „Die Kammer“ und „Der Regenmacher“ Einblicke in das angloamerikanische Rechts- und Justizsystem gewährt und dieses auf einer gut verständlichen Ebene doziert. Zuletzt vielleicht auch Tom Clancy, der in seinen verschiedenen Romanen, insbesondere wohl aber in „Befehl von Oben“ die Struktur der amerikanischen Administration wie auch des „Alltagslebens“ im Weißen Haus nachgegangen ist und dieses in ebenfalls gelungener Weise als Hintergrundinformation übermittelt.

Dan Brown nunmehr hat eben aus diesen drei Komponenten, den Illuminati, der Antimaterie wie auch dem Vatikan, einen beeindruckenden und ausgesprochen fesselnden Roman gesponnen, der nicht nur ein herausragender Thriller ist, sondern vielmehr auch die Voraussetzungen zu einem echten Bestseller in sich trägt.

Denn schon nach wenigen Seiten – so ging es mir zumindest – wird man regelrecht in die Handlung hineingesogen, gewissermaßen als unsichtbarer und unbeteiligter, nichtsdestotrotz aber omnipräsenter Zuschauer, der förmlich das Vibrieren der Nervenstränge der jeweiligen Akteure, die sehr plastisch und lebensnah vorgestellt, aber auch dargestellt werden, spüren kann. So wundert es auch nicht, dass ein Kapitel das nächste jagt und die vermeintlichen „nur noch fünfzehn Minuten vor dem Schlafengehen“ schnell zu ein bis zwei Stunden auswachsen. Es ist, wie ja leider bei jedem guten Buch, ausgesprochen schwer, mitten in einem Kapitel, aber auch zwischen zweien, das Buch einfach zur Seite zu legen. Denn eine Fraktur der Handlung, bei der sich eine Unterbrechung anbietet, hat der Autor „leider“ nicht vorgesehen. Um so mehr Anstrengung und Überwindung kostet es denn auch, sich aus den Fesseln der Erzählung zu lösen und sich dem zu widmen, was man sich eigentlich schon längst vorgenommen hat: schlafen, essen, lernen, arbeiten, etc.

Ich kann das Buch uneingeschränkt nur empfehlen. Es setzt, anders als mein Beitrag es stellenweise vielleicht erscheinen lässt, keine Vorkenntnisse voraus – die Illuminati sind mir selbst erst hier begegnet – und erfordert auch keine kriminalistische Begabung, um dem Handlungsverlauf folgen zu können. Vielmehr fordert es ungeteilte Aufmerksamkeit, die es sich aber auch zu nehmen versteht, so dass der Zeitpunkt des Lesebeginns mit Bedacht gewählt werden will. Ein Schmökern von ein paar Seiten oder Kapiteln kurz vor wichtigen Prüfungen oder Terminen erscheint mir dabei insoweit etwas riskant, als es schnell eben nicht nur bei den vorgenommenen Seiten bzw. Kapiteln bleibt. Zudem beeindruckt die Darstellung derartig nachhaltig, dass mir zumindest das geistige Beiseitelegen neben dem rein faktischen Vorgang alles andere als gelungen ist.


Geschrieben am: 21. Aug 2003, 20:12   von: magnifico



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