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Übersicht > Unterhaltung > Werbung > Werbung im Fernsehen > Penaten > Penaten Baby Shampoo - Meine Mama benutzt immer...

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
nüscht

Nachteile:
Klein-Laura




Penaten-Gruselkabinett
Bericht wurde 2485 mal gelesen Produktbewertung:  ungenügend
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wir sind ja nicht grad verwöhnt mit intelligenter und witziger Fernsehwerbung – ich verweise da nur mal auf die drei Spüliboys die wohl zu tief in die Pril-Pulle geschaut haben oder der Almette-Heidi, der die dünne Bergluft irgendwie nicht gut zu bekommen scheint. Aber die visuellen Qualen die uns Penaten beschert, lassen schwarze Slipeinlagen wie die beste Erfindung seit den russischen Meisterschaften im Klöppeln aussehen. Neben Sex wird sich in der Werbung offensichtlich gerne auf den Knuddel-Bonus kleiner Kinder verlassen. Da wird für nen Fünfer im Mathetest nachsichtig der Kopf getätschelt ( Hauptsache, das Käffchen wird langsam mal feddich! ) und irgendwelchen ominösen Fleckenzwergen die Schuld für verdreckte Klamotten in die Schuhe geschoben. Alles Dinge, über die ich hinwegsehen kann. Seitdem aber eine kleine Rotzgöre namens Laura in schöner Regelmäßigkeit über den Bildschirm flimmert, weiß ich wieder, weshalb ich Kinder ungern in meiner Nähe habe.

Normalerweise widme ich mich hochkonzentriert meiner Wohnzimmerdecke, wenn die putzige Stimme eines kleinen Schnullerbäckchens aus dem Lautsprechern meines Fernsehers dröhnt. Lauras Organ hingegen hat auf mich dieselbe Wirkung wie ein Autounfall: unbeschreiblich schrecklich, aber irgendwie muß man trotzdem hingucken.
Der Spot ist wahrscheinlich gar keine Werbung für irgendein Produkt, sondern eher so etwas wie ein Leitfaden dafür, wie man seine Kinder zu nörgelnden Nachwuchs-Spießern erzieht.

Unsere knuddelige Laura, ein kleines Mädchen im Vorschulalter, liegt auf einem Bett und hält den Telefonhörer in ihrer Hand. Obwohl der Blick des Zuschauers wahrscheinlich auf ihre Wallemähne gelenkt werden soll, bemerke ich als erstes die vorgeschobene Unterlippe und ihre merkwürdig entstellte Stirn. Dort, wo bei Kindern in jungen Jahren normalerweise glatte Haut zu finden sein sollte, hat Klein-Laura so etwas wie eine Mischung aus Klingonen-Stirn und tektonischer Erdplatte.(© logge)Eins ist klar: irgendetwas hat Klein-Laura ganz gehörig die Petersilie verhagelt. Bevor der geneigte Betrachter über den Grund nachgrübeln kann, plärrt das Kind lauthals in den Telefonhörer:“ Hallo, Herr Penaten, hier ist Laura! Ich FINDE, dass Du in Deiner Werbung sagen sollst, dass Dein Shampoo überhaupt nicht in den Augen brennt, weil es so mild ist. Und deshalb ist es NUR für uns Kinder gemacht!“

Halt! Moment mal: Worüber unterhält sich das Gör gerade? Über Shampoo?! Okay, ich bin männlich und habe mich als kleiner Junge bestimmt über andere Sachen als Mädchen unterhalten, aber Shampoo dürfte auch bei Mädchen nicht Gesprächsthema Nummer eins sein, oder sind Pokémons nicht mehr gefragt? Und außerdem: wer hat ihr die Nummer vom lieben Herrn Penaten gegeben? Hat sie heimlich den Computer angeschmissen, ist zu Ciao gesurft und hat sich dort aus einem „akribisch recherchierten“ Text über ein Penaten Shampoo die Telefonnummer der Hotline abgeschrieben?

Keine Zeit für Fragen, der Spot geht weiter. Nicht ohne den bösen Blick ihrer Tochter zu ernten, stolziert die Frau Mama ins Schlafzimmer, bekleidet mit einem Bademantel. Sie ist so damit beschäftigt, ihr gepflegt glänzendes Haar zu öffnen, dass ihr zu entgehen scheint, dass Laura-Babe mal eben 3,36 DM die Minute für ein Gespräch mit Onkel Penaten aus dem Fenster wirft. Während man ob der merkwürdigen Situation den Kopf schüttelt, klärt uns eine freundliche Männerstimme in „Sendung mit der Maus“-Manier darüber auf, dass das neue Penaten Baby Shampoo über eine neue Formel verfügt, die der Gefahr tränender Augen beim Haare waschen entgegenwirken soll.

In der nächsten Szene dann wird auch klar, weshalb unser Zuckerschnütchen so mies drauf ist. Muddi kommt nämlich aus dem Badezimmer zurück – mit frisch gewaschener Mähne. Sie wird doch wohl nicht die bodenlose Frechheit besessen haben, ihre Haare mit Lauras Shampoo zu waschen?! Oooh doch, sie hat! Unglaublich, wie kalt und brutal doch manche Menschen sein können ... ich sehe schon die Schlagzeile in der BILD vor meinem geistigen Auge „Unfassbar: Mutter wusch sich mit Kindershampoo die Haare! Näheres dazu auf Seite 4.“ Weiß die gute Frau denn nicht, dass auf dieses Vergehen mindestens 3 Jahre Schauma ohne Bewährung stehen? Um die These zu untermauern, dass ein Shampoo, und nicht wie bei einem Kind eigentlich angenommen ein Süßigkeitsverbot oder ein kaputtes Spielzeug der Zankapfel ist, nörgelt Klein-Laura noch mal den armen Onkel Penaten an: “Herr Penaten! Meine Mutter benutzt immer MEIN Shampoo“ Und Klappe, der Spot ist zuende.

Und was lernen wir daraus?
- Laura ist ganz gewiß eines der Kinder, die später in der Schule wegen petzen verprügelt werden
- Bei den Herstellern von Shampoos, Gummibärchen und co wird eine Hotline-Blacklist eingeführt, auf der Lauras Name ganz oben stehen wird
- Frauen werden nicht dann erst zickig, wenn PMS eintritt ;-)
- Kinder sind eben NICHT grundsätzlich süß
- Ich lass mir gleich morgen einen Termin für eine Sterilisation beim Urologen geben
- Penaten sollte sich schnell eine andere Werbefigur suchen


Geschrieben am: 22. Oct 2001, 21:32   von: Logge



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