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Übersicht > Unterhaltung > Werbung > Werbung im Fernsehen > Hennes & Mauritz

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
witzisch!

Nachteile:
nüscht




Nudism will collapse the world
Bericht wurde 3476 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 6 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Die Fernseh-Werbung der letzten Jahre zeichnete sich weniger durch Witz und Kreativität, sondern eher durch das Hervorrufen heftiger und langanhaltender Gähn-Attacken aus. Gefangen zwischen einem halb verwesten Dr. Best und den untergewichtigen „Du Darfst“ -Schnepfen ist es schwer, nicht in grenzenlose Lethargie zu verfallen. Ein wenig Abwechslung bieten meist die Clips im Kino, auch wenn der Spaß meist auf der unfreiwilligen Komik billig produzierter Lokal-Werbung basiert.

Letzte Woche im Vorprogramm von „Planet der Affen“ wurden die Spots für örtliche Baumärkte und Pizza-Dienste jäh von einer Aufklärungskampagne der PFNL unterbrochen. Die Abkürzung steht für „Peoples Front for Nudist Liberation“, eine kleine Gruppe Menschen die es sich zur Aufgabe gemacht hat, der „unnatürlichen“ FKK-Bewegung Einhalt zu gebieten. Ein gutgekleideter Mann sitzt in seinem Büro, hält eine Zeichnung in die Kamera und erzählt uns in gebrochenem englisch, wie dieses Bild in zu einem ganz besonderen Plan inspiriert hat. Im Anschluss an die Szene wird man über das neueste Projekt der PFNL aufgeklärt. Während der Chef der Truppe den Zuschauern erklärt, dass Nacktheit nicht falsch, jedoch Kleidung ein Menschenrecht sei, sieht man den Rest der Truppe an einem Wetterballon herumfummeln. Nach einem kurzen Uhrenvergleich wird der Ballon in die Luft entlassen, wo er sofort direkten Kurs auf ein Nudistencamp nimmt.

Die mehr oder weniger schön anzusehenden Nackedeis spielen Ping Pong, lümmeln sich zu auf den Liegen herum, hören grässliche Jodel-Melodien und scheinen ihre Freikörperkultur in vollen Zügen zu genießen. Als der Ballon in Sichtweite der FKK’ler schwebt, scheinen sie sich doch ein wenig zu wundern. Doch viel Zeit für Überlegungen haben sie nicht, da der Ballon über ihren Köpfen von der PFNL abgeschossen wird. Der unter dem Wetterballon befestigte Sack platzt auf, und es regnet auf einmal Kleidung auf die nicht mehr ganz so straffen Körper herab, begleitet von Sprüchen aus dem Megaphon des PFNL-Führers, der diesen Moment als historisch betrachtet und den Beginn einer schönen Zukunft voraussagt. Die nudistische Befreiungsfront zieht sich zufrieden in ihr Hauptquartier zurück um die geglückte Aktion Revue passieren zu lassen.

Hätte man während des nicht ganz eine Minute andauernden Filmchens auf die Einblendung des H&M Schriftzeichens verzichtet, hätte ich den Spot wahrscheinlich sogar für bare Münze genommen.( © logge) Natürlich packt man sich bei dem Gedanken an eine nudistische Befreiungsfront an den Globus, aber dank des knallhart recherchierten Journalismus ernstzunehmender TV-Formate wie „Explodiert“ oder „Life – der Frust zu leben“ ist heute ja nichts mehr zu unmöglich und utopisch. Wenn Frauen sich zwei Meter lange Fingernägel wachsen lassen und bekloppte Erzieher mit Perücke am Ballermann „Zeig doch mal die Möpse“ singen dürfen ohne sich dafür zehn Jahre stationäre Psychiatrie einzuhandeln, wer sagt mir dann, dass es nicht auch so etwas wie die „Peoples Front for Nudist Liberation“ gibt?!

Nun mal im Ernst: der Spot ist witzig. Eigentlich ist die komplette Kampagne witzig. Nach dem Wetterballon folgten nämlich noch ein paar andere Clips, in denen die PFNL sich beispielsweise vor das Camp stellt und ein bitterböses Lied für die Nackedeis singt. Oder vergessen wir nicht den belgischen Aktivisten Remy, dessen Vater als Tischtennislehrer in einem Nudistencamp gearbeitet hat und seinem Sohn damit ein derart tiefsitzendes Kindheitstrauma bescherte, dass dieser bei einem Interview vor der Kamera fast zusammenbricht.

Die Clips sind kurz, knackig, und optische Leckerbissen; was mehr an der Professionalität der Aufnahmen als an den nackten, welken Körpern liegt. Besonders hervorzuheben ist, dass das umworbene Produkt – die Hamburger Bekleidungsfirma H&M – angenehm im Hintergrund bleibt. Kein Model, dass die aktuelle Winterkollektion über einen Laufsteg trägt. Kein Slogan, der so oft wiederholt wird, bis man sich im Schlaf unruhig hin und her wirft und sich „... mit Perwoll gewaschen ...“ in den Bart murmelt. Kein bekanntes Lied, das mit einem albernen neuen Text versehen wurde. Und trotzdem bleibt einem das Produkt unweigerlich in Erinnerung, weil es witzig und originell in Szene gesetzt wurde, ohne dass man wirklich etwas gesehen hat. Das ist Werbung! Übrigens kann man die Gruppe jetzt auch unter www.nudistliberation.com unterstützen, selbst Aktivist werden und sich mit der zahnlosen Webmasterin Hilde in Verbindung setzen. Wer die Spots noch nicht gesehen hat, kann das auf den gut besuchten Seiten nachholen.

Unnötig zu sagen, dass der Spot nicht in Deutschland produziert wurde, sondern von „Acne Film“ aus Schweden kommt. Wir dürfen uns leider auch weiterhin mit debilen Schokoladen-Knackern und den vollgepumpten Ratiopharm-Zwillingen herumärgern. Gute Besserung!


Geschrieben am: 21. Oct 2001, 00:41   von: Logge



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