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Übersicht > Unterhaltung > DVD > E > Exorzist, Der

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
immer noch ein packendes Thema

Nachteile:
wenig Extras, schlechter Ton




Genialer Horrorstreifen
Bericht wurde 2600 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 3 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Irgendwie war ich noch viel zu jung, als ich das erste Mal in den zweifelhaften Genuss des Streifens „der Exorzist“ kam. Die Zeit der Videorecorder war gerade angebrochen und mir wurde bei einem Schulkameraden stolz das neue verchromte „Familienmitglied“ präsentiert. Seine Mutter stellte uns ruhig, indem sie den Recorder mit einem Tape fütterte und uns anwies, das gute Stück bloß nicht anzufassen. Wir freuten uns auf einen schönen Zeichentrick oder Kinderfilm und wunderten uns deshalb nicht sehr über den merkwürdigen Vorspann. Als die Mutter meines Freundes sich nach über einer Stunde wunderte, weshalb wir so still waren, ging sie ins Wohnzimmer. Dort fand sie zwei blasse, leicht verstörte Kinder vor, die mit offenem Mund auf die Glotze schauten. Statt des vermeintlichen Kinderfilms hatte sie zur falschen Kassette gegriffen und mir damit den bis dato größten Horror meiner Kindheit beschert. Die Aufklärung meiner Eltern über die wahre Identität des Weihnachtsmanns war vorher die schrecklichste Erfahrung meines jungen Lebens gewesen.

Komischerweise wurde der Pickelpulli auch beim zweiten oder dritten Mal schauen nicht schwächer, obwohl ich mittlerweile schon ein paar Jährchen älter war. Vielleicht ist es der Film an sich, oder doch nur die Gerüchte die sich um ihn ranken, was mich so an dem Streifen fesselt. Als man nun beschloss, eine neu überarbeitete Fassung in die Kinos zu bringen, war ich Feuer und Flamme. In einem dunklen Kino mit Popcorn auf dem Schoß und einer riesigen Leinwand kam der Exorzist gleich so gut ... dass ich mir später die dazugehörige DVD geholt habe.

Es beginnt damit, dass Pater Merrin im Irak die Figur eines Dämons. Er kennt die Bedeutung der Figur nicht, ahnt aber, dass etwas Böses seinen Lauf nimmt. Die Beweise dafür lassen auch nicht lange auf sich warten. In der Kirche von Pater Damien Karras wird eine Marienstatue auf abartige Weise geschändet. Zeitgleich stellt die alleinerziehende Schauspielerin Chris MacNeil in Georgetown, einem Stadtteil von Washington, bei ihrer 12jährigen Tochter Regan merkwürdige Veränderungen fest. Das Mädchen ist unruhig, flucht ständig und pinkelt ungehörigerweise auch noch auf den Teppich. Die Lage spitzt sich zu, als der Arzt Burke Dennings, ein Freund der Familie, tot aufgefunden wird, als er eigentlich auf Regan aufpassen sollte. Zwar sieht es so aus, als ob er eine Treppe hinuntergestürzt ist, allerdings wurde sein Genick um 180° verdreht. Regan wird daraufhin von einem Psychiater hypnotisiert. Es stellt sich heraus, dass irgendeine fremde Macht das Mädchen in Besitz genommen hat.

Ltd. William Kinderman vom Morddezernat ist mit der Untersuchung des Todes von Dennings beschäftigt und findet am Tatort eine kleine Statue, die der gefundenen Figur aus dem Irak ähnlich ist. Schnell erkennt er die Zusammenhänge und äußert den Verdacht, das Mädchen könnte vom Teufel besessen sein. Kinderman schlägt einen Exorzismus als einzige Möglichkeit für Regans Genesung vor.(© logge)Ihre Mutter willigt jedoch erst ein, als sie selbst beinahe das Opfer von Regans sonderbarem Verhalten wird. Sie bittet Pater Karras, eine Austreibung vorzunehmen. Dieser kann so ein Vorgehen nicht vor der Kirche rechtfertigen, willigt aber ein, sich Regan einmal anzusehen. Er ist so entsetzt über das entstellte Mädchen, das mit Obszönitäten um sich wirft, und beantragt einen Exorzismus bei seinen Vorgesetzten. Mit Pater Merrin wird ihm ein in Teufelsaustreibungen erfahrener Mann zur Seite gestellt. Zu zweit nehmen sie den Kampf um die Seele des Mädchens auf.

Der Film geht mir nicht nur unter die Haut, weil ich durch ihn die schlimmsten Albträume meiner Kindheit hatte. Selbst heute würde ich ihn als eines der größten Meisterwerke der Horror-Filmgeschichte bezeichnen. Das liegt sicherlich auch daran, dass ein Kind als Medium des Schreckens gewählt wurde. Linda Blair als Regan kreischt sich blasphemisch durch den Film, kotzt literweise grünes Zeug und rammt sich mit einem „Fick mich, Jesus!“ ein Kreuz zwischen die blutigen Beine. Die gelungene Maske des besessenen Mädchens tut sein Übriges, so dass ich jedes Mal entsetzt vor dem Fernseher sitze und mich frage, ob man einem Kind eine solche Filmrolle zumuten konnte. Noch dazu sind die Zeiten, in denen Teufelsaustreibungen vorgenommen wurden, noch nicht so lange vorbei ( noch dazu wird der Exorzismus in manchen Ländern immer noch praktiziert ), so dass man sich am Ende verunsichert fragt: kann so etwas wirklich passieren? Natürlich muß der Zuschauer ein gewisses Maß an Glauben für den Teufel und Besessenheit mitbringen. Max von Sydow und Jason Miller als „dynamisches Duo“ um Kampf gegen den Teufel halten sich nett im Hintergrund, tragen aber wesentlich zur Stimmung des Films bei.

1973 sorgte ein Film über ein besessenes Kind und die Verbindung zur Kirche natürlich für viel Wirbel, was auch ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Streifens war. Angeblich soll William Friedkins Adaption von Blattys Vorlage einer wahren Begebenheit zugrunde liegen, die sich in um 1949 abgespielt hat. Noch dazu geisterten etliche Schreckensmeldungen durch die Presse, als der Film letztendlich in den Kinos lief. Zuschauer sollen während der Vorstellung in Ohnmacht gefallen sein, andere entwickelten Schaum vor dem Mund, die Fehlgeburt einer Frau wurde mit dem Schocker in Verbindung gebracht. Diese Dinge wurden der nicht ganz ungefährlichen Thematik des Films in die Schuhe geschoben und sorgten für eine regelrechte Teufels-Hysterie. Und wenn sich schauerliche Geschichten um einen Film ranken, macht mir das Anschauen gleich viel mehr Spaß. Die albernen Fortsetzungen können sich nicht mal annährend mit dem Original messen.

Wenn man sich die DVD holt, sollte man darauf achten, an welche Version man gerät. Es gibt sowohl die alte Fassung als auch die aufpolierte Version als DVD; sie unterscheiden sich durch das farblich umgestaltete Cover. Bei der neuen Fassung bekommt man zehn Minuten mehr Filmmaterial geboten. Es ist ewig her, dass ich die ursprüngliche Fassung gesehen habe, deshalb konnte ich bis auf eine Ausnahme auch nicht erkennen, was nun neu hinzugekommen ist. Lediglich eine Szene, in der Regan wie eine Spinne eine Treppe hinunterkraxelt, war mir unbekannt. Viele Extras sucht man auf der Scheibe leider vergeblich. Im langweilig gestalteten Menü hat man nur Zugriff auf einen Trailer und ein paar TV- und Radiospots. Der Audiokommentar Friedkins ist auch mehr als unbefriedigend.

Der Film wurde 2000 für die Kinos neu aufbereitet. Natürlich muß man nachsichtig sein und darf nicht verlangen, dass ein Streifen aus den Siebzigern jetzt mit glasklarem Ton und bestechend scharfem Bild daherkommt. Trotzdem nervt es, dass der Ton auf DVD nur so vor sich hinscheppert und das besessene Gekeife des Mädchens aus den Boxen dröhnt und kracht. Dann gibt es wiederum Stellen, an denen man die Dialoge der Schauspieler überhaupt nicht versteht. So war ich während des ganzen Films damit beschäftigt, an der Lautstärke herumfummeln. Damit ist der Exorzist von der Tonqualität her der schlechteste Film, den ich liegen habe. Das Bild hingegen ist aber einigermaßen gut nachbearbeitet worden. Man kann sich den Film in deutsch oder englisch anschauen und hat die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Untertiteln in verschiedenen Sprachen. Ich habe den Film für knapp 45 Tacken bei Amazon erstanden. Mittlerweile habe ich aber gesehen, dass sogar meine Notfall-Tanke ihn für 29 DM führt.

Eine Hysterie wie 1973 wird der Exorzist wohl bei niemandem mehr auslösen. Aber für eine angenehme Gänsehaut und der auftauchenden Frage nach einer eventuellen Existenz von besessenen Menschen ist der Streifen allemal gut. Die Anschaffung der DVD lohnt sich auf Grund der mageren Extras und des miesen Tons nur bedingt. Im Übrigen kann ich die Vorlage von Peter Blatty empfehlen.


Geschrieben am: 23. Oct 2001, 22:57   von: Logge



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