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Übersicht > City-Guide > Deutschland > Flensburg > Nigthlife > Roxy Musichall

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
der einzig erträgliche Laden in Flensburg

Nachteile:
siffig, total übefüllt, schlechte Musik, dreckige Toiletten




Flensburgs mißlungenes Nightlife
Bericht wurde 3003 mal gelesen Produktbewertung:  mangelhaft
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Zu der Zeit, als ich noch bei Kiel gewohnt habe, bin ich häufig nach Flensburg gefahren, weil ich dort ein paar Freunde hatte. Ne nette kleine Stadt, in der auch abends einigermaßen was los ist. Meistens sind wir irgendwann im Roxy gelandet, einer schmierigen Disco in der Nähe der Neustadt Flensburgs. Der Schuppen steht in der Norderstraße, in der auch einige nette kleine Szene-Läden zu finden sind. Einige Schritte entfernt befindet sich übrigens der Olof-Samson Gang, einer kleinen engen Gasse mit niedlichen kleinen Häusern, in deren Fenstern bis in die 80er Jahre Prostituierte saßen und auf Freier warteten. Soweit ich weiß, ging das „Geschäft“ mit dem Aufkommen von AIDS stark zurück. Trotzdem lohnt es sich, dort mal vorbeizuschauen. Die Norderstraße ist recht zentral gelegen und gut mit dem Bus zu erreichen. Doch zurück zum Roxy. Die Disco ist schon lange Streitpunkt in Flensburg. Im Zuge der Runderneuerung der Norderstraße sollte dieser Schandfleck schon oft geschlossen werden. Gründe mußte man nicht lange suchen, denn es war schon immer ein offenes Geheimnis, dass es so etwas wie eine Altersbegrenzung im Roxy nur auf dem Papier gibt. Ich war einmal während einer Razzia zugegen und war erstaunt darüber, dass der Laden nach der „Säuberungsaktion“ nur noch zu einem Drittel gefüllt war. Soviel erst einmal zum durchschnittlichen Alter der Besucher. Auch Gerüchte darüber, dass man im Roxy leicht an Drogen kommen soll, sorgen immer wieder für Gesprächsstoff. Mir wurde noch nie etwas angeboten und ich kenne auch niemanden, der im Roxy dealt oder etwas gekauft hat. Jedenfalls hat es mir noch keiner auf die Nase gebunden ;-) Trotzdem halten sich solche Gerüchte natürlich und sind sicherlich auch ein Grund dafür, dass der Laden der Stadt ein Dorn im Auge ist.

Die Türsteher des Roxy trugen zu meiner Zeit so furchteinflößende Spitznamen wie Tarzan. ( die Namen der jetzigen Türsteher sind mir nicht geläufig) Dabei sahen sie eher wie eine missglückte Kreuzung zwischen Tarzans kleinem Kumpel Cheetah und Wolle Petry aus, lümmelten sowieso nur zur Zierde am Eingang herum und checkten die Mädels ab. Nur wenn wirklich mal ein Besoffski am randalieren war – und davon gibt’s im Roxy eine ganze Menge- , konnten sie ziemlich handgreiflich werden und warfen ihn die Treppen herunter. Meist klebte der betrunkene Pöbler auf den schmierigen Treppenstufen fest und dämmerte dort noch eine ganze Weile vor sich hin. Eintreffende Gäste mussten sich dann erst mal über den Körper trampeln, um überhaupt zum Eingang zu kommen.(© logge)Da das Roxy eigentlich ständig unter Beschuß der Stadt Flensburg steht, hat sich dieser Zustand ein wenig gebessert. Aktionen wie die 1 DM-Party oder zwei Getränke zum Preis von einem fördern natürlich Schlägereien und kotzende Discogänger. Aber im Roxy zeigt man sich bei diesen Events nun etwas wachsamer. Übrigens lungert der Besitzer des Roxy auch häufig am Eingang herum, schlürft einen Sekt und mustert ausgiebig die Hinterteile der weiblichen Besucher.

Um zum Eingang zu gelangen, muß man durch eine Art kleinen Tunnel gehen. Hier zweigt das Understation ab, eine kleine Kneipe, in der Musik der härteren Gangart läuft. Steigt man die Treppen zum Roxy hoch, bemerkt man gleich einen merkwürdigen Geruch nach altem Keller und Zigarettenqualm. Vor dem Kassenbereich befindet sich die Garderobe. Früher konnte man seine Jacke noch kostenlos abgeben, heutzutage wird dafür Kohle verlangt. Wer das nicht möchte, behält seine Jacke einfach an und sollte dies auch in der Disco so belassen, da es keine saubere Ecke gibt, in der man seine Sachen ablegen kann. Die Garderoben-Menschen wechseln eigentlich ständig. Entweder ist die Bezahlung so mies, oder der coole Job wird nach der ersten Euphorie aufgrund der anhaltenden Langeweile hingeschmissen. Falls allerdings mal wieder ein männliches Wesen Herr über Rucksäcke und Mäntel sein sollte, ist ihm die Zuneigung der Teenie-Mäuse gewiß. Im Roxy ist der Status des Jackenfuzzis mit dem eines Popstars zu vergleichen. Dann hängen Horden von kichernden Mädchen vor der Kabine ab und erhoffen sich Backgroundwissen über das Roxy, mit dem sie dann am nächsten Montag in der großen Pause prahlen können. Ich muß wahrscheinlich nicht groß erwähnen, dass dadurch die Jackenausgabe extrem verlangsamt wird. Andere Discos, andere Sitten.

Das Roxy ist ein ehemaliges Kino, dass vor ungefähr 20 Jahren in eine Disco umgewandelt wurde. Im Vorraum befindet sich deshalb eine kleine Theke, an der es zu Kinozeiten wahrscheinlich Süßigkeiten gab. Im Roxy ist der Tresen meistens verwaist. Von Zeit zu Zeit kommt dann doch irgendein Service auf die Idee, kleine Snacks, Kaffee und Süßigkeiten anzubieten. Seitdem im selben Gebäude ein Imbiß aufgemacht hat, wird darauf anscheinend komplett verzichtet. Ich habe mir dort sowieso nie ein Brötchen geholt ... ich kann darauf verzichten, dass die Mettwurst mich vielleicht von der Seite anspricht. Vom Vorraum aus gehen Treppen zu zwei Balustraden ab, die aber fast nie zugänglich sind. Schon seit ewigen Zeiten munkelt man, dass sie das Gewicht der Discogänger nicht tragen können. Das glaube ich allerdings weniger. Wenn das Gebäude wacklig wäre, würde der Laden sicherlich nicht vier Mal in der Woche geöffnet sein. Trotzdem darf man sich die Tanzfläche auch dann nicht von oben anschauen, wenn das Roxy wieder einmal zum bersten gefüllt ist. So etwas wie eine Personenbeschränkung scheint’s dort nämlich auch nicht zu geben.
Im Vorraum befinden sich auch die Durchgänge zu dem wunden Punkt einer jeden Discothek: den Klos. Die Toiletten sind beim Roxy nicht der einzige wunde Punkt, dafür aber ein ganz großer. Als Mann darf man sich dort an eine große Pinkelrinne stellen und in eine de siffigen Kabinen gehen. Man kommt eigentlich immer mit nassen Füssen wieder heraus und muß erst mal seinen betäubten Geruchssinn wiederfinden. Ich habe mir sagen lassen, dass es auf den Frauen-Toiletten nicht besser aussehen soll.

Nun kommen wir aber zum Hauptraum, in den man durch zwei Türen gelangt. Als erstes fällt die gegenüberliegende Wand ins Auge, auf der eine schlecht gemalte, überdimensionale Szene mit James Dean und Marilyn Monroe zu sehen ist. Als das Roxy noch ein Kino war, war dort die Leinwand. Vor der Wand ist eine kleine Bühne, die man mit Treppen besteigt. Sehr selten sind auch mal Bands im Programm, die dort oben spielen. Ansonsten ist das Roxy halt eine Disco: in der Mitte die Tanzfläche, außen die DJ-Kabine und ein paar festgeschraubte Sitzmöglichkeiten aus Metall und Holz, am anderen Ende der Bühne ein langgezogener Tresen mit Hockern, der in den Raum ragt. Bevor man sich irgendwo niederlässt, sollte man sich seinen potentiellen Sitzplatz ganz genau anschauen. Häufig ist alles so klebrig, dass man beim aufstehen hängen bleibt. Der Boden ist ebenso schmierig. An der Bar bekommt man alle gängigen Getränke zu angemessenen Preisen. Die Bedienungen sind relativ fix.

Die Musik im Roxy kann man grob in die Alternative-Schublade stecken. Früher gab’s jeden Dienstag einen Oldie-Abend, der irgendwann offiziell abgeschafft wurde. Allerdings hat sich der Musikstil an dem Abend seitdem kaum geändert. Donnerstags ist freier Eintritt angesagt und der Schuppen ist dementsprechend gut besucht. Dann kann man sich auf der Tanzfläche eine Platz zu den Klängen von Alanis Morrisette oder den Red Hot Chili Peppers erkämpfen. Freitags und Samstags ist die Musik ebenfalls relativ gemischt. Stilrichtungen wie Techno werden zum Glück außen vor gelassen. Trotzdem hat sich die Musikauswahl in den letzten Jahren meiner Meinung nach sehr zum negativen verändert. Okay, das Roxy war noch nie meine erste Wahl, wenn ich weggehen wollte; allerdings hat sich die Tatsache, dass das Publikum von Jahr zu Jahr jünger wird, stark auf die Musik ausgewirkt. Ich habe mich auch schon öfter gefragt, warum die überhaupt einen DJ angeheuert haben, wenn der sowieso jeden Tag dieselbe Reihenfolge an Liedern spielt. Wenn man häufiger in dem Laden ist, kennt man die Liedfolge nach einiger Zeit auswendig. Genauso gut könnte der Betreiber ein tape in den Kasten schmeißen und Schilder mit Sätzen wie „das habe ich nicht hier“, „das passt jetzt nicht“ oder „hab ich noch nie von gehört“ aufhängen. Diese Floskeln bekommt man nämlich gerne zu hören, wenn man sich tatsächlich mal etwas ausgefallenes wünscht. Seit einiger Zeit gibt es sogar einen EBM und Gothic-Abend im Roxy. Aber auch da werde ich das Gefühl nicht los, dass der DJ nur ein paar Zillo Sampler zur Hand hat, die er rauf und runter dudelt.

Den Sound ist auf unteres Mittelmaß anzusiedeln. Es scheppert und kracht aus den alterschwachen Boxen; teilweise klingen die Lieder wirklich komplett anders als in normaler Lautstärke. Das Publikum ist breit gefächert, man trifft Studenten der FH, ältere Semester die das Roxy noch aus Kinozeiten kennen und leider schon seit Jahren immer mehr Schüler, die deutlich unter 16 Jahren alt sind. Aufgebrezelte Discomiezen oder Herren im Anzug trifft man aber nie an, da das Roxy halt immer noch seinen Schmuddel-Status innehat. Auch bei der Gothic-Nacht merkt man schnell, dass Flensburg halt doch Provinz ist. Die Eintrittspreise variieren je nach Anlass. Soweit ich weiß, gehen am Samstag 8 DM flöten, unter der Woche ist es weniger. Früher war bei den 8 Tacken ein Getränkegutschein von 5 DM bei, aber den haben sie leider zu der Zeit abgeschafft, in der ein Freund und ich gerade herausbekamen, wie man diese kleinen eingeschweißten Kärtchen ganz leicht am Computer herstellt ;-)

Nun da ich mit dem Beitrag fertig bin, frage ich mich, weshalb ich über Jahre hinweg so häufig im Roxy war. Der Schuppen ist siffig, die Musik schlecht und das Publikum lässt auch zu wünschen übrig. Damals bin ich aber gerne mit meinen Freunden dorthin gegangen, weil wir nichts anderes kannten. Wer kein Auto hat und nicht auf Techno oder Schlager steht, ist in Flensburg auf das Roxy angewiesen und hat sonst nur noch die Option, den Samstag Abend mit Günther Jauch vor der Glotze zu verbringen. Jemand der Flensburg besucht, kann ansonsten beruhigt an dem Laden vorbei gehen, ohne etwas zu verpassen.


Geschrieben am: 25. Oct 2001, 23:40   von: Logge



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