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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Tschechien

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Alles; Kultur, Natur, Erholung, Küche, Menschen.

Nachteile:
Durchhaltevermögen sollte man schon haben.




Burgen, Bären, Bäder und ein KZ.
Bericht wurde 3553 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 4 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wer meinte ich würde hier nur etwas über Prag berichten können, der hat sich geirrt; die Tschechei besteht ja aus mehr als nur die Hauptstadt; wie liebreizend und prachtvoll sie auch ist.

Solltet ihr mal einen längeren Urlaub in Prag verbringen, dann wollt ihr natürlich auch mal etwas anderes sehen als die ausgelatschten Touristenpfade.

Ich habe mal alle meine Foto-Alben durchgeblättert und ein schönes Erholungsprogramm zusammengestellt, daß euch die Umgebung von Prag etwas näher bringt. Ich habe mich dabei nur auf Tagesausflüge beschränkt, damit ihr nicht auch noch verzweifelt nach Hotels oder Herbergen suchen müßt.

Folgt mir einfach.

TAG 1:
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Burg Karlstejn
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Diese Burg wurde bereits im 14. Jahrhundert erbaut und damals wurden in der Burg die Reichsinsignen des Kaisers aufbewahrt. Die mächtige Festung beherbergte den Kaiserpalast und eine sagenhafte Kreuzkapelle, deren Decke komplett vergoldet wurde und mit 2200 Edelsteinen besetzt wurde; nicht das ihr meint das wären kleine Steinchen - manche sind so groß wie ein halber Fußball. Das ganze wird noch gekrönt mit einer Ballustrade, die über und über mit Kerzen besetzt ist und alle Edelsteine funkeln und strahlen um die Wette im Glanze der Kerzen.

Wer danach Hunger bekommen hat, die Führung dauert gut 4,5 Stunden, der kann die typisch böhmische Küche im Restaurant Bohemia probieren - liegt gleich nebenan. Ursprünglich war das Restaurant ein Teil der Burg, aber wurde irgendwann mehr oder weniger selbständig. Die Küche ist phänomenal gut: Für Vegetarier, Diabetiker und Kinder sind spezielle Angebote vorhanden.

Wer sich einen Tag auf der Burg aufhält, muß etwa 40 Euro/Person ausgeben. Natürlich nur wenn man die Führung mitmacht (und nicht nur außen ums Gebäude rum rennt), den Eintritt zahlt, sich etwas zu Essen gönnt und noch ein Souvenir mitnimmt.

TAG 2:
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Konopiste Schloss und Brauerei Benesov
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Heute wird es so richtig gesellig, inklusive Bierprobe. Leider werden die Naturschützer weniger auf ihre Kosten kommen können; Schloss Konopiste ist ein Jagdschloss und die Wände, Decken und Treppen sind von oben bis unten bedeckt mit Jagdtrophäen aus einigen Jahrhunderten (ich habe mich immer davor gegruselt - aber imposant ist es schon). Irgendwann hatte Konopiste 4 riesige Türme; danach wurde beigebaut und auch wieder abgerissen, bis das in 1887 der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand, dessen Ermordung in Sarajevo 1914 den 1. Weltkrieg auslöste, kam und dem alles ein Ende setzte. Heute hat Konopiste nur noch einen Turm, aber dafür die riesige Waffen- und Jagdtrophäensammlung von eben diesen Franz Ferdinand.

In den späten 60ern, waren hier Russen stationiert und ein riesiges Waffenarsenal wurde hier versteckt. Die Tschechen in der Umgebung, wollten mit denen - verständlicherweise - nix zu tun haben. Die Soldaten die Abends Wache schoben oder nur mal schnell vor der Tür gehen wollten, hatten den direkten Befehl aus Moskau sich NUR zu Dritt vor der Tür zu begeben; um das Schloss ist ein riesiger Graben und da wohnten (bis vor 10 Jahren) wilde Bären drin. Ab und zu kam es dann vor, daß irgendein Mensch aus "Versehen", ein Russe in den Graben geschubst hat. Ist übrigens kein Märchen, sondern Tatsache und belegbar im Nationalarchiv in Prag.

Gut; jetzt habt ihr die Burg gesehen und seid 5 Stunden die Treppen auf und ab gerannt und jetzt habt ihr Durst. Kein Problem; lauft einfach den Schlossweg runter bis ins Dorf und begebt euch in die Schlossbrauerei Benesov. Hier könnt ihr euch mal genau ansehen, wie unser typisch böhmisches Bier noch nach Traditionsart gebrauen wird; natürlich dürft ihr dann auch gerne mal ein Schlückchen kosten. Aber Vorsicht - ist Cool!

Hier kostet der Tagesausflug etwa 30 € pro Person; inklusive Eintritt, Führung, Essen und Bierprobe.

TAG 3:
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Karlovy Vary
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Karlsbad. Heute wird etwas für Körper und Geist getan und ihr besucht die Thermalbäder in Karlovy Vary. Zieht euch bequeme Schuhe an, den hier wird viel gelaufen. Badeanzug und Handtuch nicht vergessen! Zuerst gehen wir in die Glasfabrik Moser; hier wird - wie auch anders? - das echte böhmische Kristall hergestellt und geschliffen. Tipp: kauft nicht zuviel - ist etwas teuer und mehr wie 2 Kilo dürft ihr nicht über die Grenze schleppen.

Moser habt ihr jetzt gesehen und ihr seid hungrig geworden in der heißen und trocknen Glasmanufaktur. Wir begeben uns jetzt zu Hotel Thermal (wenn schon, denn schon). Auch hier wird wieder Traditionelles aus der böhmischen Küche auf den Tisch gezaubert; allerdings nicht grade günstig.

Nach dem Essen machen wir einen Spaziergang durch die Stadt und kaufen hier und da ein paar Souvenirs und trinken mal von dem Wasser aus den Thermalquellen. Das Essen ist verdaut, der Spaziergang hat euch müde gemacht; jetzt kommt der gesunde Teil des heutigen Programms. Wir latschen langsam zu einem der Thermalbäder und lassen es uns so richtig gut gehen in einem der Thermalschwimmbecken; die Rheumatiker wollen wahrscheinlich nicht mehr nach Hause zurück.

Wer nicht im Wasser planschen möchte, der soll mal auf die Seilbahn gehen und sich über die Stadt und durch die Hügel führen lassen. Bitte nicht die Knödel wieder ausspucken; hier gehts hoch hinaus.

Dieser Tag wird nicht gerade billig; 50 € je Person solltet ihr schon mitnehmen.

TAG 4:
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Terezin
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Heute wird ein nachdenklicher Tag; kein Juchee und auch kein Bier. Ich finde daß jeder das KZ Terezin (Theresienstadt) mal in sein Ausflugsplan aufnehmen soll. Gegen das Vergessen, wißt ihr noch?

Ich bin hier 4x gewesen. Das erste Mal war ich ein kleines dickes Madel und gerade 10 Jahre alt. Hier hörte ich von meinem Vater, warum ich von meinen 14 Onkels (seine Brüder) nur 5 kennenlernen durfte und warum ich nur 1 Opa und 1 Oma habe. Der Tag war heiß wie die Pest; schon um 11 war es nicht mehr zum aushalten in der sengenden Hitze. Papa erzählte mir seine (und somit auch meine) Geschichte. Ich sehe ihn noch vor dem Tor stehen; er weigerte sich einfach unter dem Torbogen durch zu gehen, aber er schubste mich und meine Brüder sanft hinein.

Ich sah mich um, verstand nicht viel, blickte immer wieder zu Papa und Mama und fühlte mich elend. Dann betrat ich, doch irgendwie neugierig, einen dunklen Raum. Kinderschuhe. Ich sah Kinderschuhe. Für mich ein Turm so hoch wie der Himmel. In Wirklichkeit ist der Berg Kinderschuhe 3 Meter hoch und liegt heute noch so da wie er da vor 27 Jahre lag und auch noch so, wie er da in 1945 lag.

Ich flitzte zu Papa um zu fragen was das da in den Zimmer zu bedeuten hat. Die Antwort werdet ihr selber entdecken müssen; ich kann sie bis heute nicht verdauen.

Ich weiß, das ist doch kein Ausflugsziel, denkt ihr, aber wer sich für die Tschechei, Böhmen, Kultur und Geschichte interessiert, der darf an Terezin nicht vorbeigehen. Erinnerungen, erschütternde Erfahrungen und Erlebnisse aus der düsteren Theresienstädter Geschichte werden euch hier näher gebracht; auch wenn es weh tut.

Normalerweise zahlt ihr hier nur einen geringen Eintritt, der dazu verwendet wird Terezin zu erhalten, so wie es jetzt ist. Ihr könnt alleine durch das Komplex gehen; an der Kasse könnt ihr Tonbandgeräte leihen mit diversen Sprachen, die euch leiten. Eine Gruppenführung ist auch möglich. Die Preise weiß ich leider jetzt so schnell nicht.

TAG 5:
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Cesky Krumlov
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Heute ist Erholung angesagt; viele werden sich noch bedrückt fühlen von den Besuch an Terezin.

Cesky Krumlov ist eine wunderschöne Stadt in Südböhmen und liegt an der Moldau. Alleine schon die Anreise ist die Mühe wert; malerische Landschaften und bunte Dörfer fliegen am Bus(Auto)fenster vorbei. Sonnenblumenfelder soweit das auge sehen kann. Aprikosenbäume am Straßenrand; plücken ausdrücklich erlaubt. Die Obstbäume an den Wegesränder wurden hier (in der ganzen Tschechei) während der russischen Besatzung durch die tschechische Regierung angepflanzt, damit das Volk nicht ganz so hungern mußte.

Die Stadt ist alt, uralt sogar, und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hier liegen eine Burg und ein Schloß nebeneinander und es gibt nur ein einziges Komplex in der Tschechei das NOCH größer ist: die Prager Burg. Also auch hier Wanderschuhe und Stöckchen mitnehnem. Achja..... Sonnenhut und Creme nicht vergessen.

Ihr könnt hier riesige Schloßgärten bewundern, ein eigenes Schloßtheater, Waffensammlungen (kriegerisches Volk die Tschechen), Möbelsammlungen und Gemäldegalerien. Hier und da sind Restaurants und kleine Kneipen verstreut und Sitzgelegenheiten gibt es hier ohne Ende. Dies ist ein Tag, an dem man mal so richtig die Seele baumeln lassen kann und sich Erholung holt bei Kultur und Natur und ein kühles Bier.

ANREISE
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Alle hier erwähnten Ausflugsziele sind ganz bequem mit Bus oder Auto zu erreichen, wenn ihr in Prag übernachtet. Ihr könnt euch bereits in Prag bei Reisegruppen anmelden, die diese Ausflüge machen oder ihr fahrt einfach mit einem Linienbus oder das Auto los. Die Beschilderung ist überall deutlich und die Entfernung ist zu jedem Ziel maximal 50 KM.

NAHVERKEHR
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Öffentliche Verkehrsmittel Die U-Bahn fährt auf drei Trassen in kurzen Zeitabständen von 5:00 Uhr morgens bis Mitternacht. Sie besteht aus 3 Linien A,B und C mit einigen Umsteigestationen. Besonders wichtig sind die Stationen Muzeum, Hlavni nadrazi (Hauptbahnhof), Mustek (für den Wenzelsplatz und den Altstädter Ring) und Malostranska (für Mala Strana und Straßenbahn 22). Das Fahrtintervall zwischen den einzelnen Abfahrten beträgt in der Hauptverkehrszeit werktags 2-3 Minuten in den verkehrsschwachen Zeiten 4-10 Minuten.

Das Straßenbahnnetz ist eng mit dem Netz der U-Bahn verbunden. Der Tagesbetrieb beginnt um 04:30 Uhr und endet um 00:15 Uhr. Für den Nachtbetrieb ist das einheitliche Intervall von 40 Minuten gültig. Die Nachtlinien führen die Nummern 51-58 Zur Besichtigung der Stadt eignet sich besonders die Linie 22 am besten. Sie fährt durch die Altstadt (von der Narodni trida) über Mala Strana und weiter zur U-Bahn/Metro Station Malostarnska bis zum Hintertor der Prager Burg. An jeder Haltestelle sind Streckenführung und Fahrplan ausgehängt. Fahrscheine kauft man in den Metrostationen, in Trafiken oder an den Automaten auf der Strasse. Am günstigsten ist es, sich eine Dauerkarte mit Gültigkeit für alle Transportmittel für einen oder mehrere Tage zu kaufen.

Im Sommer kann man auch Rundfahrten mit der historischen Straßenbahn arrangieren.

Mit der Seilbahn (Lanovka) kann man auf den Petrinberg fahren (täglich von 09:15-20:45 Uhr), die Dampfer für Aussichtsfahrten auf der Moldau sind ganzjährig in Betrieb. Auf den Schiffen kann man auch zu Abend essen

Bitte bei Fahrten mit dem Taxi darauf achten, daß der Taxameter eingeschaltet ist. Fragen Sie vor Fahrtantritt vor dem Einsteigen nach dem Preis und verlangen Sie eine Quittung.
Fahrausweise Die Fahrausweise gelten werktags 1 Stunde (zwischen 20 Uhr und 5 Uhr und am Wochenende 1,5 Stunden) und kosten ca. 12 Kronen.

Zusätzlich sind Zeitfahrtkarten mit einer Dauer von 24 Stunden, 3, 7 oder 15 Tagen erhältlich

ANMERKUNG: Diese Infos zum Nahverkehr, habe ich übernehmen müssen von der Site: http://www.frankenland-reisen.de/paket/paket7.htm, da ich die nicht alle auswendig kenne und euch keine falschen Daten weitergeben möchte.

ABSCHLIEßEND
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In der Tschechei ist es üblich, daß man Filzpantoffel (gibts es gratis an den Kassen) anzieht, wenn man ein Schloß oder eine Burg betritt. Viele (11) dieser Komplexe rundum Prag stehen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO (inklusive die ganze Stadt Prag); ein bisschen Respekt für das Alter der Gebäude und Gegenstände sollte man also haben.

Aus diesem Grund ist Fotographieren UND Filmen in Burgen und Schlösser, absolut verboten und es wird auch sehr streng drauf geachtet; habe schon mal jemand durch das Schlosstor fliegen sehen und seine Videokamera flog hinterher.

Ich hoffe ich konnte euch anregen meine Heimat mal zu besuchen und dort zu laufen, wo ich meine Kindheit verbracht habe; vielleicht denkt ihr dabei auch mal an mich.

St´astnou cestu! Gute Reise!
Ilonka.

PS: An diesen Bericht habe ich 3 Stunden gearbeitet und mein ganzes Herzblut liegt darin; ich würde mich über nette Kommentare freuen und nicht nur auf einen Klick zur Bewertung.


Geschrieben am: 29. Sep 2002, 15:51   von: 15081965



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