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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Deutschland > Chiemgau

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
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Natzur pur

Nachteile:
Allmähliche Zerstörung der Biotope




Märchenland in Menschenhand
Bericht wurde 2989 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ich bin in Oberbayern in einer kleinen Stadt zwischen München und Rosenheim geboren und aufgewachsen. Somit wurden mir der Geist der nahegelegenen „Weltstadt mit Herz“ und auch der Sinn und das große Interesse für die Natur mit in die Wiege gelegt.
Und von einen Bereich meiner oberbayerischen Heimat möchte hier berichten. Der Chiemgau. Dort, wo man noch „Natur pur“ findet.
Natur pur? Auch wenn dieses Schlagwort in Fremdenverkehrsprospekten oft verwendet wird, so trifft es für die Landschaft zwischen Inn und Salzach - dem Chiemgau, das Berchtesgadener Land und dem Rupertiwinkel – nicht immer zu. All zu häufig hat der Mensch in die von den Gletscher geformte Landschaft eingegriffen.
Und doch: Im äußersten südöstlichen Zipfel Deutschlands lockt der Nationalpark Berchtesgaden mit steilen Felswänden, Gletschern, tiefen Tälern und hohen Wasserfällen.
Die urgewaltige Bergwelt – hier am Watzmann (2713 Meter), der fast senkrecht über dem Königssee aufragt – bildet einen starken Kontrast zum vorgelagerten Chiemgau mit seinen vielen Seen, versteckten Mooren und sanften Moränenhügeln.

Der Chiemgau ist eine Landschaft mit zwei Gesichtern

So unterschiedlich der hügelige Chiemgau und die südlich und südöstlich hinter ihm aufragenden Bergketten der Chiemgauer und der Berchtesgadener Alpen auch sind, sie sind gleichermaßen beliebte Ausflugsziele.

Mehr als 200 Millionen Jahre lang bedeckte ein ausgedehntes Meer das Gebiet des heutigen Südbayern. Auf dem Grund dieses Urmeeres lagerte sich kalkhaltiger Schlamm ab und bildete im Laufe der Jahrmillionen das Gestein, das später zur Alpenkette aufgefaltet wurde. Dieser Prozess hat nur die Vorstufe jener Landschaft geschaffen, die wir heute als so attraktiv und abwechslungsreich empfinden. Den „Feinschliff“ besorgten die eiszeitlichen Gletscher, die sich über einen Zeitraum von rund zwei Millionen Jahren mindestens vier mal von Süden nach Norden schoben. Die mitgeführten Schutt- und Geröllmassen in und unter dem Eis hobelten die Berge ab, schürften die Täler aus und schufen riesige Mulden wie das Chiemseebecken. Die warmen Perioden zwischen den Eiszeiten halfen bei der Landschaftsbildung mit. Die Schmelzwässer der Gletscher räumten die Täler noch weiter aus, bevor nachfolgende Eisströme wieder den Boden bedeckten. Große Seen entstanden im Alpenvorland. Der eiszeitliche Rosenheimer See muß ursprünglich tatsächlich eine Fläche von 300 km² bedeckt haben. Der jetztige Chiemsee ist heute etwa 84 km² groß.
Inzwischen sind weite Bereiche dieser ehemaligen „Süßwassermeere“ verlandet oder gänzlich ausgetrocknet. Trotzdem ist noch heute der Chiemgau reichlich mit Wasser bedeckt. Er hat, wie auch die angrenzende Alpenkette, ein recht niederschlagsreiches Klima. Die Gewitter im Sommer können hier sehr heftig sein und Sturmwarnungen auf dem Chiemsee sind absolut ernst zu nehmen.
Eine klimatologische Besonderheit ist der Föhn. Der warme, trockene Fallwind aus dem Süden lässt die Temperaturen im Winter von einem Tag zum anderen manchmal um 10-20°C ansteigen. Die üppige Vegetation ist eine Augenweide für jeden Besucher.

Von dieser Vegetation und den sehenswertesten Punkten rund um den Chiemsee möchte ich hier berichten, lasse dabei den Chiemsee ausser Betracht, weil dieser selbst mit seinen beiden weltberühmten Inseln einen Bericht wert ist, der irgendwann später hier auf ciao folgen wird.

1. Die Drummlins bei Prutting
2. Der Simmsee
3. Schafwaschener Bucht
4. Eggstätt-Hemhofer Seenplatte
5. Tal der Alz
6. Mündung der Tiroler Ache in den Chiemsee
7. Egerndacher Filz
8. Kampenwand
9. Priental


1. Die Drummlins bei Prutting

Sanft wie Walrücken auf offener See erheben sich die Drummlins über das ebene Land. Sie sind 500-1000m, 200-500 m breit, maximal 80 m hoch und treten meistens in parallelen Rücken auf. Das Hinterende ist steiler geformt, das vordere Ende flacher. Daraus kann man die Fließrichtung der ehemaligen Gletscher ablesen.

2. Der Simmsee

Nur ein einziger, schwer begehbarer Pfad zieht sich dort entlang. Schutzwürdig, aber noch nicht unter Naturschutz gestellt ist das Moorgebiet beiderseits des Simsbaches im Süden des Sees. Der Weg hält ständig Abstand vom Seeufer und meidet die Brutplätze der Vögel. Rund zwei Dutzend Tafeln informieren über Moor, Wald, Vögel und Probleme des Naturschutzes.

3. Schafwaschener Bucht

Die Ostseite der Schafwaschener Bucht zwischen Aiterbach und Kailbach beherbergt viele Vogelarten. Mit etwas Glück lassen sich Blau- und Schwarzkehlchen, Bekassine, Tüpfelsumpfhuhn, Rohr- und Feldschwirl, verschiedene Rohrsänger und Braune Sichler beobachten. Vom Steg aus kann man Schwarz- und Rothalstaucher, Trauerseeschwalben, Zwergmöwen, Kolbenenten und Lachmöwen sehen. Man braucht allerdings ein wenig Geduld.

4. Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Zwischen 17 und 21 Gewässer umfasst die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Über die genaue Anzahl ist man sich noch nicht so recht einig. Inn- und Chiemseegletscher stießen hier einst auf einander und ließen am Ende der Würm-Eiszeit beim Zerfall der Eismassen in Geländemulden große, isolierte Eisblöcke zurück. Nachdem das „Toteis“ abgeschmolzen war, füllten sich die Mulden zu Seen auf. Später verlandeten sich die Seen zum Teil und entwickelten sich zu Mooren, die sehr empfindlich reagieren. Zwar wurden die Naturschutzbestimmungen auf Grund des starken Besucherstromes verschärft, doch ist der Bestand vieler Moore sehr gefährdet. Immer wieder verlassen Ausflügler die Wege, um im die Uferbereiche vorzudringen. Die Torfmoos-Schwingrasen werden dabei schwer geschädigt. Das Abenteuer ist ausserdem nicht ungefährich: Diese schwimmenden Pflanzenteppiche aus Moosen und Gräsern können nicht immer einen Menschen tragen.

5. Tal der Alz

Nördlich des Chiemsees endete während der letzten Eiszeit der Chiemseegletscher und deponierte dort mitgeführtes Geröll und Schutt. Durch diesen Endmoränenwall arbeitete sich die Alz als Abfluss des Chiemsees hindurch. Zwischen Seebruck und Altenmarkt verläuft sie noch in den jahrtausendealten Mäandern, bildet teilweise Altwasserarme und Inseln.
Entlang der etwa 18 km langen Uferstrecke brüten und rasten viele Vogelarten wie Wasseramsel, Uferläufer, Regenpfeifer und der seltene Eisvogel. Wissenschaftler haben hier sogar den Flussflohkrebs nachgewiesen.

6. Mündung der Tiroler Ache in den Chiemsee

Die Tiroler Ache gehört zu den letzten naturnahen Landschaften in Deutschland. Bedeutsam sind das großflächige Vorkommen der Wiesen, die unverbauten Uferbereiche mit ausgedehnten Flachwasserzonen und Schilffeldern, artenreiche Auenwälder und der weitgehend naturbelassene Mündungsbereich der Mündung der Tiroler Ache. Er stellt eines der wenigen, sich natürlich entwickelnden Deltas und ist Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen.
Es gibt Möwen, Kormorane, Reiher, Säder, Enten, Fisch- und Seeadler. Insgesamt brüten etwa 80 Vogelarten im Mündungsdelta und den angrenzenden Auenwäldern. 30 Arten kommen nur innerhalb des Schutzgebietes vor oder sind in anderen Regionen extrem selten. Dazu gehören Uferläufer und Flussseeschwalben. Auch die Pflanzenwelt im Achedelta ist einzigartig. Seine beinahe unberührten Weichholzauen aus Weiden und artenreichen Hartholzauen mit Ulmen, Eschen und Eichen stehen unter strengstem Schutz.

7. Egerndacher Filz

Die dem Chiemsee vorgelagerten Moore zeigen, welch enorme Größe das „Bayerische Meer“ nach dem Abschmelzen der Gletscher vor rund 10 000 Jahren gehabt haben muss. Auf dem tonigen, wasserundurchlässigen Untergrund staut sich an vielen Stellen das Wasser, ideale Bedingungen für die Entstehung von Sümpfen und Mooren.
Im Egerndacher Filz, einem Hochmoor wölbt sich ein dickes Polster aus Torfmoosen uhrglasförmig immer weiter in die Höhe. Die zarten Pflänzchen habe die Verbindung zum Grundwasser verloren und versorgen sich über Niederschläge mit dem kostbaren Nass und Nährstoffen. Wie ein Schwamm halten sie das Wasser in ihrem feinporigen Gewebe fest. Ein Zentner Torf kann 7-9 Zentner Wasser speichern.

8. Die Kampenwand

Sie ist mit ihren 1669 m der erste richtige Berg. Der gezackte Felsgrat wird aus hellem, hartem Wettersteinkalk gebildet.
„Wann i mit meiner Wamp´n kannt, dann gang i auf die Kampenwand“ („Wamp´n“ = Bauch. Dieser Spruch besagt, dass beleibte Menschen den Berg meiden und benützen ihn als eine Art Rechtfertigung.
Das Panorama umfasst das Priental, den gegenüberliegenden Höhenzug, die Berchtesgadener Alpen und die Hohen Tauern mit Großglockner und Großvenediger.


In dieser Gegend habe ich sehr viel Zeit in meiner Kindheit und Jugendzeit verbracht. Es war immer wieder überwältigend, durch die Wälder zu streifen, hier und da einen Vogel, ein Reh, Pflanzen, Schmetterlinge und noch vieles Andere zu betrachten.
Die Natur birgt viele Geheimnisse, die der Mensch, trotz seiner umfassenden Technik noch nicht ergründen konnte und vielleicht auch nie ergründen wird.

Sehr schade ist es, dass viele unvernünftige Wanderer die wichtigsten Ratschläge,
sowie Hinweise nicht befolgen und dadurch geschützten Pflanzen und Tiere die letzten Lebensräume zerstören.


Besten Dank für´s Lesen

Euer Sepp


Geschrieben am: 20. Mar 2003, 15:02   von: wuschel111



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