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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Afrika > Tunesien

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
ständig wechselnde Landschaftsformen, interessante kulturelle Gegenden, leckeres Essen

Nachteile:
schwierig mit der Mentalität klar zu kommen




Tunesien, eine Übersicht
Bericht wurde 2786 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

TUNESIEN – ein Land, dass wegen seiner arabischen Mentalität nicht jedem zusagt, aber es gibt auch sehr schöne Ecken dort, die es lohnt zu sehen!

Ich habe zwei Jahre als Reiseleitung in Tunesien gearbeitet (für den grossen deutschen Veranstalter mit den drei Buchstaben, der mit den ach so zufriedenen Gästen wirbt...) und möchte meine Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Zeit ein wenig an euch weiter geben.

Gewohnt habe ich in Hammamet (liegt recht nördlich, gleich unterhalb des Cap Bon – Erläuterungen zu den einzelnen Landesteilen oder Orten folgen), zuerst in einem der vielen Hotels – leider aber in einem der unteren Kategorie, dass nicht auszuhalten war (soviel zur guten Unterbringung durch den Arbeitgeber...), sodass ich mich mit einer Kollegin von den Hotels als Wohnplatz verabschiedet habe und wir uns eine Wohnung mitten im Stadtzentrum gemietet haben. Dort war dann alles bestens! Zentral in der Stadtmitte, Geschäfte in der Nähe und Restaurants und genau in der Mitte zwischen den beiden Hotelregionen, wo ich jeweils meine Hotels zu betreuen hatte. Und da wir ja mit Autos ausgestattet waren, war die Fahrerei überhaupt kein Thema – hat meistens sogar Spass gemacht, denn der Verkehr in Tunesien hat so seine ganz eigenen Regeln, bei denen man einfach so fahren kann wie man möchte und wie die Situation es gerade erlaubt – naja fast jedenfalls....!


****FLUGHÄFEN****

Der Flughafen für die Pauschalreise - Touristen ist hauptsächlich der in Monastir (direkt bei Sousse und Port El Kantaoui gelegen, etwa zwei Stunden von Hammamet entfernt) – für Djerba natürlich der auf der Insel. Es gibt auch einen in Tunis, der allerdings weniger für den Pauschalreiseverkehr genutzt wird. Es fliegen auch von hier Charter und eben der Linienverkehr in alle möglichen Länder.
Der Flughafen in Monastir wurde bereits während des zweiten Jahres, in dem ich da war (2001) teil renoviert und erneuert, hat aber nicht sehr viel vom Chaos genommen. Wie es jetzt genau ist kann ich nicht sagen, ich denke aber ähnlich. Da er nur einen Ausgang für die ankommenden Gäste hat staut da öfter mal der Verkehr, weil alle Gäste auf einmal rauskommen, die Reiseleiter gequetscht vor dem Ausgang stehen und nebenbei auch noch Familien oder Bekannte auf ankommende warten. Besonders schlimm ist das, wenn in Frankreich Ferien sind, denn dort leben viele Tunesier und die kommen dann mit den reinsten Warenhäusern angereist und bringen alles mögliche und unmögliche mit (als ob es in Tunesien keine Plastikstühle gäbe...) So sieht dann auch die Halle mit den Gepäckbändern aus, denn die tunesischen Zollbeamten sortieren dann gerne mal diverses aus und das bleibt dann in der Halle stehen.
Der Flughafen auf Djerba ist sehr klein – dort war ich aber vor vielen Jahren das letzte Mal – zum Urlauben, deshalb gebe ich dazu keine Beschreibung ab, da kann sich viel zu viel geändert haben und ich war auch nicht häufig dort.
Der Flughafen Tunis ist relativ gross, wenn man bedenkt wie klein Tunesien ist. Dort findet wie gesagt zwar auch viel Charterverkehr statt (Hotels in der Gegend von Tunis), aber hauptsächlich Linienflüge. Die Checkin-Halle ist im Vergleich wieder sehr klein, aber was soll’s – Flughäfen in arabischen Ländern haben bei mir bisher noch nie einen Eindruck von logischem Aufbau hinterlassen.
Und dann gibt’s da noch Tabarka, ganz im Nordwesten des Landes gelegen. Dort gibt es kaum Hotels, deshalb auch nur ein kleiner Flughafen – den kenne ich aber nicht, deshalb keine Beschreibung möglich.


*** DIE GRÖSSTEN / INTERESSANTESTEN ORTE ***

Der allergrösste Ort in Tunesien ist TUNIS, die Hauptstadt. Sie liegt fast an der Ecke des Landes ganz oben im Nordosten. Dort leben etwas über zwei Millionen (im Internet schwankt die Zahl zwischen 1,6 und 3 Millionen) der insgesamt knapp zehn Millionen Einwohner des Landes. Hier stossen Kultur, Tradition und Moderne aufeinander. Mitten in der Grosstadt, in der es alles an modernen Einrichtungen gibt (Kinos, grosse Shoppingcenter, Konzerthalle, Stadion, etc) befindet sich gleich neben dem Zentrum die riesige Medina – die grösste des Landes und soweit ich noch weiss auch Nordafrikas. Die Medina ist der ganz alte Stadtkern, der nicht nur einen Wohnbereich beherbergt, sondern auch den Basar. Im vorderen Bereich finde ich es ziemlich schrecklich, weil man hier im „Touri-Abzocker-Bereich“ kaum einen Fuss vor den anderen setzen kann, ohne dass man angequatscht oder in ein Geschäft gedrängt wird. Weiter hinten aber, wenn man mal diesen Teil hinter sich gelassen hat – ja da wird es toll! Dort werden die Gassen leer und ruhig, die Menschen angenehm und unaufdringlich, man kann in Ruhe die Waren begutachten und wird nicht alle Nase lang mit „heute alles kostenlos“ auf einen Tee in den Shop gezogen, es gibt frisch zubereitete Speisen auf Eselskarren zu so niedrigen Preisen, dass es schon fast geschenkt ist. Ja dort ist es schön! Aber da kommt man auch meistens nur per Zufall hin – ausser man kennt sich in dem Strassengewirr aus oder hat eine Karte der Medina im Reiseführer. Tja und wieder raus ist dann auch so eine Sache, denn die Medina hat mehrere Ein- und Ausgänge (zwei Haupttore) und wenn man nicht mehr genau weiss wo man nun ist, kann es leicht passieren, dass man auf der anderen Seite landet und dann eben irgendwie wieder zurück muss, wenn man seinen Bus auf der anderen Seite stehen hat... Geht aber alles glatt, wenn man eine Karte dabei hat – also unbedingt ausführliches Reiseführerbuch mitnehmen! In Tunis ist auch am Abend viel los. Sogar berühmte Musiker wie Joe Cocker oder Sting sind schon im Stadion von Tunis aufgetreten. Es ist ein ganz eigenes Erlebnis, Sting inmitten lauter Tunesier im Konzert zu erleben. Denn die haben ja keine Ahnung von und keine Lust auf seine Musik. Damals war gerade Desert Rose aktuell und er performte den Titel mit Cheb Mami (der Sänger, der den arabischen Teil singt ist eine tunesische Berühmtheit) und somit waren sämtliche Tunesier nur wegen Cheb Mami gekommen und wir fünf Leutchen wegen Sting.... Armer Sting! ;-)
TUNIS ist eine Grosstadt voller Gegensätze, die einen Besuch wert ist. Historisch hat sie zwar Karthago zu bieten, aber eigentlich auch nicht, denn davon ist kaum was übrig. Ein paar „Steinbrocken“ und Reste von Gebäuden am Rand der Stadt – es ist leider nicht sehr viel zu sehen und vor allem fehlte mir ein wenig die Übersichtlichkeit des Ortes. Das Bardo-Museum allerdings gefiel mir gut. Es ist im alten Herrscherpalast in Tunis in dessen Harem untergebracht. Dort kann man Modelle von antiken Stätten begutachten, Fundstücke von altem Schmuck, Sarkophage und vor allem alte kunstvolle Mosaike, die dort wieder zusammengelegt wurden.


Südlich von Tunis befindet sich ein Ort, den ich jedem zu einem Besuch ans Herz legen möchte – SIDI BOU SAID. Hier fühlt und sieht man noch den mediterranen Flair in diesem wirklich malerischen kleinen Künstlerdorf. Es haben sich auch berühmte deutsche Maler dort einst aufgehalten – Paul Klee und August Mack beispielsweise holten sich Impressionen an diesem schönen Ort und genossen ihren Pfefferminztee im durch seine berühmten Besucher bekannten „Café des Nattes“. Das Café ist immer noch einen Besuch wert, denn trotz Besucheransturm haben sie die Einrichtung nicht auf moderne Café-Ebene angepasst, sondern man sitzt immer noch auf Matten auf dem Boden, wo man zu seinem Tee meist auch ein paar Nüsse oder Pinienkerne serviert bekommt. Die weiss getünchten Häuser mit ihren hellblauen Fensterläden und Türen sind jede Menge Fotos wert! Erinnert stark an Griechenland, wobei die Türen hier sehr kunstvoll hergestellt sind. Typisches Souvenir für Sidi Bou Said sind die kleinen handgemachten Vogelkäfige, die auch überall in Tunesien verwendet werden.


Überhalb von Tunis befindet sich BIZERTE. Es befindet sich unterhalb des Cap Blanc am nördlichsten Teil Afrikas. Bizerte ist eine noch wenig touristisch erschlossene Ortschaft, was seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Man ist dort unter sich, nicht überlaufen von Touristen überall. Man findet noch „natürliche“ Restaurants und nicht nur Abfertigungsbuden für Ausflügler. Allerdings findet man sich schwer zurecht, weil doch recht wenig ausgeschildert ist und es wenige Anlaufstellen gibt. Einfach mit dem Auto durch die Stadt fahren – hin und her, das ist am schönsten! Der Strand ist sehr schön in Bizerte, etwas felsig zwar hier und da, aber tolles seichtes Wasser zum Baden.


Weiter Richtung Westen bis an die Grenze Algeriens gefahren kommt man nach TABARKA. Eine Stadt, die ebenfalls noch wenig dem grossen Tourismus unter die Hände gefallen ist, sondern noch ihren eigenen gemütlichen Flair besitzt. Es gibt nur 12.600 Einwohner in Tabarka, wo die Zahl der Touristen doch fast heranreichen könnte. Durch den Yachthafen und die Golfplätze ist Tabarka eher ein Ort für gehobeneren Tourismus, weniger für Familien- oder Jugendurlaube. Ein gemütlicher ruhiger Ortskern lädt zum Sitzen in einem der Cafés an der Strasse ein, sofern man sich in Gesellschaft der tunesischen Männer wohlfühlt, denn die sitzen den ganzen Tag in den diversen Cafés herum...


Treten wir die Reise an der Küste Richtung Süden an – und dort landen wir zuerst am CAP BON, einer Halbinsel südlich von Tunis, mit ihrer Provinzhauptstadt NABEUL. Diese Halbinsel ist für mich eines der Lieblingsziele während meiner Zeit in Tunesien gewesen. Jeder Mensch denkt bei afrikanischen Ländern an Wüste, Dürre, wenig Vegetation, arme Dörfer... Aber Nordtunesien und vor allem das Cap Bon sind das genaue Gegenteil. Die Gegend an der Küste Richtung Tabarka wird wegen ihrer bergigen und stark bewaldeten Landschaft auch die „Schweiz Tunesiens“ genannt. Das Cap Bon ist sozusagen der Gemüsegarten Tunesiens. Hier fahrt ihr an einem Gemüsefeld nach dem anderen vorbei. Es steht eine Orangenplantage neben der anderen. Wundervoll! Vor allem im Frühling, wenn die Bäume in der Blüte stehen ist es ein wahrer Genuss, dort eine Rundfahrt zu machen. Da das Cap Bon insgesamt sehr klein ist, kann man perfekt an einem Tag ganz herum fahren und hier und dort einen gemütlichen Stop einlegen. Es ist eine grüne Oase, in der man Entspannung und wunderschöne Plätze finden kann. Am äussersten Punkt der Halbinsel liegt eine alte Festung, die man frei besuchen kann. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung.
NABEUL ist ein relativ kleiner aber sehr reger Ort. Am bekanntesten ist Nabeul für seine vielen Töpfereien, in denen so viel verschiedene Keramikgegenstände per Hand hergestellt werden. Ich habe mich mit einem kompletten Service, plus Schüsseln und Schalen plus kleine Schälchen und Becherchen, etc dort eingedeckt. Es ist wunderschön dekoriert und kostet für unsere Preislage in Deutschland „fast nichts“. Jeden Freitag findet ein Wochenmarkt statt, der auch sehr sehenswert ist, weil es dort nicht so „lahm“ zugeht wie auf unseren Märkten, sondern richtig laut und lustig und mit viel Getümmel. Manche sagen es gleicht einem kleinen Volksfest, aber das finde ich etwas übertrieben.


Ganz in der Nähe von Nabeul liegt nun HAMMAMET, die Stadt in der ich zwei Jahre verbracht habe. Hammamet ist eine der touristischsten Städte in Tunesien, hier gibt es zwei grosse Hotelbereiche (den älteren im Norden der Stadt und einen noch relativ jungen im Süden) und zwischen beiden den Stadtkern. Es gibt viele Geschäfte und Restaurants in der „Innenstadt“, aber bei den Geschäften nicht unbedingt etwas für den europäischen Geschmack – da ist man in Tunis, z.B. im Carrefour, besser aufgehoben. Die Restaurants allerdings bieten einiges an Leckereien. Ob es nun doch der Italiener an der Ecke sein soll (Angolo Verde!! Super lecker und einfach gemütlich, wird von Italienern geführt, jedenfalls war es so...) oder ein Fischrestaurant (hab den Namen vergessen, aber es liegt in der gleichen Strasse wie das Angolo Verde – toller Innenhof mit super Speisenauswahl und Qualität) oder eben, was ja naheliegen sollte, etwas typisch tunesisches mit „Life Band“ in Form einer Zwei-Mann-Kombo und Bauchtanz (Dar Leila, liegt etwas in einer Seitenstrasse bei einer Tankstelle an der Hauptstrasse – einfach mal nachfragen, ist sehr bekannt) – es ist von jedem etwas zu finden. An der Küste, gleich beim Ortskern liegt auch die Medina von Hammamet (jeder Ort hat seine Medina, da das der originale Ortskern ist, der damals erbaut wurde). Sie liegt wie eh und je in ihren alten Stadtmauern und beherbergt wie auch in Tunis die viele kleinen Geschäfte des Souks und einige Wohnungen – das alles aber auf sehr kleinem Raum. Ich habe diese Medina nicht gemocht, weil hier alles so dermassen eng ist, dass man keine Möglichkeit hat, den lästigen „Geschäftsleuten“ zu entwischen und eine ruhige Runde zu drehen. Absolute Unmöglichkeit! Deshalb bin ich dort auch nur zweimal rein, weil ich mit Besuch hin „musste“ (sie wollten sie unbedingt anschauen), aber sonst nie wieder. Am äusseren Rand der Medina allerdings gibt es eine gemütliche Ecke – dort befindet sich, an die Aussermauer gebaut, ein Shisha-Café direkt am Meer. Man kann dort auch Kleinigkeiten essen oder trinken, aber wir haben uns auf die Wasserpfeifen und den Pfefferminztee mit Pinienkernen drin beschränkt. Diese Café hat eine tolle Atmosphäre, vor allem am Abend, wenn die Sonne schon untergeht und man von dort aus einen wunderbaren Überblick bis runter nach Hammamet Süd hat. In Hammamet Süd wurde damals eine neue „Touristen-Medina“ gebaut, für Souvenir-Shops, etc. die sollte inzwischen schon in Betrieb sein. Ich habe mir damals nur die Aussenmauern samt Bauarbeitern anschauen können, aber die Mauern sahen schon nicht schlecht aus (im Gegensatz zu den ärmlichen und lästigen Bauarbeitern – lästig, weil sie einen von ganz oben auf ihrem Bauwerk runter anquatschen und nachpfeifen).
Ausserdem wurde in Hammamet Süd ein Hafen gebaut, der damals schon in Betrieb war. Der Hafen an sich war recht schön angelegt, mit Restaurant und einer längeren Meile zum hinlaufen. Von dort gehen jetzt einige Bootsausflüge weg, aber es liegen auch private Yachten dort von reicheren Einwohnern Tunesiens, aber auch einigen wohlhabenden Ausländern, die dort einen Stop einlegen.
Hammamet Süd an sich hat jetzt schon alles was zu einem Touristenzentrum dazu gehört. Als ich nach Hammamet kam, gab es dort ausser Hotels absolut nichts. Jetzt gibt es jede Menge Shops, Cafés, Restaurants, Discos, etc. Was das Touristen-Herz begehrt. Die Hotels sind fast alle in der gehobeneren Klasse ab vier Sterne anzusiedeln. Viele liegen allerdings in der zweiten Reihe, da der Küstenstreifen hier nur sehr kurz ist. Sie haben dann aber ihre Strandabschnitte zwischen denen der am Strand befindlichen Hotels.
In Hammamet Nord liegen dabei die meisten der Hotels am Strand. Ab der zweiten Reihe kommen fast überall schon Wohnhäuser, Büros, Geschäfte, etc. Einige Hotels haben auch hier die höheren Sternezahlen, aber man merkt deutlich, dass sie schon sehr viel älter sind – hier hat der Tourismus in Hammamet angefangen.
Der Strand ist im Norden der Stadt wie im Süden und teils auch mittendrin wunderbar. Feiner Sandstrand, der flach ins Meer abfällt. Kaum Steine, die einen behindern, wenig Fische um die Füsse.
Mit seinen Golfplätzen der Anlage Golf Yasmin ist Hammamet ein besonders beliebtes Reiseziel für Golfer und alle, die es werden wollen. Die Golfplätze sind wunderschön angelegt und werden bestens gepflegt. Ein professionelles Team unterstützt euch bei euren Golfrunden oder beim Training und Erlernen des Sportes.


PORT EL KANTAOUI hat wie der Name des Ortes schon verrät einen Hafen an der Küste. Der Ort ist komplett auf Tourismus ausgelegt und man findet an jeder Ecke Geschäfte oder Restaurants, etc. Der Hafen an sich ist eigentlich relativ klein, bietet aber jede Menge Möglichkeiten, Ausflüge zu machen. Auch hier liegen viele private Yachten vor Anker. Ausser den Hotels am Strand gibt es hier auch einige im Ort. Die Hotels sind in allen Kategorien zu finden. In der Nähe des Ortes gibt es einen Wasserpark, den ich allerdings nicht besucht habe, weil er sehr klein ist und ich dafür nicht unbedingt eine Stunde von Hammamet fahren wollte. Wer aber in Port El Kantaoui wohnt findet hier eine gelungene Plansch- und Badeabwechslung zum Strand. Weitgehend im maurischen Stil erbaut bietet Port El Kantaoui eine sehr angenehme Atmosphäre. Man findet aber auch hier rustikale Pubs oder feine Restaurants. Es wurde eine Medina für die Touristen nachgebaut, allerdings bietet sie für meinen Geschmack nur sehr trouristische Geschäfte und hat mit dem Original nicht sehr viel gemein.


Direkter Nachbar ist SOUSSE, eine nicht pur touristische Ortschaft, sondern eine Stadt, in der der Tourismus erst dazu kam. Sie bietet nicht nur schöne Badestrände für die Urlauber, sondern beherbergt auch hier und dort ein bischen geschichtliche Bauwerke oder Reste davon. Natürlich auch hier die alte Medina – eine der sehenswerten wie ich finde, denn sie ist recht gross und man hat Platz, sich zu bewegen. An der Küste befindet sich eine alte Festung aus dem 9.Jahrhundert – die Kasbah. Es gibt darin ein archäologisches Museum und natürlich von den Mauern einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Ebenfalls die Stadtmauer der Medina stammt noch aus dem 9.Jahrhundert. In der Stadt selbst ist jederzeit wahnsinnig viel Verkehr und man braucht (vor allem bedingt durch den Fahrstil der Tunesier) jede Menge Geduld, wenn man auf den Strassen mit dem Auto unterwegs ist. Um Sousse herum gibt es viele reiche Olivenhaine, sowie auch Obst- und Gemüseplantagen. Sousse liegt zwar bereits „in der Mitte“ der Küste Richtung Süden, aber diese Gegend ist noch äusserst fruchtbar für diese Region. Der Hafen von Sousse ist ein für Tunesien nicht nur wichtiger „Touristen-Hafen“, sondern auch ein wichtiger Handelshafen, da es nach Tunis der grösste in Tunesien ist. In der Stadt gibt es ausser Tourismus auch ein grosses Gebiet mit Textil- und Nahrungsmittelindustrie, was die Wichtigkeit der Stadt noch verstärkt – schon von den Phöniziern her stammt die Ausprägung der Stadt als Handelsplatz, denn sie gründeten Sousse im 9.Jahrhundert als Handelsstützpunkt. Ausserdem ist Sousse nicht nur Provinzhauptstadt, sondern auch die „Metropole des tunesischen Sahel“. Die Festung und die grösste Moschee von Sousse wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und somit auf jeden Fall einen Besuch wert!


Verlassen wir Sousse und gehen nur ein Stückchen weiter in der nähreren Umgebung und wir kommen nach MONASTIR – wichtig vor allem wegen seinem Flughafen „Habib Bourgiba“ (benannt nach einem ehemaligen Präsidenten) und dem Tourismus. Der Flughafen ist der Angelpunkt für alle touristischen Orte an der Küste – von Sousse bis rauf nach Hammamet.
Auch hier gibt es wieder viele Hotels aller Klassen und auch Monastir wartet mit schönen Golfplätzen auf. Golf ist in Tunesien verglichen mit anderen Ländern sehr preisgünstig, wer es also lernen will ist kommt hier billiger weg als anderswo.
Da Monastir die Geburtsstadt des Präsidenten Habib Bourgiba ist, wurde ihm hier zum Gedenken ein Mausoleum errichtet. Habib Bourgiba war der Mann, der Tunesien nachdem der letzte König abgedankt hatte mit einer westlichen Politik in ein moderneres und offeneres Leben führte. Vor allem für die Frauen hatte seine Politik viele Vorteile, denn sie sprach ihnen mehr Rechte zu (man soll sich mal vorstellen – in Tunesien gilt seit 2003, allerdings unter der Regierung von Ben Ali, die Wehrpflicht...).
Ausserdem kommen viele gebildete Köpfe heute aus Monastir, denn dort stehen die meisten Universitäten – ein Grossteil der Stundenten sind weiblich und sie studieren nicht nur, sondern sind auch in fast allen Sparten der Berufe vertreten. Die Gleichberechtigung der Frauen ist in Tunesien weit fortgeschrittener als in anderen arabischen Ländern.


MAHDIA, weiter südlich von Monastir, ist eher einer der kleineren touristischen Orte. Es gibt eine schöne kleine Altstadt mit engen Gassen und kleinen Häusern. Wichtig in Mahdia ist der Fischereihafen, der der wichtigste in Tunesien ist.


Auf dem weiteren Weg nach Süden kommt ihr zu einem COLLOSEUM, das noch aus der Römerzeit hier steht. Es ist noch erstaunlich gut erhalten. Nicht weit von der Küste entfernt liegt es inzwischen in einen Ort eingebettet. Wer nicht unter Höhenangst leidet und auch keine Scheu vor steilen Treppen ohne Geländer hat, der sollte auf jeden Fall in den äusseren Mauern bis ganz nach oben klettern und die Aussicht über die freie Landschaft geniessen.


SFAX ist eine Industriestadt, recht weit im Süden des Landes gelegen. Hierzu gibt es nicht viel zu berichten, denn sie lädt nicht wirklich zu einem Besuch ein, da ausser industriellen Einrichtungen und Wohnhäusern nichts weiter vorhanden ist.


Aber je weiter man nach Süden fährt desto interessanter wird es wieder, denn man kommt in Wüstennähe und ebenfalls zu einer der grössten Oasen des Landes: GABES.
Wie stellt man sich eine Oase in unserem kleinen unwissenden Hirn vor? Ein kleiner Fleck in der Wüste mit 10 Palmen (wenn’s denn so viele sein sollen), ein paar Kamelen und ihren „Begleitern“ und einem Wasserloch, um das einige Zelte aufgebaut sind..... Weit gefehlt!
In Gabes stehen einige tausend Palmen neben wieder riesigen Bananenplantagen und diese wieder neben riesigen Orangenplantagen. Und neben all dem und um all das herum besteht eine grosse Ortschaft, die von diesem Mega-Garten lebt. Ich habe auf einer Tour durch den Süden des Landes eine Kutschfahrt durch die Oase gemacht und habe die Genüsse der Plantagen direkt erlebt. Die Bananen sind die besten, die ich je irgendwo gegessen habe, die Orangen saftiger und fruchtiger als je erlebt. Das einzige was sehr lästig ist, sind die vielen Stechmücken, denn in der Oase ist der Boden durch das klug durchdachte Bewässerungssystem immer feucht. Die grossen Palmen spenden den kleineren Pflanzen Schatten, sodass nichts in der Sonne verbrennt.


Nach Gabes kommt man zur Wüste hinunter, die sich in drei Arten aufteilt – die Steinwüste um Matmata herum, die Salzwüste Chott El Djerid und die Sandwüste Sahara.

MATMATA ist zwar kaum zu sehen, aber dennoch und gerade deswegen ein höchst interessanter Ort. Dort leben die Menschen unter der Erde!! Sie leben in Höhlenwohnungen, die sie selbst unter die Erde gegraben haben. Wie soll man sich das nun vorstellen? Wie kommen die da runter? Und wie lebt man unter der Erde? Runter kommt man durch seitlich gegrabene Gänge, die über gegrabene oder teils gemauerte Treppen nach unten führen. Unten angekommen befindet man sich in einem Innenhof, von dem mehrere Höhlenzimmer ausgehen. Und jetzt kommt die grosse Überraschung – die Menschen leben nicht in solch einfachen Verhältnissen, wie eine Höhle es vermuten liesse – nein, sie haben richtige Betten, Schränke, Tische, sogar Fernseher in ihren Höhlen stehen! Es sieht sehr lustig aus, wenn man die Wüstenstrasse entlang fährt und nichts sieht ausser ab und zu eine Fernsehantenne, die irgendwo im Boden steckt  - das ist Matmata! Natürlich gibt es auch schon kleine Ansiedelungen über der Erde, aber die meisten Bewohner haben sich geweigert, aus ihren Höhlen auszuziehen und auf der Erde in richtigen Häusern zu wohnen. Allerdings wurde durchgesetzt, dass die Kinder in Schulen gehen, mindestens bis zur sechsten Klasse.
Die Steinwüste um Matmata zeigt bizarre Formen und Formationen von Felsen, Bergen und Geröll mit sehr wenig Vegetation.


Weiter in Richtung Inland kommt man von der Steinwüste zur Salzwüste, dem CHOTT EL DJERID. Das Chott El Djerid ist die grösste und flachste Ebene, die ich je gesehen habe! Flacher geht’s gar nicht! Die Salzwüste ist eigentlich ein Salzsee, ein ehemaliger Mini-Ozean im Inland. Dieser ist durch die Verdunstung schon stark eingetrocknet, aber noch nicht so, dass man ihn gefahrlos überqueren könnte. Hier „wachsen“ Salzrosen aus dem Boden. Kristallisiertes Salz, dass sich mit Sand zu bizarren Formen verbindet und verhärtet. Diese Salzrosen werden von den Tunesiern „geerntet“ und als Souvenirs verkauft. In der Originalfarbe braun oder auch eingefärbt in blau, rot... ich finde sie aber nur in braun schön – wozu diese kleinen Wunder der Natur verunstalten??
Auf dem Weg über das Chott El Djerid kann einem bei genug Hitze die ein oder andere Fata Morgana begegnen, was wieder ein Erlebnis der besonderen Art ist.


Und dann, endlich, kommt man an bei dem Meer aus Sand, der SAHARA. Sie bedeckt nur den südlichsten Zipfel Tunesiens, kurz bevor sie sich über die Grenze nach Lybien und Algerien erstreckt. Ich war zwar nur am Rande der Sahara und bin über die ersten Dünen auf dem Kamel geritten und über einige noch selbst geklettert, aber es ist bereits ein grandioses Gefühl der unendlichen Weite, das einen beschleicht .... wenn da nicht die Cola-Verkäufer rumrennen würden und einem die ganze Zeit nachblöken würden und wenn da nicht der Reiseführer wäre, der einem mitten im schönsten Sonnenuntergang zuruft, man solle sich jetzt mal in die Hufe schwingen, weil es wieder zurück zum Hotel ginge...
Hotels gibt es am Rande der Sahara einige und zwar in DOUZ. Das ist wieder eine Oase, allerdings nicht ganz so gross wie Gabes. Die Menschen hier leben von ihrem wunderschönen Garten und dem Tourismus.

TOZEUR ist eine weitere Oase, die zwischen Sahara und Chott El Djerid liegt. Hier findet man einen ganz besonderen Baustil, der mir persönlich sehr gut gefällt: durch das unterschiedliche vor- und zurücksetzen der Lehmziegel in den Mauern wurden Muster erzeugt, die gleichzeigt nicht nur einen dekorativen Effekt haben, sondern auch die Mauern durch den Schatten, der automatisch erzeugt wird, kühl halten. Solch ein ausgeklügeltes und auch noch kreatives System habe ich sonst noch nirgends gesehen. (Siehe Foto) Wunderschön sind nicht nur diese Häuser, sondern auch die Gassen des Altstadtviertels Quled Hadef und vor allem das Museum „Les Trésor de Tunisie“, das sich im Kulturzentrum Dar Cherait befindet (Dar = Haus). Dort findet ihr ebenfalls ein maurisches Café, ein Panoramarestaurant, einen Nachtclub (sogar in der Wüste gibt es das!) und einen Souk.

DJERBA, die kleine flache Insel vor der Südküste Tunesiens, ist fast schon wieder einen eigenen Bericht wert – aber den werde ich nicht mehr schreiben, da ich mich dort nicht sehr gut auskenne. Es gibt auf Djerba zwei grössere Ortschaften: Midoun und Houmt Souk, wo sich auch der Flughafen befindet. Ausserdem ist Djerba über einen alten Römerdamm mit dem Festland verbunden. Das wunderschöne an Djerba sind erstens die feinen Sanstrände und was ich besonders toll fand, die vielen Pelikane, die im flachen Wasser stehen, wenn man von Houmt Souk in Richtung der Hotelgegend fährt. Djerba ist vor allem für all diejenigen günstig, die gerne Ausflüge in die Wüste machen möchten. Denn vom Norden aus ist diese meistens nur mit einem zweitägigen Ausflug zu besuchen.
Hotels gibt es natürlich in allen Kategorien, so gross wie der touristische Küstenstreifen sich erstreckt. Das Besondere an Djerba ist, dass hier noch eine Bevölkerung von etwa 9000 Juden lebt, der einzige Ort in ganz Ägypten. Und wie das immer so ist mit den Inselbewohnern, so unterscheiden auch die Bewohner Djerbas sich beträchtlich in ihrem Verhalten und ihren Ansichten von den anderen Tunesiern.


Ja, jetzt habe ich zwar fast 10 Seiten über Tunesien zusammengeschrieben, aber eigentlich war das immer noch sehr kurz. Über ein Land gibt es Bücher zu schreiben, aber mein Anliegen war ja auch nicht euch alle Details mitzuteilen, sondern euch einen Eindruck der einzelnen Orte zu vermitteln und euch zu zeigen, dass es auch interessante Ecken in diesem kleinen Land gibt.

Die arabische Mentalität ist auf Dauer schon sehr anstrengend für uns Europäer, aber es gibt auch einiges positives im alltäglichen Leben dort, wovon wir uns hier im steifen Deutschland eine Scheibe abschneiden können! Man lernt alles mit Ruhe und Geduld zu nehmen, nicht alles so engstirnig zu sehen und auch mal alle fünfe grade sein zu lassen. Lebe in den Tag und geniesse ihn!

Damit wünsche ich euch viel Spass in allen Ländern, die ihr auf euren Reisen besucht! Geniesst jede einzelne Station und besucht wirklich das Land in eurem Urlaub und nicht nur das Hotel und die nähere Umgebung mit ihren Souvenirshops!!

Liebe Grüsse

Silke@Q-Test und anderen Meinungsportalen zu lesen


Geschrieben am: 24. Oct 2004, 15:44   von: tuimama



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