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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Südostasien > Thailand

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Fun-Urlaub einmal anders
Bericht wurde 2419 mal gelesen Produktbewertung:  gut
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Thailand heißt Sonne, Strand, Tempel und viel Spaß. So jedenfalls steht es in den Prospekten. Die Sache mit der Sonne stimmt sicher, bei den Stränden muss man schon suchen, um einen sauberen zu finden.

Bei den schönsten und bekanntesten Tempeln wird mittlerweile bis zu 5 US$ Eintritt verlangt, und zwar in US$ und nicht in Landeswährung. Möglicherweise trauen die Mönche ihrer eigenen Währung nicht mehr.

Beim Spaß ist völlig Schluss mit lustig. Wo es vor zwei Jahren noch möglich war, sich seine Urlaubsnächte in den unzähligen Bars, Discos und sonstigen Vergnügungsstätten um die Ohren zu schlagen, herrscht heute spätestens ab 1 Uhr nachts Totenstille. Die Ordnungshüter Thailands haben nämlich ein Gesetz aus den frühen 50ger Jahren wiederentdeckt, das nicht nur die Sperrstunden, sondern auch die Sperrbezirke regelt.

Danach ist der Alkoholausschank nur bis Mitternacht erlaubt, zum Tanzen animierende Musik in nicht zum Tanzen lizenzierten Lokalen ganz verboten und alleinstehende thailändische Frauen haben in öffentlichen Lokalen sowieso nichts verloren. Schließlich ist man als einheimischer Mann für die Moral der einheimischen Frauen verantwortlich. Womöglich wird eine Frau durch den Genuss von alkoholischen Getränken noch schwächer als sie von Natur aus schon ist und lässt sich auf eine außereheliche Beziehung zu einem fremden Mann ein.

Seid der reichste Mann von Thailand seine ganze Kraft zum Wohle aller Thais als Ministerpräsident einsetzt, herrschen hier andere Sitten. Seiner Meinung nach hat ein anständiger Mensch um Mitternacht im Bett zu sein und nicht in der Kneipe.

Thailands neuer Stern am Politikerhimmel, Thaksin Shinawatra, durch geschicktes Handeln seiner eigenen Firmen auf dem thailändischen Börsenparkett reich geworden, legt den Thais die Daumenschrauben an. Zwar hatte er so seine Schwierigkeiten, den obersten thailändischen Richtern glaubhaft zu machen, das Milliardenwerte aus seinem Aktiendepot ohne sein Wissen auf seine Kinder, seine Putzfrauen, den verstorbenen Gärtner sowie auf seinen Chauffeur überschrieben wurden.

Böse Zungen behaupteten sogar, er hätte das wissentlich getan, um der Antikorruptionsbehörde seinen wahren Reichtum zu verschleiern. Stimmte alles gar nicht. Womöglich hat man ihm ein paar Blankobelege zum Unterschreiben vorgelegt, keiner weiß so richtig, wie das eigentlich funktioniert haben soll, aber anders kann das gar nicht gewesen sein. Sagt er jedenfalls. Na ja, bei einem Mann mit soviel Arbeit kann das schon mal vorkommen.

So sahen das nach einigen Monaten und eindringlichen Hinweisen darauf, wie angenehm so ein oberster Richterjob doch eigentlich ist, die Richter auch. Zumindest bis auf die zwei unbelehrbaren, denen man vor der Entscheidung einen Abschied in Ehren nahegelegt hat. Die beiden müssen sich jetzt zumindest nicht mehr mit solch profanen Dingen wie Recht und Gerechtigkeit den Tag versauern lassen.

Rein gewaschen wie ein frisch geborenes Baby macht Herr Shinawatra daran, seine gegebenen Wahlversprechen, die ihm immerhin in manchen Regionen Thailands über 60 % der Wählerstimmen eingebracht haben, in die Tat umzusetzen.

Als da wären:
Erstens:
Um die Arbeitslosigkeit auf dem Land zu bekämpfen, erhält jedes Dorf eine Million Baht zur freien Verfügung. Versuche wurden gestartet, das Handwerk in den Dörfern wieder heimisch zu machen. Es werden Körbe und Sessel geflochten, das es nur so staubt. Bedauerlicherweise kann aber niemand den fleißigen Flechtern sagen, wo sie all die schönen Sachen verkaufen können.

Zweitens:
Um die medizinische Versorgung zu verbessern, kann sich jeder Thai für 30 Baht pro Besuch in den staatlichen und kommunalen Krankenhäusern versorgen lassen. Schade eigentlich, dass der Besuch nur in den Krankenhäusern frei sind, in denen der Thai registriert ist. Da fragt man sich doch, was es dem armen kranken Teufel in Bangkok nutzt, wenn er sich ein paar hundert Kilometer von hier ärztlich versorgen lassen kann.

Drittens:
Kampf den Drogen. Unbestritten notwendig und sicherlich schon lange überfällig ist ein hartes und konsequentes Vorgehen gegen den überhand genommenen Drogenkonsum der Thais. Selbst Regierungsstellen gingen Anfang letzten Jahres allein in Bangkok von einem täglichen Konsum von einer Million Amphetamin-Tabletten aus.

Eigentlich als Droge für den harten Mallocher gedacht, der seine 12 bis 14 Stunden am LKW-Steuer oder in den Fabriken durchhalten muss, wenn er seinen Job behalten will, hat diese äußerst billige und permanent zu habende Speed-Pille nach dem Wirtschafts-crash auch die Mittel- und Oberklasse erreicht. Waren die echten Speeds nicht unter 1.000 Baht zu haben und schwierig zu beschaffen, gab die Thai-Variante schon für unter 100 Baht, zu haben praktisch an jeder Tankstelle.

Hergestellt werden die Pillen, die bezeichnenderweise ?Jaa-baa? ( auf deutsch: Medizin, die verrückt macht) genannt werden, überwiegend vom Erzgegner Burma. Regimefreundliche Bergstämme haben sie als lukrativen Ersatz für den nicht mehr in großem Stil möglichen Anbau von Opium entwickelt. Das Geschäft floriert, mittlerweile scheinen sogar die Europäer auf den Geschmack gekommen zu sein. Im letzten Jahr fanden Schweizer Zöllner in einem Frachtcontainer 500.000 Pillen.

Die Droge ist stark suchtgefährdend. Ich habe Thais gekannt, die ihren täglichen Konsum von anfangs ein bis zwei Pillen innerhalb weniger Monate auf 20 bis 30 Pillen heraufschraubten. Bei ansonsten günstigen Lebensbedingungen, also ausreichend Nahrung, kein Stress etc., merkt ein Außenstehender lange Zeit nichts vom Drogenkonsum. Menschen, auf die segensreiche Wirkung von zu viel Geld verzichten müssen, verfallen in kurzer Zeit regelrecht zu einem Schatten ihrer selbst.

Aber zurück zum demokratisch gewählten, und nicht wie sonst üblich durch gekaufte Wählerstimmen an die Macht gekommenen Ministerpräsidenten von Thailand. Nachdem die üblichen aufklärenden Plakataktionen fehlgeschlagen waren und immer mehr gut betuchte Eltern ihre uneinsichtigen Sprösslinge nach positiven Drogentests von den Polizeistationen abholen mussten, geht er jetzt das Übel, wie er meint, an der Wurzel an.

Thais sind berühmt berüchtigt für ihre Lust auf Lust. Kein Anlass ist gering genug, um nicht eine ausufernde Fete daraus zu machen. Dabei vergessen sie gern und schnell, dass es morgen auch noch einen Tag gibt und machen durch, bis es nichts mehr zum Reinschütten gibt, was früher noch lange kein Grund zum Aufhören war. Es gab ja immer noch den 7-Eleven oder die Tankstelle um die Ecke, um sich mit Nachschub zu versorgen.

Um diesem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten, zog er ein Gesetz von anno-dazumal aus der Versenkung hervor, das den Verkauf von alkoholischen Getränken regelt. Bei der Gelegenheit muss ihm wohl auch die Regelung mit den Sperrzeiten in die Hände gefallen sein. Die Thais staunten nicht schlecht, was für eine Art Gesundungskur sich ihr Retter der Nation für sie ausgedacht hatte.

Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr, wie es vorher war. Selbst die Vergnügungsstätten mit besten örtlichen Kontakten waren nicht einmal mehr durch den Hintereingang zu betreten. Punkt Mitternacht machten Polizisten in Mannschaftsstärke die Runden in den einschlägig bekannten Gegenden. Wer 10 Minuten nach Sperrzeit noch in einer Bar angetroffen wurde, durfte sich für ein paar Stunden die Polizeiwache bei Nacht reinziehen. Nicht, dass es viel Ärger gegeben hätte. Nur eine kleine Belehrung über die Gesetze Thailands und das man sie als Gast dieses Landes doch achten sollte. Schade nur, das die Polizeibeamten so sehr im Stress waren und deshalb nicht eher mit der Belehrung anfangen konnten.

Die Eigentümer der Lokalitäten durften ihren Laden für ein paar Wochen zumachen, um genügend Zeit zu haben, die altehrwürdigen Gesetze des Landes zu studieren. Pech für diese Zeitgenossen, wenn die wiederbeantragte Lizens zum Betrieb eines Vergnügungsbetriebs mit dem Hinweis verweigert wird, dass sein Verhalten dem Image Thailands geschadet hat und es ihm deshalb an moralischer Festigkeit mangelt.

Womit wir beim vierten Versprechen wären: Kampf der Prostitution!
Eigentlich gibt es sie ja gar nicht in Thailand. Seid Jahrzehnten schon durch Gesetz abgeschafft und streng kontrolliert durch die Gesetzeshüter, was wiederum stimmt. Kein Etablissement konnte existieren ohne mindestens ein streng auf die Einnahmen gerichtetes Augenpaar.

Als Gegenleistung konnten die Damen und Herren der horizontalen Liga auf verständnisvolle Ohren hoffen, wenn der feste Freund von letzter Nacht seinen Obolus zur Lebenserhaltung nicht oder nur unvollständig entrichten wollte. Diese Art Symbiose von Staat und Volk mag für europäische Verhältnisse etwas anrüchig sein. In Thailand hat sie jedenfalls gut funktioniert. Welch Wunder auch, flehen doch Polizisten wie die Gegenseite die gleiche Gottheit um Erfolg an, da lässt sich das eine oder andere schon beim Tempelbesuch regeln.

Nun soll es damit vorbei sein. Die reizenden Hostessen verlieren ihren Job, die Polizisten einen Teil ihrer fest verplanten Einkünfte und nur der Ministerpräsident sonnt sich in der Reinheit seiner Moral.

Tja, und da liegt das Problem für den vergnügungssüchtigen Touristen. Schließlich sind in Thailand alle Menschen gleich, manche vielleicht noch ein bisschen gleicher als andere, aber Ausnahmen werden nicht gemacht. Punkt Mitternacht fällt der Rollladen, in Sperrbezirken um 1 Uhr und Lokale mit Live-Vorstellungen der musikalischen Art dürfen am Wochenende sogar bis um 2 Uhr auf haben. Was natürlich nicht heißt, dass es solange auch alkoholische Getränke gibt. Damit ist um Mitternacht Schluss.

Man sollte das auch positiv sehen: Wenn man dann im Hotel ankommt, ist der Dampf schon wieder weg und man kann sich seelisch und moralisch auf den morgigen Tempelbesuch einstellen. Aber die US$ nicht vergessen, sonst lassen einen die Wächter nicht mehr rein.

Schönen Urlaub!


Geschrieben am: 15. Feb 2002, 20:35   von: blokk



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