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Übersicht > Shopping > Supermärkte & Discounter > real

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
ersetzt teilweise Fachgeschäfte

Nachteile:
Produktvielfalt kann überfordern




Überlebenstraining im Supermarkt
Bericht wurde 2613 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

„DER KLEINE MATTHIAS HAT SEINE FREUNDIN VERLOREN. ER IST CA 1,97 m GROSS, SIEHT VERTEUFELT GUT AUS UND IST UNRASIERT! ER KANN IN DER LEBENSMITTELABTEILUNG AN DER KÄSETHEKE ABGEHOLT WERDEN!“

So dröhnt es aus den Lautsprecherboxen des Real-Supermarktes in Raisdorf bei Kiel. Denn aber auch wirklich jedes Mal gehe ich in dem riesigen Labyrinth aus Gängen verloren. Wenn ich ehrlich sein soll, macht mir der Laden auch ein wenig Angst. Ich bin quasi ein Landei und in meinem Wohnort mit 20 000 Einwohnern kleine, schnuckelige Supermärkte gewohnt. Hier kenne ich mich aus und die Kassiererin fragt mich freundlich, ob mein hämorrhoidales Leiden inzwischen besser geworden ist. MEIN Supermarkt verfügt über ein Sortiment das mir zusagt und mich nicht verwirrt. In MEINEM Supermarkt finde ich sofort die aufblasbaren Brötchen und die Tiefkühlpizza, die ich am liebsten esse. Ich könnte mit verbundenen Augen durch MEINEN Supermarkt gehen und würde traumwandlerisch im Zeitschriftenregal zur richtigen Ausgabe der Mickey Maus greifen, während ich lässig den Weg zur Kasse einschlüge.

Nur mal am Rande: die Fleischereifachverkäufern hat mir erst kürzlich gesteckt, dass der Filialleiter in Erwägung zieht, mir einen eigenen Einkaufswagen zur Verfügung zu stellen. Inklusive Heckaufkleber mit dem Schriftzug meines Namens, versteht sich. Sozusagen als nette Aufmerksamkeit für ihren treuen Kunden.

Aber manchmal habe sogar ich Lust auf Exotik, Äktschn und ein bisschen Abenteuer - und dann zieht es mich in die Großstadt mit ihren glitzernden Lichtern und den verführerischen Mega-Stores. Und da in schöner Regelmäßigkeit ein Prospekt der neuesten Angebote des Real-Marktes in meinem Briefkasten landet, geht die Reise also nach Raisdorf bei Kiel. Schon aus der Ferne sehe ich von der Autobahn aus die riesigen roten Letter auf dem gigantischen Gebäude prangen. Das erste große Erstaunen packt mich, als wir auf dem Parkplatz einbiegen. Er ist mindestens so groß wie die Kleinstadt, in der ich wohne. Mit deutscher Genauigkeit wurden die einzelnen Abschnitte alphabetisch gekennzeichnet, damit man auch seinen bescheidenen Kleinwagen in dem bunten Haufen der Blechkarossen wiederfindet. Außerdem wurde der komplette Parkplatz mit Zebrastreifen ausgestattet.
Nachdem wir also unser Fahrzeug ordnungsgemäß abgestellt haben und uns den Buchstaben unseres Abschnitts gemerkt haben, greifen wir uns einen der zahlreich vorhandenen Einkaufswagen und machen uns auf den Weg zur großen Drehtür. Schon vorher werden meine Augen von den angrenzenden Bäckereien und Schlachtereien abgelenkt.

Im Eingangsbereich gibt es angenehmerweise einen Informationsterminal, an dem gerade ein Pärchen lautstark ihren kürzlich erworbenen Toaster reklamiert. Egal, ab ins Geschäft! Natürlich haben wir uns vorher notiert, was wir alles an Lebensmitteln und sonstigen Dingen haben wollen. Also hole ich den Zettel aus meiner Jackentasche, während meine Freundin den Einkaufswagen durch die Schranke schiebt. Ich sichte die Anzahl der Artikel auf meiner Liste und sehe mich in Gedanken schon an der Kasse. Aber als ich den Kopf hebe stelle ich fest, dass ich in einem Konsumtempel gelandet bin, der MEINEM Supermarkt irgendwie gar nicht ähnlich ist.

Na ja was soll’s, ich bin ja flexibel, deshalb stört es mich nicht, dass ich mich anstatt in der erwarteten Gemüseabteilung zwischen CDs und Radios wiederfinde. Natürlich schlendern wir durch die Gänge, in denen Stereoanlagen, Bügeleisen, Fernseher und Friteusen angeboten werden. Und so passiert es, dass der erste außerfahrplanmäßige Artikel in Form eines Föns in unserem Wagen landet. Der ist aber auch zur Zeit heruntergesetzt und MUSS einfach mit. Danach geht es zurück in den Hauptgang, da die dort abzweigenden Gassen schön nach Bereichen gegliedert und ausgeschildert sind. Ich schippere mit meinem Wägelchen zu den Milchprodukten, um meine Joghi-Vorräte aufzufüllen. Die Kühltheke ist genauso groß wie meine komplette Wohnung und führt die unglaublichsten Joghurt, Quark und Puddingsorten. Das Angebot überrollt mich total, die grellen Farben der Plastikdeckel blenden mich und ich sehe bunte Punkte vor meinen Augen tanzen. Nach minutenlangem Suchen habe ich meine Lieblingsmarke immer noch nicht gefunden und greife wahllos zu irgendeinem Produkt.

Nach diesem Stress würde ich mir am liebsten erst mal eine Zigarette anstecken, aber das muss ich mir wohl verkneifen. Einmal durchatmen und ab zu den Broten. Zuerst aber sage ich meiner Freundin Bescheid, die auf dem Weg in die Drogerie-Abteilung ist. Sie übernimmt den Wagen (ich habe ihn schon zu häufig an irgendwelchen Regalen stehen lassen und ihn nie wiedergefunden) und ich finde mich in den Backwaren wieder. Aber hier ergibt sich das gleiche Problem wie bei den Milchprodukten. Die riesige Palette an verschiedenen Brotformen, Teigtypen und Preisklassen bringt meinen schon leicht aufgeweichten Verstand derart durcheinander, dass sich zu den bunten Punkten vor meinen Augen auch noch Schaum vor dem Mund gesellt. Blindlings greife ich in das Regal vor mir und bewaffne mich mit zwei Baguette.
Ich eile auf den Hauptgang zurück und versuche mich daran zu erinnern, wohin es meine Freundin noch mal verschlagen hat. Haushaltswaren? Heimwerker? Hödelglö? ICH HABS VERGESSEN!

Also irre ich durch den Laden, nehme die musikalische Berieselung nur noch vom weiten wahr, greife mir im Vorbeigehen eine Flasche Wein und köpfe sie unmittelbar, gebe einer zeternden älteren Dame mit meinem Baguette eins über die Runzelrübe und verirre mich immer mehr in dem Gewühl des Angebots.(©logge) Irgendwann lasse ich mich auf dem Sitz neben dem Produkt-Scanner fallen und möchte nur noch verzweifeln. Da erkennt eine freundliche, in rot gekleidete Mitarbeiterin des Supermarktes meine Not und fragt mich, ob mir vielleicht mit einer Durchsage geholfen wäre. So kommt es also, dass ganz Real von meiner Misere erfährt und schließlich eine besorgte, Blondine um die Ecke kurvt und mich endlich wieder in ihre Arme nimmt.

Meine Freundin hat während meiner Abwesenheit alle fehlenden Artikel zusammen gerafft und wir können endlich den Weg zur Kasse antreten. Ich nehme gar nicht mehr richtig wahr, wie die Kassiererin neues Kleingeld per Rohrpost erhält und bin froh, dass ich mich kurz danach auf dem Parkplatz und damit auf dem Heimweg befinde ....


Und für die Leser, die furztrockene Infos bevorzugen:

Der Realmarkt in Kiel Raisdorf verfügt über eine sagenhaft große Produktpalette, die teilweise den Gang in Fachgeschäfte erspart. Es gibt Abteilungen wie z.B.

- Auto
- Babys und Kinder
- Computer und Telefon
- Gesundheit
- Mode
- Musik
- Camping und Garten
- Haushalt
- Drogerie und Kosmetik

Und noch viele andere. Das Personal ist teilweise ziemlich gestresst, was aber bei dem Umfang bis zu einer gewissen Grenze verständlich ist. Die Gänge sind ausgeschildert, was das Suchen vereinfachen soll. Man kann sich neben den normalen Einkaufswagen auch welche mit Liegesitzen für Säuglinge nehmen. Aber auch Behinderte werden nicht benachteiligt; da es spezielle Wagen, Kassen und Parkplätze für sie gibt.

Außerdem findet man Wickelräume und Ruhezonen vor. An verschiedenen Stellen sind gut sichtbare Kundentelefone angebracht, die man benutzen kann, wenn man keinen Verkäufer antrifft. Größere Elektrogeräte werden sogar bis nach Hause geliefert. Das Bezahlen ist natürlich auch mit Kreditkarte möglich. Die Parkplätze sind in alphabetische Gebiete unterteilt, damit man seine Karre möglichst schnell wiederfindet. Und dann darf ich natürlich nicht das Supermarkteigene Restaurant vergessen, in dem man sich nach dem Einkauf bei einer Tasse Kaffee oder einer warmen Mahlzeit entspannen kann. Das Essen an sich hat meiner Meinung nach eher Kantinen-Qualität.
Mir ist der Laden eindeutig zu groß, ich bleibe lieber bei MEINEM Supermarkt.

Noch Fragen!? ;-)


Geschrieben am: 03. Nov 2001, 11:30   von: Logge



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