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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Kambodscha > Preah Vihear

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Einen ungewöhnlichen Wat kennenlernen

Nachteile:
Schwer zu erreichen




Der geheimnisvolle Wat
Bericht wurde 2101 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Einer der abgelegensten Wats (Wat = Kloster der Mönche) bzw. Tempelanlage Südostasien befindet sich in Kambodscha, und zwar in einer so abgelegener Gegend, dass man schon ein wenig Abenteuerlust verspüren sollte, diesen Wat aufzusuchen. Im Laufe der vielen Jahre mögen es wohl schon eine Menge Wats gewesen sein, die ich in Südostasien, insbesondere in Thailand besucht hatte, aber dieser Wat war was Besonderes, und wird deshalb wohl noch lange in meiner Erinnerung bleiben.

Eigentlich ist die Bezeichnung „Tempel“ für Wat nicht so ganz zutreffend, eher müsste es als Kloster bezeichnet bzw. übersetzt werden, aber da scheiden sich noch die Geister, weshalb ich dies auch nicht als Diskussionspunkt aufstellen möchte.

Der Wat Preah Vihear in der kambodschanischen Region Kompong Thom (andere Schreibweise auch Kampong Thom), die einst noch zu Thailand gehörte, aber aufgrund kolonialer Kanonenpolitik von Seiten Englands und Frankreich, Thailand abtreten musste. Der Streit ging dabei so weit, dass erst 1962 ! der internationale Gerichtshof entschied, dass Preah Vihear Kambodscha gehörte. Genaugenommen liegt es im äußersten Norden der Region, nahe der thailändischen Grenze. Wen man es noch genauer lokalisiert haben möchte, gehört der Wat zur gleichnamigen Provinz, die ebenfalls Preah Vihear heißt. Von Thailand aus gesehen, liegt es etwa 180 km südwestlich von Udon Ratchathami, im Nordosten Thailands.

Zuletzt hatte ich diese Anlage 1997 besucht, und dabei war die Stadt Udon Ratchathami, die man gut per Flugzeug von Bangkok erreichen kann, Startpunkt der etwas aufwendigen Fahrt. Wir hatten dabei Glück, und konnten, mit Hilfe unseres Fahrers, noch in Udon Ratchathami kurzfristig in einer kambodschanischen behördlichen Vertretung ein Tagesvisum ergattern, immerhin für stolze 1600 Baht; dass war es mir aber wert. Ich hörte davon, dass solch ein Tagesvisum eigentlich nur in Surin ausgestellt würden. Wollte da nicht nachhacken, hatte ja mein Tagesvisum.

Wir fuhren sehr früh gegen etwa 7.00 Uhr los, um die rund 180 km lange Strecke und bergige Landschaft mit einem guten Toyota-Geländewagen anzugehen. Wir fuhren auf die H 24 und machten nach einer guten Stunde, runde 40 km waren wir bereits gefahren, eine kurze Rast hinter dem Dorf Det Udom, um einen Kaffee zu trinken. Danach ging es weiter, bis wir nach weiteren etwa 70 km an einer Kreuzung kamen und auf die H 221 fuhren. Dabei kamen wir an einen Ort vorbei, bestehend aus einigen Dutzend Hütten, der den kurzen Namen „Na“ hatte.

Nach weiteren etwa 50 km sahen wir einen Ort, der Phum Saran hieß, und der Fahrer teilte uns mit, dass dies der letzte Ort vor der Grenze sei. Wir bereiteten also schon einmal alle Papiere vor. So war es auch schon, dass wir nach wenigen Kilometern einen schwer bewaffneten Militärposten sahen, der uns auch misstrauisch beobachtete. Na, ist ja auch kein Wunder, dachte ich mir, wann kommt wohl hier mal ein Ausländer an. Freundlich gab ich dem Wachposten meinen Pass und das Tagesvisum, und mein Fahrer erklärte dem Wachposten das Ziel. Hey, war da nicht ein kurzes Lächeln des Soldaten. Die Schranke ging hoch und wir wurden durch gewunken.

Über eine steile, aber gut befestigte Straße erreichte wir schließlich den Wat Preah Vihear bzw. gingen die letzten mehrer hundert Meter zu Fuß.

Da ich immer ein Tagebuch mitführe, um alle wichtigen Details zu behalten, hatte ich dort auch alle Informationen eingetragen, die ich über diese Anlage erhielt bzw. selber herausfand. So nimmt man an, dass der Wat Preah Vihear etwa um das Jahr 1000 n. Chr. (Plus / Minus 50 Jahre) erbaut wurde. Dabei wurde der Wat nicht für Buddha, sondern für den Hindugott Shiva erbaut. Diese Anlage soll es sogar der größte Hindu-Tempel außerhalb von Indiens sein.

Den Auftrag zum Bau gab Khmer-König Yasovarman I, der einen, wie die meisten Khmer-Könige, einen besonderen Hang zum Bau von Tempelanlagen hatte. Sein Nachfolger, König Suryavarman I ließ diverse Erweiterungsarbeiten durchführen, aber den Abschluss der Bauarbeiten ließ König Survarman II durchführen, jener Khmer-König, wohl einer der mächtigsten seiner Zeit, der auch die prächtige Stadt Angkor Wat erbauen ließ.

Der Zustand der Anlage, die größtenteils aus soliden Sandstein besteht, ist recht gut, diverse Restaurierungsarbeiten wurden in den 70er Jahren durchgeführt, wobei es sich Thailand nicht nehmen ließ, die meisten Kosten dafür zu übernehmen. Dies hat auch seinen Grund, da seit rund 8 Jahren die Grenze geöffnet ist und deshalb jeden Monat, so versicherte es mein Fahrer, Hunderte Thais hierhin kämen.

Aber es ist nicht nur die imposante, typische wuchtige Khmer-Architektur, die viele indische Elemente beinhaltet, sondern auch der grandiose Rundumblick! Sie können weit nach Kambodscha und Thailand reinsehen. Da die ganze Anlage sich auf einen etwa 80-90 Meter hohen Steilhang befindet, sollte man schon Schwindelfrei sein, wenn man sich näher zum Rande des Steilhanges bewegt. Heute ist Dienstag, und wir sind die einzigen auf den Steilhang. Was für eine mystische Atmosphäre, als wäre die Zeit stehen geblieben. Nach 2 Stunden Aufenthalt, zwei vollen Filmen und vielen Eindrücken, fahren wir wieder zurück.

An der Grenze bot der Fahrer dem Wachposten, der auch einen Khmer-Dialekt sprach, höflich noch eine Zigarette an, die er gerne annahm, wobei nach einem kurzen Gespräch, wobei ich freundlich immer nickte, wenn mich der Wachposten ansah, der Fahrer dem Wachposten die ganze, zufällig volle Packung, westliche Marke, übergab.

Wer mal diese atemberaubende Anlage besuchen möchte, sollte neben einem gültigen Pass und Tagesvisum, nur mit einem kundigen Fahrer dort hinfahren, immer etwas Geld im Brustbeutel dabei haben, eine Jacke und feste Schuhe mitnehmen, da es hier oben auch etwas kühl und windig werden kann, und bei der Grenzkontrolle geduldig sein. Das mit den Zigaretten war eine nette (geplante) freundliche Geste meines Fahrers und mir, wobei ich natürlich die Zigaretten bezahlte, auch für meinen Fahrer (Schmunzel...) und hatte nichts mit „Beeinflussung“ zu tun. Deshalb Vorsicht bei eventueller Nachahmung!


Geschrieben am: 20. Oct 2001, 12:36   von: schreibhand



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