| KONTAKT | | HILFE | | HOMEPAGE |
 MyReise   MyTickets   MyShopping 
 
    STARTSEITE
Suche in
  Auswahl

Kategorie:

Aktuelles
Was ist Q-Test.de
Geld verdienen
Mitglied werden
Kontakt

  User Login
Username

Passwort



Passwort vergessen ?
 

Übersicht > Offene Kategorie > A-Z > Alles mit D...

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
???

Nachteile:
siehe Bericht !




Diebstahl ??? RTL - Bericht - Teil 3
Bericht wurde 7716 mal gelesen Produktbewertung:  ungenügend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Rechtliche Grundlage / Tatmotiv / Hintergründe

Dies ist der dritte Bericht aus meiner RTL – Extra Serie. Das Thema „Ladendiebstahl“ wurde bereits in zwei Recherchen, die ich im Auftrag von RTL – Extra getätigt hatte, behandelt.

RECHTLICHE GRUNDLAGEN

§ 242 Diebstahl
Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, dieselbe sich rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 248 a. Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen.
Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen werden in den Fällen der §§ 242 und 246 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn das die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amtswegen geboten hält.

§ 263 Betrug
Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu schaffen, dass Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Der Versuch ist strafbar.
Wer ein Preisetikett von der Ware entfernt und durch ein anderes ersetzt, der will eine Ware zu einem niedrigeren Preis erhalten und das ist Betrug und kommt zur Anzeige

§267 StGB Urkundenfälschung
Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, begeht Urkundenfälschung. Auch hier ist der Versuch strafbar. Diesen Strafbestand erfüllen Vertauschen, Verfälschen oder Verändern von Etiketten.

§ 274 StGB Urkundenunterdrückung
Urkundenunterdrückung begeht, wer eine Urkunde, die ihm entweder nicht oder nicht ausschließlich gehört, in der Absicht, einem anderen Nachteile zuzufügen, vernichtet, beschädigt oder unterdrückt. Der Versuch ist strafbar. Urkundenunterdrückung ist z.B. das Vernichten oder Wegwerfen von Etiketten.


WAS KANN ICH DAGEGEN UNTERNEHMEN ?

Nach § 127 StPO hat jedermann das Recht, eine Person vorläufig festzunehmen, wenn diese fluchtverdächtig oder ihre Identität nicht festzustellen ist. Zivilpersonen müssen den Festgenommenen allerdings unverzüglich der Polizei übergeben.

WER SIND DIE TÄTER ???

Entgegen dem Bild, dass man von einem Ladendieb hat handelt es sich meistens um Täter aus dem Mittelstand. Hierbei sind allerdings folgende Gruppierungen besonders auffällig:

1. JUGENDLICHE

Tatmotiv ist hier oft der Langeweile, Mutproben, oder der Nervenkitzel. Verwunderlich ist, dass die Jugendlichen Täter nicht selten genügend Geld bei sich führen, um die entwendeten Sachen zu bezahlen. Das Taschengeld wird dann allerdings lieber für andere Dinge ausgegeben, die man nicht entwenden kann ( Cafes, Disco, Kino, usw. ).
Erschreckend ist auch der entwendete Warenwert, den ein Jugendlicher im Schnitt bei sich führt. Dieser wurde von einer großen Detektei im Rhein – Main – Gebiet mit um die 100,- DM beziffert.

Bevorzugt „gemopst“ werden von dieser Tätergruppe Elektronikartikel ( CDs, Computerspiele, ... ) und Schreibwaren, bei den weiblichen Tätern Kosmetikartikel.

Rechtliche Grundlage:

Kinder bis 14 Jahren sind strafunmündig
Es erfolgt lediglich eine Meldung beim zuständigen Jugendamt, das Strafverfahren wird von der Staatsanwaltschaft eingestellt

Jugendliche von 14 bis 18 ( 21 ) Jahren sind bedingt strafmündig
Hier erfolgt eine Anzeige nach § 242, allerdings findet das Jugendstrafrecht Anwendung, unter Umständen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr.

2. BESCHAFFUNGSKRIMINALITÄT

Durch die immer steigende Anzahl der Drogenabhängigen in Deutschland wird diese Gruppe immer gewichtiger. Diese Personen gehen gezielt dem Ladendiebstahl nach, um sich durch den Verkauf der „Beute“ ihre benötigten Drogen zu beschaffen.

Bevorzugt gestohlen werden von dieser Tätergruppe Artikel, die ohne Eigentumsnachweis weiterverkauft werden können. ( CDs, Spirituosen, Parfum, Elektroartikel auch in größerem Stil wie Handys, Hifi und TV – Geräte, Autoradios und Zigaretten )

3. DER EIGENTLICHE „MITTELSTAND“

Zu dieser Tätergruppe gehören ab ca. 40 Jahre alte Männer, aber auch Frauen, die bei kleinen Artikel mit einer hohen Wertigkeit ( Rasierklingen, Parfum, Batterien, usw. ) zumeist die Verpackung entfernen und diese dann mitgehen lassen, ohne Zahlung zu leisten. Die Leerpackungen sieht man dann in allen Ecken in den Supermärkten liegen. Dieser Vorgang wird meistens durchgeführt, um den elektronischen Diebstahlschutz zu umgehen.

Das Motiv hierbei ist unterschiedlich: Oft hat der „Kunde“ den alten Preis von vor einigen Jahren im Kopf und ist nicht bereit den heutigen Preis für das Produkt zu bezahlen. Auch der Nervenkitzel, wenn die Person keinen „Kick“ mehr im normalen Leben hat, spielt oft eine Rolle, aber auch die Argumentation mit dem sogenannten „Kundenrabatt“ wird oft vom Täter angewandt.

4. DIE BANDEN

Hier treten mehrere Täter organisiert auf, um vor allen Dingen größere Gegenstände zu entwenden. Hierbei fungiert meistens eine Person oder eine kleine Gruppe, als „Späher“, dieser beobachtet das Umfeld, während der oder die anderen den Diebstahl ausüben.
Bei eine anderen Variante lenken eine oder mehrere Personen das Personal ab und der oder die anderen führen in dieser Zeit den Diebstahl durch.

Banden klauen in der Regel auf Bestellung, das heisst, die betroffenen Warengruppen können von Fall zu Fall variieren, aber auch hier sind Spirituosen, Zigaretten aber auch Bekleidung und Sportartikel am häufigsten gefragt.

5. DAS PERSONAL

Die wichtigste und bedeutendste Gruppe von allen Tätergruppen. Vage Schätzungen gehen davon aus, dass über 70 % der Diebstähle ( auf den Warenwert bezogen ) durch das eigene Personal oder Fremdfirmen, die in einem Unternehmen tätig sind, ausgeführt werden. Denn nur diese Personen haben uneingeschränkten Zugang zu den jeweiligen Gütern und können Diebstähle auch langfristig und im großen Stil organisieren.
In den deutschen Grossstädten gibt es mittlerweile auch hier organisierte Banden, die gezielt Personal in bestimmte Unternehmen einschleusen, um Diebstähle auszuführen.


DER VERLAUF EINER ANZEIGE


Bei Jugendlichen:

Die rechtlichen Folgen laut Gesetzgeber:

Nachdem der Tatverdächtige von der Polizei vernommen wurde, entscheidet der zuständige Staatsanwalt, ob das eingeleitete Strafverfahren eingestellt oder eine Anklageschrift angefertigt wird, bzw. der Jugendliche vor dem Jugendgericht angeklagt wird.

Entscheidet der Staatsanwalt auf eine Anklage vor dem Jugendgericht berät sich der Jugendrichter mit der Jugendgerichtshilfe und dem Staatsanwalt, welche Strafe für den Jugendlichen ausgesprochen werden soll.
Der Jugendrichter kann das Verfahren einstellen oder erzieherische Maßnahmen einleiten. Eine Vorstrafe in Form eines Eintrages im Führungszeugnis bekommt der Jugendliche erst, wenn er sich als unbelehrbare Person erwiesen hat und eine Jugendstrafe von 2 Jahren erhalten hat.

Die rechtlichen Folgen nach meinen Recherchen:

Der Jugendliche bekommt also einige Möglichkeiten aus seinen Fehlern zu lernen. Das deutsche Jugendstrafrecht ist meiner Meinung nach viel zu mild ausgelegt. Denn die Anwendung lässt den Jugendrichtern verhältnismäßig viel Freiraum, so dass die Verurteilung mehr vom Richter als von der eigentlichen Straftat abhängig ist.


Bei Erwachsenen:

Die rechtlichen Folgen laut Gesetzgeber:
( Strafrecht )

Bei dem Ersttäter wird zumeist eine Geldstrafe angewandt, die in der Regel in Tagessätzen ausgesprochen wird. Dabei wird meistens das Nettoeinkommen des Beschuldigten durch 30 Tage geteilt und so ein Tagessatz ermittelt.

Falls vom Staatsanwalt kein Verfahren eröffnet wird, erhält der Beschuldigte einen sogenannten Strafbefehl, der eine zu zahlende Strafe an die Gerichtskasse oder eine öffentliche Einrichtung verlangt.

( Zivilrecht )

Der Ladendieb erhält in der Regel ein Jahr Hausverbot, zudem kann der Geschädigte auch weitere Forderungen, wie Schadensersatz geltend machen.
Von einer Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft oder ein Gericht, sind die zivilrechtlichen Forderungen nicht betroffen.

Die rechtlichen Folgen nach meinen Recherchen:

Liegt bei dem Eigentumsdelikt keine Gewalttat wie räuberischer Diebstahl oder Raub vor, wird auch hier in der Regel sehr mild mit dem Beschuldigten verfahren. Es kommt nicht selten vor, dass auch im Weiderholungsfall nur eine Geldstrafe ausgesprochen wird, die einem Ordnungsdelikt entspricht.

FAZIT

Auch ein Thema, bei dem der Gesetzgeber dringend gefordert ist, einzuschreiten. Es kann nicht sein, dass die Nachlässigkeit des deutschen Gesetzgebers dazu führt, dass ein Eigentumsdelikt in Deutschland zum Volkssport wird...
Vor allem im Einzelhandel richtet der Ladendiebstahl gravierende Schäden an. Bei der Preisbildung werden in der Regel mindestens 5 % für Diebstahl kalkuliert. Nach meiner Recherche liegt bei einigen Artikelgruppen die Diebstahlsquote bei bis zu 20 % !!!
Der Endverbraucher darf mal wieder zur Kasse gebeten werden...

Euer klanol


© by Klaus Nolte


Geschrieben am: 18. Oct 2001, 13:09   von: klanol



Bewertungen   Übersicht


Weitere Infos? Versuchen Sie doch mal folgende Suchen bei Google:

Alle evtl. aufgeführten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und unterliegen den jeweiligen Bestimmungen.


Was ist Q-Test.de | Impressum | Werbung | Geld verdienen | Banner | Counter | Preisvergleich | Download