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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Afrika > Tunesien

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
billig, gutes Wetter

Nachteile:
aufdringliche Einheimische, wenig kulturelle Möglichkeiten




Nur schauen - kostet nicht viel!
Bericht wurde 2391 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Tunesien gibt es eigentlich zweimal; zum Einen die Küstenregion, die fest in der Hand der Touristen liegt, zum Anderen das Hinterland, bestehend aus Wüste, Wüste, Wüste und ein paar Einheimischen.
Mangels Erfahrung beschränkt sich mein Bericht auf die Küstenregionen....

Jedes Jahr stelle ich im Oktober/November mit Schrecken fest, daß der Sommer zwar vorbei ist, mein Sonnenbedürfnis jedoch lange nicht gestillt ist. Folglich überlege ich dann immer, wo ich noch etwas Sonne tanken kann, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen. Meistens treffe ich die endgültige Entscheidung dann erst im Reisebüro beim Studium der Last-minute-Angebote. Auf diese Weise kam ich schon zweimal nach Tunesien, ein drittes Mal wird es bestimmt geben.

Wer eine Pauschalreise nach Tunesien wählt, sollte keine allzu großen Erwartungen hegen. Kulturell hat das Land nicht sehr viel zu bieten (einige maurische Altstädte, ein Kollosseum, die Ruinen von Karthago, eine Oase...), die Sehenswürdigkeiten liegen weit auseinander und jede davon ist quasi ein Tagesausflug. Wenn das Land sonst wenigstens interessant wäre, könnte man diese Tagesausflüge ja auf sich nehmen, doch leider ist das nicht so. Tunesien ist eigentlich eine große Baustelle. Man sieht nur öde, verdreckte Landstriche voller Bauschutt und schwarzen Plastiktüten, alle paar Meter kommt eine Bauruine, an der offensichtlich seit Jahren nicht gearbeitet wurde. Dazwischen nur Wüste, ausgetrocknete Flußläufe, ein paar Olivenbäume und Feigenkakteen (von schwarzen Plastiktüten oft liebevoll umschlungen).

Die Städte bieten weitgehend ein ähnliches Bild: Öde Straßenzügen mit alten, gammligen Häusern, Baustellen und Bergen von Müll und Abfall und auf der Straße herumfliegenden schwarzen Plastiktüten.... Eine Ausnahme bilden hier lediglich die wenigen Einkaufsstraßen in Tunis und Monastir sowie die Souks (Basare), die es in jeder Stadt ab 5.000 Einwohnern gibt.

Das hört sich für Euch wenig verlockend an?? Na, dann laßt einfach Eure kulturellen Ansprüche daheim und packt statt dessen die Badehose, Schnorchel und Angel ein! Als Bade- und Erholungsurlaub ist Tunesien nämlich jederzeit eine Reise wert, wenn man eine wichtige Grundregel beachtet: GEHT NIE IN EIN HOTEL UNTER 4 STERNE!! Wer das tut, wird seinen Urlaub in der Regel gründlich bereuen, da die Sterne in Tunesien immer der Landeskategorie entsprechen und kein Vergleich zu der deutschen Bewertung sind. In Tunesien würden wohl die meisten deutschen Jugendherbergen 3 Sterne bekommen.... Außerdem solltet Ihr ein Hotel wählen, das mindestens 3 Kilometer vom Flughafen in Monastir entfernt ist, da die Lärmbelästigung sonst erheblich ist. Der Preisunterschied zwischen 3 und 4 Sternen ist auch nicht so gewaltig, als daß er nicht jeden Pfennig wert wäre. 2 Wochen Tunesien erhält man in der Nebensaison für unter DM 1.000.-, wenn man per Last Minute bucht. Die Gegenleistung besteht aus einem Flug (Tunis Air), Transfer zum Hotel sowie Halbpension (Frühstück und Abendbuffet) und mit etwas Glück 14 Tagen Sonne. Die Nachsaison empfiehlt sich nicht nur wegen des Preisunterschieds, sondern vor allem wegen den klimatischen Verhältnissen. Auch wenn Tunesien im Norden von Afrika liegt, so bleibt es doch Afrika. Im Juli/August kann man dort oft mit Temperaturen über 40°C rechnen, was nicht jeder mag. Im Oktober/November herrschen dagegen moderate 20 - 30°C, was ich als durchaus ausreichend empfinde.

Hotels der 4 - und 5 - Sterne - Kategorie unterscheiden sich nur wenig in Ausstattung und Service.
Doppelzimmer mit Klimaanlage, Minibar, Sat-Fernseher, Telefon und Zimmertresor sind Standard. Die Zimmer sind sehr sauber und werden täglich gereinigt (Im 5-Sterne-Hotel "Amir Palace" in Monastir wird sogar das Klopapier täglich gefaltet...). Die Zimmermädchen sind freundlich, unauffällig und vor allem ehrlich; von Diebstählen hätte ich nie etwas gehört. Auch das restliche Servicepersonal ist äußerst freundlich und zuvorkommend. Die Hotels der gehobenen Kategorie liegen fast ausnahmslos direkt am herrlichen Sandstrand und haben in der Regel auch ein eigenes Stück Strand nur für die Hotelgäste. Ein Außenpool sowie ein Hallenschwimmbad runden das Angebot ab. Paraglyding, Jetsky, Bananenritt sowie Pferdeausritte werden überall am Strand angeboten, die veranschlagten Preise sind jedoch meist recht hoch.

Das Essen in den Hotels ist sagenhaft, für den deutschen Magen jedoch gewöhnungsbedürftig (Immodium Akut oder ähnliches gehört unbedingt in die Reiseapotheke!). Es gibt Fleisch, Fisch und Huhn in allen Variationen, meist recht fettig gebraten. Ansonsten besteht die Küche aus einem Mischmasch von italienischen, spanischen und arabischen Einflüssen und ist teilweise recht scharf.

Nach dem Abendessen wird von den Hotels meist eine Animationsshow angeboten, die aus folkloristischen Darbietungen (Tanz oder Schlangenshow), Bingo oder ähnlichen Vergnügungen besteht.

Da auch der feinste Badeurlaub irgendwann langweilig wird und man sich noch mit landestypischen Souvenirs eindecken will, muß man das Hotel eben doch mal verlassen. Bevor man dieses Abenteuer wagt, sollte man sich unbedingt eine Informationsveranstaltung seines Reiseveranstalters im Hotel angehört haben. Die dort gegebenen Tipps können vor unnötigen Geldausgaben bewahren.

Für den Weg vom Hotel in die nächste Stadt benützt man in der Regel ein Taxi. Bei Fahrtantritt gibt man als Ziel einfach "medina" an, un wird in die nächste Altstadt mit Souks gefahren. Den Fahrpreis sollte man bereits vor der Fahrt vereinbaren, um später keine unliebsame Überraschung zu erleben. Taxis kosten in Tunesien nicht mehr wie bei uns öffentliche Verkehrsmittel, sehen aber auch so aus. Die Laufleistungen der Fahrzeuge liegen oft über 500.000 Kilometern, die Autos selber werden nur durch Rost und Allah zusammengehalten. Pannen sind selten, Unfälle merkwürdigerweise auch, obwohl es in Tunesien augenscheinlich keine Verkehrsregeln gibt. Jeder fährt, wie und wo er will, statt Bremse nimmt man lieber die Hupe. Komisch, doch das Prinzip funktioniert.

An der "Medina" angekommen, steht man meist vor einer imposanten Stadtmauer nebst Tor. Besonders schöne Altstädte gibt es in Tunis, Monastir, Hammamet und Nabeul. Vor den Toren stehen meist Kinder, die einem Blumen schenken wollen und im Gegenzug dann ein Geschenk von einem Dinar (Landeswährung) wollen. Diesen kleinen Erpressern kann man fast nicht entgehen. Sollte man diese jedoch überstehen, steht sofort ein Vertreter der Altersstufe 12 - 15 vor einem und will sich als Führer verdingen. Interessant ist, daß die Einheimischen sofort jeden Touristen richtig einschätzen und in seiner Landessprache ansprechen. "Du Deutsch?" bekam ich dauernd zu hören, obwohl ich nur Kleidung aus U.S.A trug... Die meisten Tunesier beherrschen die wichtigsten Worte für Verhandlungen und Beschimpfungen in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch. Nur wenn es hart auf hart kommt, verfliegt diese Fähigkeit und der Gegenüber spricht nur noch Arabisch (z.B., wenn es zu wenig Wechselgeld rausgab...). Nach den Stadttoren steht man direkt in den Souks. Das sind kleine, dunkle Gäßchen, teilweise überdacht, in denen ein Marktstand neben dem anderen steht. In den Souks herrscht ein sehr orientalisches Flair, die Luft ist erfüllt von fremdartigen Gerüchen, ebenso wie der Geist von neuen Eindrücken. Hier gibt es alles und auch noch mehr. Kunst neben Kitsch, Gold neben Bronze, Gewürze und lebende Tiere (Schildkröten, Kamele, Chamäleone...), Medizin und Wurst und vor allem Teppiche und Lederjacken. (@jabberwocky666) Man kann kaum einen Stand passieren, ohne von dem Verkäufer angesprochen zu werden "Du Deutsch? Kommen schauen, kostet nicht viel, alles viel billig hier." Auch zu einem Tee a la menthe (sehr starker, sehr süßer Rfefferminztee) wird man ständig eingeladen. Einer solchen Einladung nicht Folge zu leisten, legen die Einheimischen gerne theatralisch als Beleidigung aus, wovon man sich jedoch nicht beeindrucken lassen sollte. Bei Preisverhandlungen merkt man dann schnell, daß man sich tatsächlich auf einem orientalischen Basar befindet. Soll ein Produkt bei der ersten Preisanfrage 100 Dinar kosten, so kann man davon ausgehen, daß man es für maximal 20 Dinar erwerben kann. Richtige Schnäppchen sind auch möglich, wenn man es sich zutraut, mit einem Kameltreiber stundenlang zu feilschen. Eine gute Taktik ist es auch, wenn sich die Verhandlung festgefahren hat, den Stand unverrichteter Dinge zu verlassen und auf dem Rückweg nochmals neu zu verhandeln. Und noch ein Tipp: Wenn Ihr eine Lederjacke kaufen wollt (was wegen der möglichen billigen Preise durchaus zu empfehlen ist), zeigt starkes Interesse für eine Ledertasche. Der Verkäufer wird Euch auf jeden Fall seine tollen Jacken vorführen wollen, die Ihr natürlich auch widerwillig betrachtet. Bei solch ungünstigen Voraussetzungen und augenscheinlichem Desinteresse wird Euch der Verkäufer von vornherein ein wesentlich besseres Angebot machen. Was man in Tunesien noch unbedingt kaufen sollte, sind Gewürze, die dort sehr günstig zu haben sind.
Einen Besuch in einem Souk sollte man unbedingt machen, auch wenn die aufdringlichen Verkäufer sehr lästig sind. Fotografieren ist in Tunesien übrigens oft nicht gerne gesehen oder sogar verboten. Bevor man einen Stand fotografiert, sollte man unbedingt den Verkäufer um Erlaubnis fragen.

Fazit: Für Sonnenhungrige ist Tunesien immer eine Reise wert. Viel Sonne, viel Service, wenig Kosten. Zum Shoppen oder für Kultursüchtige ist leider nicht so viel geboten. Wer aber nur entspannen will, ist hier goldrichtig.

Carpe Noctem, Euer Jabber


Geschrieben am: 10. Nov 2001, 11:29   von: jabberwocky666



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