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Übersicht > City-Guide > Ausland > Malediven

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
zauberhaft, traumhaft, wunderbar

Nachteile:
teurer als das Rote Meer, Korallenbleiche auf einigen Inseln




Nicht nur für Taucher!
Bericht wurde 3244 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 6 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Die Malediven bestehen aus 19 Atollen, etwa 1.200 Koralleninseln, von denen nur etwa 200 bewohnt sind. Die Inseln haben meist nur ein paar hundert Meter Durchmesser und erheben sich kaum aus dem Meer. "Gebaut" wurden sie in Millionen von Jahren von Steinkorallen.

Beeindruckend ist bereits der Blick aus dem Flugzeugfenster beim Anflug: Inseln bis zum gekrümmten Horizont - zart hingetupft in das Türkis des Indischen Ozeans – grüne Kreise mit weißem Saum. Wenn man dann aus dem kühlen Flieger steigt, trifft einen die tropische Hitze wie ein Schlag. Per Boot oder Helicopter wird man von der Flughafeninsel zu „seiner Insel“ gebracht. Das Landschaftsbild der Inseln wird bestimmt durch Kokospalmen, Scaevolabüsche, viel Sand und noch mehr Sonne. Während des Trasfers per Boot kann man fliegende Fische und Delfine sehen und überall palmenbestandene Inseln – traumhaft schön, besonders wenn man aus dem grauen deutschen Winter kommt.

Die Malediven sind nichts für Urlauber, die auch Spaß am Nachtleben haben wollen. Das gibt es dort nicht. Dafür sollte man besser in die Karibik fliegen. Sehenswertes außer den Inseln selbst und natürlich der Unterwasserwelt gibt es dort nicht. Die Unterwasserwelt ist dafür aber überwältigend - nicht nur für Taucher, denn genausoviel Spaß macht es, in den Riffen, die man praktisch vor der Bungalowtür hat, zu schnorcheln, denn gerade direkt unter der Oberfläche sind die Farben am intensivsten.

Wen Geckos an der Zimmerdecke, Flughunde, die abends über die Veranda flattern oder Scharen von Krebsen am Strand stören, sollte sich ein anderes Urlaubsziel suchen. Die auf den Malediven vorkommenden Schlangen sind – wie alle Landtiere dort – harmlos. Aufpassen sollte man an Land nur auf Skorpione; ein gutes Mückenschutzmittel ist auch empfehlenswert, obwohl Moskitos nicht übermäßig auftreten. An Kleidung reichen T-Shirts und Shorts und natürlich Badebekleidung. Bei einem Besuch der Hauptinsel sollte die Kleidung jedoch nicht zu freizügig sein, da die Bewohner Moslems sind. Schuhe braucht man auf seiner Insel nicht (nur ein Paar für den Besuch der Hauptinsel), aber ein Sonnenhut ist empfehlenswert und natürlich Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor.

Zum Tauchenlernen sind die Malediven nicht zu empfehlen, denn es wird schwer werden, nach der Unterwasserwelt der Malediven etwas Großartigeres zu finden - dafür am besten ans Rote Meer fahren, mit ein bißchen Taucherfahrung kann man sich dann auf den Malediven auch mehr auf seine Sinneseindrücke konzentrieren.

Getaucht wird am Hausriff oder von Dhonis aus – kleinen teilüberdachten Holzboten – die bei Seegang erhebliche Auf- und Abbewegungen machen – nichts für empfindliche Mägen. Die Dhonis ankern nicht am Tauchplatz, da hier meist Strömungstauchgänge gemacht werden, sondern folgen den Luftblasen der Taucher, die sie nach dem Auftauchen wieder aufsammeln, was manchmal einige Zeit dauern kann. ;-) An manchen Stellen – zwischen den Inseln – ist die Stömung so stark, daß man kaum den Kopf zur Seite bewegen kann, ohne daß die Maske droht, vom Gesicht gerissen zu werden. Ideal, um wie im Flug über den Grund zu gleiten, die Flossen nur noch zum Navigieren einsetzend. Man begegnet Mantas, Adlerrochen, Riffhaien, Ammenhaien, Muränen, Kraken, Seeschildkröten, metergroßen Napoleonfischen – das alles sogar am Hausriff – an manchen Stellen begegnet man sogar Hammerhaien oder Delfinen und mit viel Glück einem Walhai. Das Meer auf den Malediven ist um Welten schöner als jedes Aquarium. Harmlos sind die Haie dort, sie umkreisten mich zwar manchmal neugierig, aber flüchteten, wenn ich zum Fotografieren in ihre Richtung schwamm. Alle anderen Fische haben eine sehr geringe Fluchtdistanz oder sind sogar neugierig auf Schnorchler und Taucher. Unter Wasser hört man es von überall knistern und knirschen – das sind die Papageienfische, die das Korallengestein zernagen, um an die weichen Polypen heranzukommen.

Vorsicht, wenn ein sehr großer Fisch aufgeregt immer wieder auf dich zuschwimmt - es könnte sich um den Riesendrückerfisch handeln, der sein Gelege verteidigt, und mit seinen Zähnen böse Fleischwunden reißt, wenn man seine anfänglichen Scheinattacken nicht ernst nimmt. Sein Revier erstreckt sich vom Grund bis an die Wasseroberfläche, was Schwimmern, die nicht nach unten sehen, zum Verhängnis werden kann.

Eine gute Unterwasserlampe mitzunehmen, lohnt sich sehr. Es war für mich ein außerordentliches Erlebnis, nachts im Riff zu schnorcheln – stundenlang, denn das Meer ist auch nachts angenehm warm. Weit hinausschwimmen sollte man nie (besonders nachts nicht), denn die Strömung ist an den Riffkanten sehr kräftig. Die Unterwasserlandschaft des Hausriffs ändert sich gerade für den Schnorchler durch den Wasserstand bei Ebbe und Flut ständig, auch die Strömungsverhältnisse.

Das Barfußlaufen im Meer zwischen den Korallenstöcken kann übel enden, wenn man auf die giftigen aufgerichteten Rückenstacheln des Roten Feuerfisches oder Steinfisches tritt, beide halten sich besonders gern in der Nähe der Leitern an den Stegen und überall im Riff auf. Deshalb nie auf den Grund stellen sondern immer schwimmen. Man sollte sich ohnehin nie auf die Korallen stellen und auch mit den Flossen Berührungen vermeiden, da die empfindlichen Kalkgerüste davon zerstört werden.

Leider bekommt man - außer auf der Hauptinsel Male und zum Hotelpersonal - kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, da die Regierung Hotelanlagen nur auf nicht von Einheimischen besiedelten Inseln errichten ließ. Eine Insel ist auch in 10 bis 30 Minuten umrundet, bei Ebbe kann man zu Fuß oft zu den Nachbarinseln laufen. BBQ-Ausflüge auf die angebliche Bacardi-Insel (Wieviele davon gibt es eigentlich auf der ganzen Welt?) sollte man sich ersparen, der Besuch einer Fischerinsel hingegen kann interessant sein – hier sollte frau jedoch die Schultern bedeckt halten und die Kameras sollten nicht wie im Zoo auf die Einheimischen gerichtet werden.

Vorsicht vor Sonnenbrand - auch beim Schnorcheln brennt die Sonne unbarmherzig auf die Haut (die UV-Strahlen werden nur zum Teil vom Wasser reflektiert) - dabei also unbedingt ein lichtdichtes T-Shirt und lange Shorts anziehen und wasserfesten UV-Schutz verwenden, und für den Fall der Fälle Panthenol-Salbe mitnehmen! Wer eine Spiegelreflexkamera benutzt, sollte ein Polarisationsfilter mitnehmen, damit das was man vom Boot aus unter Wasser sieht, hinterher auch auf dem Film ist.

Auch wer kein Taucher ist, sollte unbedingt eine gute Tauchermaske, Schnorchel und Flossen mitnehmen und für die Zeit an Land ein gutes Buch oder mehrere. Am besten sollte man hierher - im Unterschied zur Karibik - nicht allein fahren, dann kann es auch nicht langweilig werden, es sei denn, man kann sich während des ganzen Urlaubs mit Fischen und sich selbst beschäftigen.

Nicht buchen sollte man Velidhoo – dort sind die ganzen Riffe durch die Korallenbleiche kaputt – was im Reisebüro natürlich nicht erwähnt wird… Aus eigener Erfahrung kann ich die Insel Lohifushi sehr empfehlen.

Wer sich für weitere Informationen interessiert: http://www.malediven.net ist eine recht informative Adresse.


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Geschrieben am: 07. Oct 2001, 14:31   von: Scorp



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