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Übersicht > Sport > Outdoor > Climbing

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Ja da schau her
Bericht wurde 4035 mal gelesen Produktbewertung:  k/a
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Eine Keule, ein Kamel, ein Krokodil oder auch ein Brontosaurus , die gibt’s nicht etwa bei Obi sondern im Weserbergland. In den tiefen der Wälder und auf steilen Berghängen stehen sie, zwar nicht aus Fleisch und Blut, aber aus Fels. Man sollte es nicht glauben, aber auf den doch relativ kleinen Hügeln und Bergen im Weserbergland, die kaum höher als 500m sind, gibt es hunderte von Felsen, meist gerade so hoch, daß sie die Baumwipfel nicht überragen. Jeder dieser Felsen und jede Kletterroute daran hat ihren eigenen Namen. Liebevoll werden diese Felsen auch als Klippen bezeichnet. Entstanden sind diese Gebilde durch urzeitliche Kalkablagerungen und Kalkriffe, da die ganze Region vor langer Zeit mehrmals unter Wasser stand.

Das Weserbergland liegt im südlichen Niedersachsen, zwischen Hameln, Hildesheim, Minden und Göttingen, um es mal grob zu beschreiben.

Schon seit fast 100 Jahren wird an diesen Felsen geklettert. Früher mit einer in unseren Augen abenteuerlichen Ausrüstung, wo sich wundert wie sie das nur gemacht und teilweise sogar überlebt haben. Ich will da nur die Sicherung über die Schulter, die Hanfseile und die „Bollerschuhe“ nennen, kein Vergleich mehr zu heute. Heute hat man spezielle Seile, die nur fürs Klettern gemacht sind und damit genau die richtige Dehnung haben um gefahrlos stürzen zu können. Die Schuhe ähneln heute Balletschuhen, es ist schon Wahnsinn auf was für Tritten und Löschern man damit stehen kann.

Aber es ist halt wie überall, die Entwicklung geht weiter. Bis in die 70er Jahre hinein galt der Schwierigkeitsgrad 6+ als Maß aller Dinge. Man glaubte nicht daran, daß man schwerer klettern könnte. Zur Information, die Schwierigkeitsbewertung beginnt bei 1 und zählt aufwärts mit zunehmender Schwierigkeit mit einer + und – Unterteilung in jedem Grad. Die etwas sture Sicht führte dann dazu, daß sich die Bewertungen bei 6+ häuften und 6+ nicht immer 6+ war. Dann kam endlich die Einsicht, das bei 6+ doch nicht Schluß sein könnte. Damit hatten sie dann auch recht, denn heute geht die Skala bis 11.

Das Klettern im Weserbergland spielt sich heute in 4 größeren und noch einigen kleineren Gebieten ab. Insgesamt gibt es an den vorhandenen Felsen mehrere Tausend Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden. Somit ist für den Anfänger wie auch für den Spitzenkletterer genug Auswahl vorhanden. Die vier großen Gebiete sind der Ith, der Kanstein, der Selter und das Wesergebirge. Diese Gebiete möchte ich nun beschreiben, da sie von überregionaler Bedeutung sind. Allgemein kann man sagen, daß die Felsen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwer und langwierig zu erreichen sind.

Der Ith, ein Synonym für das Klettern im Norden, ist ein etwa 30km langer Höhenzug der in Nord-Süd-Richtung verläuft. Das Gebiet selber läßt sich wiederum in mehrere Teilgebiete aufteilen, den nördlichen, mittleren und südlichen Ith.. Die bekanntesten Bereiche sind im nördlichen Ith die Bisperoder Klippen und im südlichen Ith die Lüerdisser und Holzener Klippen. Der Ith ist das am meisten besuchte Klettergebiet Norddeutschlands. Durch die meistens recht kurzen Zustiegswege und vielen auch leichteren Kletterrouten ist es ein Paradies für alle Kletterer. Die Felsen sind zumeist westlich und südwestlich ausgerichtet und haben Höhen bis etwa 30 Meter. Die Felsqualität ist generell sehr gut, brüchige Passagen sind die Ausnahme. Die Absicherung ist gut, allerdings sollte man immer ein Satz Klemmkeile dabei haben. An manchen Felsen kann man bei geeigneten sonnigen Wetter auch im Winter klettern. Durch die vielen Kletterer und Wanderer sollte darauf geachtet werden, das die befestigten Wege nicht verlassen und die vor Ort ausgehängten Hinweise beachtet werden. Nur so ist ein naturverträgliches Klettern auch in Zukunft möglich. Bei den Lüerdisser Klippen befindet sich oberhalb der Felsen ein Zeltplatz, der gegen eine geringe Gebühr ein idealer Stützpunkt für alle Kletteraktivitäten ist.

Der Kanstein ist ein kleiner Höhenzug, der dem Ith nordöstlich vorgelagert ist. Die Felsen sind hier bei weitem nicht so überlaufen wie im Ith, was sicherlich mit dem erheblich weiteren Zustiegen zu tun hat. Ein weiterer Grund ist die nordöstliche Ausrichtung der Felsen und der damit sehr schattigen Lage die die Temperaturen im bescheidenen Rahmen hält. Nichts desto trotz bietet das Gebiet super Klettereien in genauso gutem, plattigen ,bis zu 25m hohen Fels. Dieses Gebiet ist vor allem für den Sommer zu empfehlen und an Feiertagen, wenn im Ith der Teufel los ist. Allerdings befinden sich hier nicht ganz so viele leichte Wege wie im Ith. Am meisten Spaß hat hier derjenige, der sich im 6. und 7. Grad wohl fühlt. Die Absicherung ist gut, aber Keile sind auch hier wieder notwendig. Als Übernachtungsalternative bietet sich hier die Kansteinhütte an die von der Alpenvereinssektion Hannover verwaltet wird. Eine Voranmeldung ist hier aber unerläßlich, da die Hütte schon weit im voraus ausgebucht ist.

Kommen wir nun zum Selter, dem Gebiet der Höchstschwierigkeiten in Norddeutschland. Wer hier nicht mindestens den 7. Grad beherrscht sollte lieber gleich einen Wandertag einplanen. Nach oben hin endet das Spektrum beim 11. Grad. Die Felsen liegen in einem zum größten Teil sich selbst überlassenen steilen Wald in der Nähe von Bad Gandersheim, womit schon die Zustiege nicht ganz einfach sind. Aber gerade diese Wildheit übt auf den Besucher einen ganz besonderen Reiz aus. Viele Felsen sind üppig überwuchert, beklettert wird nur ein kleiner Teil. Die Felsen haben eine Höhe von bis zu 30m und sind östlich ausgerichtet, wodurch gerade im Sommer sehr angenehme Temperaturen herrschen. Die Felsstruktur ist sehr kompakt und glatt, wodurch auch die vielen schweren Routen zu erklären sind. Hier trifft man nie mehr als eine Hand voll Kletterer und hat so gesehen völlige Ruhe. Die Absicherung ist vorbildlich, aber selbst hier muß man hin und wieder mal zu Klemmkeilen greifen.

Zu guter letzt kommen wir nun zum Wesergebirge. Dieser Höhenzug befindet sich nördlich von Hameln und zieht sich von Ost nach West an der Weser entlang . Die Felsen liegen hier relativ versteut und haben sehr unterschiedliche Felsqualitäten. Etwas näher beschreiben möchte ich hier den bekanntesten Teil, den Hohenstein. Der Hohenstein ist schon von weitem sichtbar, da er dank seiner Felshöhe von bis zu 50 Metern den Wald überragt. In einer guten ½ Stunde ist man vom Parkplatz am Wandfuß. Der Hohenstein selber ist durch einen Bergrutsch vor langer Zeit entstanden. Dadurch bedingt geht die Felsqualität von beängstigend brüchig bis super fest. Ein Helm sollte hier immer zur Standardausrüstung gehören, zum einen wegen dem manchmal brüchigen Gestein und zum anderen weil oben drauf eine Aussichtsplattform ist, wo hin und wieder doch mal Steine runtergeworfen werden. Durch die exponierte südseitige Lage hat man beim Klettern immer einen phantastischen Blick auf das Wesertal was das Klettererlebnis noch deutlich steigert. Die Klettereien sind bedingt durch die Felshöhe sehr großzügig und luftig., Die Absicherung ist ausreichend, aber Klemmkeile und Friends (sind Klemmgeräte für Risse) sollte man dabei haben. Die Kletterschwierigkeiten bewegen sich zwischen 3 und 8, wobei der Schwerpunkt im 5. und 6. Grad ist. Eine weitere Besonderheit des Hohenstein ist, das man während man klettert drei verschiedene Gesteinsschichten überklettert. Die unteren beiden Schichten sind zwei Sorten von Kalkgestein und oben drauf ist eine Sandsteinschicht. Dies gibt dem Klettern einen zusätzlichen Reiz und Anspruch. Zum Übernachten gibt es im Tal eine Hütte des Hamburger Alpenvereins, aber auch hier sollte man sich wieder rechtzeitig anmelden um einen Platz zu ergattern. Desweiteren kann man im Sommer in der Kneipe nach dem Klettern sehr leckeres Eis essen.

So, nun ist mein kleiner Ausflug durch die Klettermöglichkeiten meiner Heimat zu Ende. Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Eindruck über die Landschaft und das Klettern verschaffen. Und wer im Weserbergland nicht klettern möchte, ist auch als Wanderer sehr gut aufgehoben und kann die Wälder und Felsen erwandern und den Kletterern nur zu sehen. Und vielleicht kommt Euch dabei auch mein Eingangspruch über die Lippen: Ja da schau her !

© Götz Minuth 2001


Geschrieben am: 02. Sep 2001, 11:15   von: Taras



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