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Übersicht > City-Guide > Ausland > Gran-Canaria

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Hier schmeckt der Sommer
Bericht wurde 2363 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 3 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Das Jahr 2001 ohne Sommer? Nicht mit mir! Also ab ins Reisebüro und Sonnengarantie gebucht. So verschlug es mich auf die Insel Gran Canaria. Der Urlaub war so erholsam, das ich die Insel gerne weiterempfehlen möchte, deshalb mein Bericht an dieser Stelle. Zunächst möchte ich euch die Insel ein wenig näher beschreiben, hierfür ziehe ich meinen extra gekauften Marco Polo Führer für Gran Canaria zu Rate, um die Zahlenangaben zu entnehmen.

Gran Canaria (im folgenden GC) gehört zu den Kanarischen Inseln und diese wiederum zu Spanien.
Man findet sie auf dem Atlas in einer Inselgruppe westlich von Marokko.

Sie ist fast rund und 1.532 qkm groß, das entspricht etwa einem Durchmesser von 50 km. Sie ist damit die drittgrößte der sieben Kanarischen Inseln.

Auf der Insel leben ca. 700.000 Einwohner, davon ca. 450.000 in Las Palmas, der größten Stadt auf der Insel.

Zur Geschichte sei nur so viel gesagt, dass schon Christoph Kolumbus auf der Insel halt machte, um „Indien“ zu finden, wo er landete dürfte ja allen bekannt sein, ist hier auch nicht weiter wichtig. Auf jeden Fall ist GC Ausgangspunkt für viele Atlantiküberquerungen geworden und so gab es dann auch schon früh Ansätze eines großen Handelsplatzes. Der Schifffahrtstourismus beginnt ab 1884, der Flugtourismus ab 1950. 1999 waren auf GC geschätzte 3 Millionen Urlaubsgäste.

Zum Wetter: Tagestemperaturen von 21 (Januar) bis 28 (Oktober), Wasser von 18 (Februar) bis 23 (Oktober). Beste Reisezeit ab September.

Die Insel teilt sich, klimatisch bedingt, in drei Regionen: Nordwest, Nordost und der Süden. In der Mitte der Insel gibt es eine 2000m hohe Bergkette oder besser Region, die man auf jeden Fall besuchen sollte. Denn hier kann man die Wolken anfassen. Sie tummeln sich hier fast täglich und bleiben den ganzen Tag, wenn sie denn vorbei schauen.

Der Wind und vereinzelt auch Nieselregen kommt von Nordwest und beliefert diese Region selten mit Niederschlag. So hat dies zur Folge, dass man hier besonders viele Plantagen findet, wo die leckeren, kleinen und vor allem billigen Bananen und auch Tomaten (Tomaten wie sie schmecken sollten, nicht dieser Hollandpansch) sowie Papayas, Kartoffeln und anderes Angebaut. Die größeren Orte Agaete, Galdar und Moya weisen auf Siedlungen hin.

Im Nordosten befindet sich Las Palmas, Arucas und Caldera de Bandama (einer von weltweit vier bewohnten Vulkankratern, 1 km tief). Das Gebiet um Arucas dient mehr der Bevölkerungsausweitung, da es in Las Palmas sehr eng geworden ist und hier noch Baumöglichkeiten für kleine Häuser vorhanden ist. Las Palmas hat viel zu bieten: Kultur, Shopping, Finanzwirtschaft und zwei Stränden (2,5 km und 0,5 km) und den großen Hafen.

Am östlichsten Punkt der Insel befindet sich der Flughafen, ca. 15 min. mit dem Bus nach Las Palmas. Vom Flughafen fährt man ca. 20-30 min. mit dem Bus auf der Autobahn gen Süden um in das Feriengebiet zu gelangen. Zuerst kommt der kleine Ort San Augustin und dann bekommt man einen tollen Ausblick auf Playa del Ingles (Strand der Engländer) zu sehen. Was man sieht ist allerdings weniger schön. Die folgen des Massentourismus der 70er und 80er Jahre. Hier reiht sich ein Hotel an das andere und versorgen die Stadt mir geschätzten 120.000 Hotelbetten. In Playa del Ingles fängt dann auch der traumhaft schöne Strand an, der sich 6km gen Westen U-förmig langstreckt. Im inneren des U’s befinden sich die Dünen von Maspalomas. Maspalomas ist dann auch gleich der angrenzende Ferienort. Hier befinden sich momentan noch zwei, aber es werden mehr...fünf Sterne Hotels und ein Golfplatz.

Die Region um Maspalomas, Playa del Ingles und San Augustin ist reines Urlaubsgebiet. Hier gibt es Hotels, Restaurants, Bars, Kneipen, Supermärkte, Banken und Apotheken, Schnickschnackläden, Spielotheken noch und nöcher. Die Freizeitmöglichkeiten werden meist in C.C.’s (Center Commercial) gebündelt.

Neben der Nahtfreien Bräunungsmöglichkeiten am Strand und nicht nahtfreien im Hotel nebst Besuch des Meeres bzw. Pools gibt’s natürlich die unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten für einen Urlaub. Über den Reiseveranstalter erhält man eine Liste mit mindestens 20 Fahrten und Ausflügen, die man buchen kann.

Empfehlen kann ich entweder die Inselrundfahrt mit einem Veranstalter oder die Erkundung der Insel mit einem Mietwagen (an einem Tag kommt man um die Insel). Von der Südspitze gen Westen gibt es kleine Orte wie Puerto Rico und Puerto de Mogan (beide sehr empfehlenswert) von wo aus Boote aufs Meer raus fahren (teuer aber sehr zu empfehlen die Katamarantour, sonst noch U-Boot, Piratenfahrt und mit einem größeren Schiff raus zum Delphin und Haie schauen). Darüber hinaus gibt es die sehr teure Fahrt mit einem Dampfer rund um die Insel, was auch recht lange dauert).

Dann gibt es noch (überflüssige) Kamel-, Jeep-, VIP- und Cabriotouren. Als am überflüssigsten empfinde ich den Palmitos Park. Er wird so dermaßen angepriesen. Kostet 30 DM Eintritt und alles rennt hin. Hier im Berliner Zoo, der nicht gerade klein ist, rege ich mich schon über die 17 DM Eintritt auf. Wie gesagt, weniger zu sehen, aber sauteuer. Dann lieber die Papageienshow im Hotel angucken, ist kostenlos und trotzdem toll.

Nicht vergessen: Fotoapparat und Sonnencreme (gibt’s auch günstig vor Ort). Weil wir gerade beim Thema günstig sind: den billigsten Laden für Zigaretten, Parfüm und Spirituosen gibt es in der „Fundgrube“ im C.C. Yumbo in Playa del Ingles.

Den günstigsten Supermarkt gibt es nördlich von Playa del Ingles in San Fernando, bzw. sämtliche Hiperdinos (ist wie Real, Marktkauf oder Kaufland) auf der Insel (habe drei gesehen, zwei in Las Palmas und einen in Telde.

Es gibt viele Arzneien zum Teil rezeptfrei in den Pharmacia (Apotheken) weitaus günstiger als in Deutschland.

Sämtliche Preise werden in Peseten ausgewiesen. Dank der EU jedoch auch in Euro und ab 1.1.02 dann nur noch in Euro.

Ein kleines Sprachlexikon ist auch empfehlenswert, obwohl fast jeder deutsch oder englisch spricht.

Taxis sind auch recht billig, bei Langstrecken der Bus (Maspalomas-Las Palmas ca. 700 Ptas, etwa 4,50 Euro)

Medizinische Versorgung: Unbedingt Eurokrankenschein mitnehmen, bzw. Auslandskrankenversicherung abschliessen, da der Rücktransport nicht gedeckt ist. Ärztliche Leistungen werden aber auch bar bezahlt und können zu Hause über die Krankenkasse abgerechnet werden. Zum Teil sprechen die Doktoren sogar deutsch oder sind ebendieses.


Was ist noch zu beachten?

IMMER an Sonnencreme denken.

Wenn dich Leute ansprechen (momentan: Euro Promotion) und an einem Gewinn- oder Rubbelspiel kostenlos teilnehmen lassen, es sei dir gesagt, sie wollen nur dein Geld! In Form einer Kaufbeteiligung des bekannten Time Sharing von Appartements, Hotelzimmer o.ä.

Supergünstige Elektroartikel in den speziellen Geschäften scheinen billig. Doch leider kauft man manchmal eine Videokamera ohne Motor o.ä., oder da wo Sony drauf steht ist nicht Sony drin.

Mietwagen erscheinen auf den ersten Blick auch oft günstig. Das Angebot entpuppt sich jedoch als Finte, wenn die Versicherungen und Steuern dazu kommen. Seriöse Vermietstationen bekommt man beim Reiseleiter.


Zur Info, ich habe in einer drei Sterne Appartement Unterkunft in Maspalomas gewohnt und für zwei Wochen mit Halbpension runde 1.300 DM im Last Minute bezahlt, es soll aber auch noch günstiger gehen. Normal sind aber für zwei Wochen 1.500 DM.

Das Wetter war traumhaft, immer über 25 Grad (Reisezeit letzte September und erste Oktoberwoche). Das Meer war wärmer als der Pool. Am Strand wird man schneller braun. Dieser war bei mir übrigens 2 km von der Unterkunft entfernt, es fahren aber zweimal kostenlose Busse, bzw. öffentliche für wenig Geld und Taxen für ca. 4 DM.

Der Strand ist voll, wenn man ein wenig läuft, ca. 500-700 m, hat man ruhigere Stellen und 12m hohe Dünen. Hier ist auch der FKK Abschnitt. Ein Bereich für Schwule hat sich auch „durchgesetzt“ (wahrscheinlich eher erobert), ab Kiosk nr. 5 glaube ich, ist aber nicht zu übersehen, viele Männer stehen am Ufer und genauso viele baden.

Supergenial waren einen Tag die Wellen, ca. 2m hoch. ideal fürs Waveboard (gibt’s ab 30 DM, besser in Las Palmas richtige kaufen für um die 200 DM).

Und auch noch interessant, es gibt Ebbe und Flut, allerdings nicht so wie an der Nordsee, sondern eher bei 1-2 m Tiede (ich hoffe das ist jetzt richtig, ich alter Berliner).

Kakerlaken und Durchfall sind auch möglich, deshalb ist Leitungswasser kein Trinkwasser! Was man gegen Kakerlaken tut weiß ich nicht, hatten wir nicht aufm Zimmer, rauftreten soll aber fürs erste helfen...Danach würde ich das Zimmer wechseln!

So, ich denke das ist ein recht ausführlicher Reisebericht geworden. Falls es dich auf die Insel verschlagen sollte, so wünsche ich dir viel Spaß und gute Erholung.Für Fragen und Anregungen einfach Kommentar ablassen, oder sonstewie.

k. (am 09.11.2001)


Geschrieben am: 09. Nov 2001, 12:04   von: kmaeske



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