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Übersicht > Medien > Bücher > Autoren > Fredriksson, Marianne

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Hannas Töchter - wie aus dem Leben gegriffen.
Bericht wurde 2010 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Immer auf der Suche nach guten Büchern, bin ich schon vor einiger Zeit auf dieses gestoßen: "Hannas Töchter", geschrieben von der schwedischen Autorin Marianne Fredriksson. Die Autorin war mir bis dato kein wirklicher Begriff gewesen, jedoch wusste ich, das sie für dieses Buch den schwedischen, sowie den deutschen Titel der "Autorin des Jahres" bekam. Also konnte das Buch nicht wirklich mies sein, dachte ich mir. Und schon war es bei amazon bestellt.

Bis heute habe ich wenige Bücher gelesen, die so tiefgreifend und zutiefst berührend waren. Das Buch fesselt seinen Leser. Ich bemerkte immer wieder, wie ich selber für die Personen des Buches zitterte. Nun aber zum Inhalt:

"Hannas Töchter":
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Das Buch erzählt drei Frauenschicksale.
Drei Frauenschicksale, die vollkommen verschieden verliefen. Anna, Johanna und Hanna....Tochter, Mutter und Großmutter.

Das Buch beginnt mit dem Besuch Annas in einem Pflegeheim. Ihre Mutter, Johanna ist nicht mehr ansprechbar. Erst hier wird Anna klar, dass es noch so viel gegeben hätte, was sie ihre Mutter noch gefragt hätte, bevor diese nun sterben würde. Dazu ist es aber bereits zu spät. Also beschließt Anna selbst zu recherchieren. Im Haus ihrer Mutter findet sie Schachteln mit alten Briefen und Fotos. Unter anderem fällt ihr das Foto ihrer Großmutter Hanna in die Hände....

Nun begibt sich Marianne Fredriksson in die Zeit Hannas und erzählt von ihrem schwerem Leben...

HANNA:
******
Hanna wurde 1871 geboren und verstarb 1964.

Hannas Mutter bekam ihre Kinder in zwei Lebensabschnitten. Die ersten starben während einer Hungersnot in den 1860-iger Jahren an einer Seuche. Als die Zeit um 1870 etwas besser wurde, man wieder etwas zu Essen hatte, erwartete Maja-Lisa wieder ein Kind. Die kleine Hanna kam zur Welt. Im Alter von 12 Jahren sollte Hanna beginnen zu arbeiten. In der Schule hatte sie gerade genug gelernt, um notdürftig lesen und etwas rechnen zu können. Ihr Vater meinte, dass würde reichen. Für ein Mädchen ganz besonders. Als trat die kleine Hanna ihren Dienst auf dem Gutshof Lyckan an. Dort herrschte Bäuerin Lovisa mit Hochmut, Härte und Strenge.

Hanna gewöhnte sich an körperliche Arbeit, die viel zu schwer für ein Mädchen ihres Alters war. Aber Hanna beklagte sich nie. Sie war dankbar für den einen Tag im Monat, wenn sie mit einem Scheffel Milch zu ihrer Mutter heimkehren durfte.

Obwohl sie einen Schlafplatz in der Küche des Hofes hatte, ging sie oft in den Kuhstall schlafen. Im Heu zu schlafen war ihr angenehmer, als in der Küche. Dort war es zwar warm, aber immer sehr laut und häufig wurde gestritten. Eines Nachts wurde sie wach. Man hatte ihr den Rock herunter gerissen. Sie wollte schreien, konnte aber nicht, da man ihr den Mund zuhielt. Hanna wurde vergewaltigt und konnte sich nicht wehren. Der einzige Gedanke war eine Bitte an Gott, er möge sie bei sich aufnehmen, wenn sie jetzt stirbt. Als Hanna wieder zu sich kam und nur mit Mühe auf die Beine kam, war ihr einziger Gedanke: Heim zur Mutter.

Erst kurz vor der Geburt nannte Hanna ihrer Mutter den Namen des Vergewaltigers. Rickard war es gewesen, der Sohn der Bäuerin Lovisa. Eine Heirat stand zur Diskussion, um die Schande in Grenzen zu halten. Hanna lehnte den Vorschlag vehement ab. Eher würde sie sterben, als Rickard zu heiraten. Erst 13 Jahre alt wurde sie Mutter. Ragnar sollte ihr kleiner Sohn heißen. Auch wenn das Kind unter grausamen Umständen gezeugt wurde, empfand sie unglaubliche Zärtlichkeit für den kleinen Jungen, der seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten war.

Das Leben meinte es weiterhin schlecht mit Hanna. Egal wo sie auftauchte, wurde sie als Hure mit Hurenbalg beschimpft. Sogar die Taufe des kleinen Ragnar wurde verweigert. Aber Hanna war eine starke Persönlichkeit. Von nun an arbeitete sie wieder auf Gut Lyckar und kümmerte sich so gut es ging um Ragnar. Auf die Kirche und die bösen Zungen hörte sie nicht mehr. Schließlich hatte sie niemals etwas böses getan.

Etwa um Midsommer kam ein Mann auf das Gut Lyckar. Ein alter Mann, aber trotzdem eine gute Partie. Müller war er, somit könnte er eine Familie versorgen. Seine Frau und seine Kinder waren im weg gestorben. Durch Zufall stieß der Müller, John Broman zur Hebamme Anna. Sie erzählte im, mit Hintergedanken die Geschichte von Hanna und ihrem Sohn Ragnar. Es wurde sozusagen ein Treffen arrangiert. Bereits nach kurzer Zeit nahm er Hanna mit zu seinem Haus und zu seiner Mühle. John Broman machte der uneheliche Sohn nichts aus. Schließlich hatte er Kinder sehr gern. Hanna mochte Broman ebenfalls und war wie versteinert als er ihr einen Antrag machte. Die beiden heirateten schließlich und von nun an durfte Hanna die Sonnenseiten des Lebens genießen. John war ein fürsorglicher und liebevoller Ehemann und Ragnar war für ihn wie sein eigener Sohn. Hanna war nicht mehr Magd; nun hatte sie ihr Haus und immer gab es reichlich zu essen. Dann wurde Hanna wieder Mutter. Zuerst kamen Söhne und zum Schluss kam Nesthäkchen Johanna, der erklärte Liebling ihres Vaters zur Welt.

Als das Jahr 1910 begann wurde John Broman zunehmend schwächer. Bereits im kommenden Herbst verstarb er.

Man beschloss in eine Stadt zu ziehen. Für Hanna, die noch nie in einer großen Stadt gewesen war bedeutete das eine Lebensumstellung, mit der sie zeitlebens nie fertig wurde. Ihre Söhne trieben sich in der Stadt herum, tranken und landeten schließlich bei der Polizei. Einzig und allein Ragnar lebte in geordneten Verhältnissen. Auch Ragnar war es, der seinen Brüdern schließlich Arbeit verschaffte und Schwesterchen Johanna bei sich aufnahm....

JOHANNA:
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Johanna war das jüngste Kind von Hanna und Müller Broman. Geboren wurde sie 1902 und verlebte genau 85 Jahre.

Ihr Leben sollte sich in einige wenige Abschnitte gliedern. Da waren die Kinderjahre, dann ihre Arbeit, die sie liebte und die ihr erlaubte sich selbst zu versorgen. Dann kam die Liebe, die Ehe und dann die Geburt ihrer einzigen Tochter, Anna.

Johanna war eine sehr intelligente Frau, die in ihrem Leben aber immer mehr Niederlagen als Siege einzustecken hatte. Ihre Kindheit verbrachte sie bei ihrem Bruder Ragnar und dessen Freundin Lisa. Immer wieder gab es Konflikte zwischen ihr und ihrer Mutter Hanna. Hanna konnte keinerlei Verständnis für den Wissensdrang ihrer Tochter aufbringen. Hanna war der Ansicht eine Frau würde niemals auf eigenen Füssen stehen können. Bildung, Bücher und Fortschritt waren ihr fremd. Und das war es, was diesen Konflikt immer wieder zum Ausbruch brachte. Ragnar versuchte so gut wie möglich seiner Schwester gute Möglichkeiten zu bieten. Aber auch da stieß er an seine Grenzen. Letztendlich begann Johanna als Dienstmädchen bei einer wohlhabenden Familie in Göteborg zu arbeiten, etwas später auf dem Markt.

Mit großer Freude engagierte sich Johanna bei der sozialdemokratischen Partei. "Gleicher Lohn, für gleiche Arbeit"...war etwas was für Johanna mehr als Worte waren. Sie war eine Frau, die wusste was sie im Leben erreichen wollte. Sie durstete förmlich nach Wissen und Veränderung.

Dann aber lernte sie Arne kennen, ihren zukünftigen Mann. Man unternahm viel zusammen und verstand sich blendend. Als sie ihrer Mutter von ihrer Liebe beichtete waren die ersten Worte Hannas: "Kann er denn eine Familie versorgen...". Hier wurde wieder der Unterschied zwischen Mutter und Tochter deutlich. Für Johanna zählte die Liebe, Hanna interessierte mehr der Status dieses Mannes. Liebe wäre auch nicht so wichtig, meinte sie immerzu. Noch bevor Arne Johanna einen Heiratsantrag machen konnte, besiegelte eigentlich schon das Schicksal selbst die Verbindung. Johanna war schwanger. Man begann die Hochzeit zu planen. In Kopenhagen wollten sie heiraten und mit Arnes Boot dorthin segeln. Aber im dritten Monat verlor Johanna ihr Kind. Ihr Sohn war gestorben. Sie weinten beide: Johanna und Arne.

Geheiratet wurde aber trotzdem. Leider nicht in Kopenhagen, sondern sehr einfach in einer kleinen schwedischen Ortschaft. Anschließend nahm das junge Paar die Planung ihres Hauses in Angriff. Am Land, direkt am Meer wurde das gemeinsame Häuschen errichtet. Johanna plante ihren Garten: Rosen wollte sie pflanzen.

Johanna wurde wieder schwanger. Insgeheim wussten Johanna und Arne, dass es ein kleines Mädchen werden würde. Sie hatten Recht. Das Kind wurde auf den Namen Anna getauft. Anna hieß die Hebamme, die einst Hanna mit John Broman bekannt machte und die später auch Johanna auf die Welt brachte...und nach jeder Anna, sollte das Kind seinen Namen tragen.

Johanna verbrachte nun ihr Leben zu Hause. Ihr Mann wollte nicht das sie arbeitete. Sie sollte Ehefrau, Hausfrau und Mutter sein. Johanna fand sich damit ab, obwohl akzeptiert hat sie es wohl nie gänzlich. Sie wollte freier sein als ihre Mutter Hanna, sie wollte für sich selbst sorgen können und unabhängig sein. Obwohl sie alles hatte, was sie zum Leben brauchte,
fehlte ihr immer eine. Das Gefühl von Identität ihrer selbst....

Deshalb wurde alles getan, damit es Tochter Anna einmal besser haben würde. Anna sollte die bestmöglichste Bildung erhalten. Anna sollte frei über ihr Leben entscheiden können....

ANNA:
*****
Anna durfte eine glückliche Kindheit und Jugend erleben. Ihre Eltern liebten ihr einziges Kind und versuchte ihr Äußerstes dem Kind Möglichkeiten zu geben, die sie selbst nicht hatten. Anna beendete das Gymnasium, begann zu studieren, verliebte sich und heiratete.
Rickard Hard, war der Mann ihrer Träume. Er sah gut aus, war intelligent und der Vater ihrer Kinder. Eigentlich sollte ihr Leben bestens verlaufen. Aber auch Anna hatte es sie wirklich einfach. Ihr erster, zu früh geborener Sohn starb. Noch während ihrer Schwangerschaft erfuhr Anna, dass ihr Mann bereits über ein halbes Jahr eine Beziehung zu einer anderen Frau hatte. Trotzdem blieb sie bei ihm, aber das Verhältnis zwischen ihr und Rickard lag auf Eis. Rickard hatte insgeheim Angst vor seiner Frau. Anna war bissig, mitunter auch böse geworden. Etwas später kamen die Töchter Maria und Malin zur Welt.Eine Scheidung war aber bereits unausweichlich. Anna blieb zurück..verbittert und einsam.

Erst als ihre Mutter am Ende ihres Lebens ist, beginnt sich Anna viele Fragen zu stellen.
In diesem Buch sucht und findet sie Antworten auf diese Fragen. Trotz dessen werden auch viele Fragen offen bleiben. War ihre Mutter zufrieden mit ihrem Leben als "Nurhausfrau"?....

Ein Nachwort von mir:
*********************

Obwohl der Inhalt des Buches in einer gewissen Weise etwas banal und alltäglich wirken könnte, ist hier einer schwedischen Schriftstellerin ein wunderbarer Roman gelungen.
Eigentlich könnte ein jeder von uns diese Geschichte, wenn auch nicht mit dem Stil und den Worten der Fredriksson erzählen. Eine Geschichte die direkt aus dem Leben gegriffen ist. Eine Geschichte, die einfühlsam und tiefgründig das Leben dreier Frauen einer Familie schildert, die verschiedener nicht hätten sein können. Dieser Unterschied basiert aber nicht auf einem Unterschied in den Persönlichkeiten dieser Frauen, sondern vielmehr resultiert er aus den verschiedenen Zeiten in denen die Frauen aufgewachsen sind. Zeiten mit verschiedenen Möglichkeiten, mit unterschiedlicher Auffassung von Moral und Leben.

Marianne Fredriksson Stil diese Erlebnisse zu schildern ist einzigartig. Obwohl der Leser in den ersten Seiten des Buches darauf verwiesen wird, das dieser Roman und dessen Figuren Fiktion sind, erscheinen die Figuren samt deren Lebensumständen mehr als lebendig. Fredriksson erschafft Menschen mit denen man leidet und um die man bangt. Der Roman erscheint als eine wahre Lebensgeschichte dieser Frauen.

Es ist schwer diesen Roman beiseite zu legen. Er liest sich wie von selbst. Ich habe selten ein einfühlsameres, "echteres" Buch in den Händen gehalten als dieses, um ehrlich zu sein.
Die Auszeichnung die Marianne Fredriksson für dieses Buch zuteil wurde, ist mit diesem Buch mehr als gerechtfertigt.

MARIANNE FREDRIKSSON:
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wurde 1927 in Göteborg/Schweden geboren.
Nach Gymnasium und Studium arbeitete sie lange Zeit als Journalistin für bekannte schwedische Zeitungen und Zeitschriften. Ihr erstes Buch wurde 1980 veröffentlicht. Seitdem schrieb sie mehrere sehr erfolgreiche Romane.
Marianne Fredriksson ist verheiratet und hat zwei Töchter.


Dieses Buch umfasst 381 Seiten und ist bei amazon für ATS 145.-, bzw. DM 19.90 als Taschenbuch erhältlich.

Fazit:
*****
Ich halte das Buch für sehr empfehlenswert. Der Schreibstil überzeugt, auch gelingt es Fredriksson den Leser in das Schicksal der Personen einzubeziehen und starke Gefühlsregungen hervorzurufen.





Geschrieben am: 13. Nov 2001, 14:25   von: jekaterina



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