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Übersicht > Medien > Bücher > Autoren
Vorteile: Spannung, ungewöhnliche Auflösung
| Nachteile: nicht so gut wie andere ihrer Romane
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| French, Nicci Das rote Zimmer |
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Bericht wurde 644 mal gelesen
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Produktbewertung:
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gut
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Bericht wurde 1 mal kommentiert
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Berichtbewertung:
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Das rote Zimmer Nicci French
••• Vorwort / Einführung •••
Mein erstes Buch der Autorin Nicci French, eigentlich wohl eher des Autorenteams Nicci Gerrard und Sean French, Höhenangst (Killing me softly), hatte mich völlig begeistert, wie ich ja auch in einer Romanrezension hier deutlich machte.
Der Glaspavillon (The Memory Game) wusste in meinen Augen (siehe ebenfalls Bericht) auch zu überzeugen, so dass ich mich schon auf den Psychokrimi "Das rote Zimmer" freute.
Doch soviel vorweg, die sicher sehr hoch geschraubten eigenen Erwartungen konnte dieser Roman bei mir nicht ganz erfüllen.
Wer mehr über den Background dieses Schriftstellerteams erfahren möchte, besuche am besten deren eigene relativ gut gemachte Homepage, die allerdings nur in Englisch oder Französisch zur Verfügung steht: http://www.figuresdestyle.com/french/
Hier kann man sich sehr gut über sämtliche Werke des Autorenteams informieren wie da wären: The Memory Game, The Safe House, Killing me softly, Beneath The Skin, The Red Room. (Der Glaspavillon, Ein sicheres Haus, Höhenangst, Der Sommermörder, Das rote Zimmer)
Wer sich lieber auf Deutsch informiert, findet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/nicci-french.html alles Wesentliche, unter anderem auch meinen Kommentar zu den bisherigen dortigen Rezensionen und Kommentaren.
Denn die Rezension z.B. zu "Das rote Zimmer" ist eine ungenaue, eher irreführende Inhaltsangabe sehr ähnlich der des Klappentextes. Doch dies ist leider bei vielen Verlagen der Fall, scheinbar um einen stärkeren Kaufanreiz zu bieten.
••• Kurzer Inhaltsanriss •••
Im Rahmen ihrer psychiatrischen Tätigkeit an einer Nervenklinik soll die noch sehr junge Ärztin Dr. Katherine Quinn, zumeist Kit genannt, bei der Polizei ein Gefälligkeitsgutachten über einen festgenommenen Stadtstreicher, Michael Doll, abgeben, der von besorgten Eltern der sexuellen Belästigung ihrer Kinder verdächtigt wird, da er sich unbefugt auf dem Gelände der Grundschule aufgehalten hatte.
Während, bzw. am Ende des Gutachtergesprächs kommt es durch die Provokation des Detectives Inspector Furth zu einem unkontrollierten Wutausbruch des Stadtstreichers.
Michael Doll fügt dabei der Ärztin mit einer Scherbe seiner zerbrochenen Tasse eine erhebliche Schnittwunde mitten im Gesicht zu, eine klare Affekthandlung.
(in den meisten Inhaltsangaben fehlt leider diese wichtige Vorhandlung und damit auch der verständliche innere Zwiespalt der jungen, im Gesicht leicht entstellten Psychiaterin)
Erst drei Monate später wird Kit von der Polizei gebeten ausgerechnet zu diesem Michael Doll, inzwischen eines Mordes verdächtigt, ihr Gutachten abzugeben. Ihr fallen Unstimmigkeiten auf. Außerdem stellt sie durch ihre trotz persönlicher Betroffenheit unvoreingenommene Sichtweise Parallelen zu einem weiteren Mordfall fest.
Doch die Polizei möchte weiterhin höchst ungern von ihrem Lieblingsverdächtigen ablassen.
Mehr möchte ich vom Handlungsablauf her hier nicht verraten, nur soviel, alle Klischeevorstellungen der äußerst einseitig ermittelnden Polizei müssen revidiert werden, allerdings nicht für alle Beteiligten rechtzeitig genug.
Ein paar Worte noch zum Titel Das rote Zimmer.
Der rote Raum ist Bestandteil eines Alptraumes, von dem Kit jedoch nicht schon immer sondern erst nach dem Unfall, wie sie selbst ihre erlittenen Verletzungen nennt, immer wieder heimgesucht wird.
In die Aufklärungsarbeit hinein, eigentlich ist ja nur die Erfassung des psychologischen Umfeldes der Tat ihre Aufgabe, spielt in nicht unerheblichem Umfang ihre persönliche Liebesbeziehung zu einem der Verdächtigen eine Rolle.
••• Wertung und Empfehlung •••
Der Roman ist spannend geschrieben, leicht zu lesen (nicht unbedingt leicht zum verstehen), zeigt wie ihre Vorgängerromane seelische Abgründe verschiedener Personen auf, besitzt aber nicht die Leidenschaft und Intensität der Gefühlsbeschreibungen der Vorgängerromane.
Bis auf die Heldin selbst bleiben diesmal doch, einschließlich der Opfer und Täter, die Personen in der seelischen Tiefe weniger gründlich wie sonst beschrieben.
Trotzdem handelt es sich um einen leicht überdurchschnittlichen, spannenden Psycho-Krimi, den ich durchaus empfehlen kann.
Zu der Behauptung, eine speziell weibliche Betrachtungsweise der Heldin hätte letztlich zur Aufklärung geführt, mein Kommentar auf folgender Internetseite: http://www.krimi-couch.de/krimis/nicci-french-das-rote-zimmer.html
"Es ist gerade die vorurteilsfreie Sichtweise, weder Vorverurteilung noch der Ausschluss des scheinbar Unwahrscheinlichen, welche gegen alle konventionellen Widerstände zum Erfolg führt. Gewiss aber nicht eine speziell weibliche oder gar mütterliche Sichtweise. Die Absicht, negative UND positive Vorurteile deutlich zu machen scheint dem Autorenteam (Mann UND Frau) French NICHT gelungen zu sein, wenn man hier die Kommentare und Rezensionen liest!!"
Tja, den spannenden Roman, 416 Seiten, Bertelsmann-Verlag, 1. Auflage 2001 z.B. über amazon.de zu 22,90 Euro gebunden oder gebraucht ab 10 Euro kaufen, lesen und eine eigene Meinung bilden. Bei amazon.de erhielt der Roman 4 Sterne durch die bisherigen Leser, was durchaus auch meiner Einschätzung entspricht. Ich freue mich über jeden konstruktiv-kritischen Kommentar.
Geschrieben am: 03. Jan 2003, 18:56 von: Volker111
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