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Übersicht > Unterhaltung > Kategorie: Anime >>> Record of Lodoss War (13tlg. Serie)
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Produktbewertung:
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sehr gut
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Berichtbewertung:
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Seit gut eineinhalb Jahren tut Randgruppensender Vox dem Liebhaber japanischer Zeichentrickfilme den Gefallen hin und wieder sogenannte Anime-Nächte zu veranstalten, was sich erstaunlicherweise nicht mal geändert hat, seitdem RTL bei Vox seine Griffel im Spiel hat.
Was n Anime? Nun der Japaner an sich steht mehr auf Comics als wohl jede andere Nation auf der Welt. Japanische Comics werden dort von hinten nach vorn gelesen (was in Japan normal ist) und nennen sich Mangas. Verfilmt man diese hat man ein Anime (halt nen Trickfilm). Mehr weiß ich darüber auch nicht, außer daß ich mir den einen oder anderen Film mal ansah und die Zeichnungen ganz großartig fand. Bleibt noch zu sagen, daß Vox keine Kinderanimes a la Sailor Moon bringt, sondern eher Filme für ältere bis erwachsene Kinder. Da knallt’s nämlich mal, wie beim Terminator – außerdem sind viele Geschichten im Scifi- oder Fantasybereich angesiedelt.
Vor ein paar Monaten zeigte Vox nun die ersten Teile verschiedenster Anime-Serien, woraufhin die Zuschauer wählen konnten, welcher Serienteil ihnen am besten gefallen hat. Vox wollte die beliebteste Serie dann irgendwann komplett senden – was aber solange dauern sollte, daß ich es vergaß. Gestern hat Vox aber dann doch die 13teilige Serie „Record of Lodoss War“ (am Stück) gezeigt – und das war auch gut so! ich habe zwar noch nicht sehr viel gesehen, aber für mich war es das beste Anime, was mir (bis jetzt) untergekommen ist – eindeutig, weil es in einer Fantasywelt spielt, ohne Roboter, Laserkanonen usw. und so fort.
Nicht zuletzt paßte die Ausstrahlung auch PERFEKT in eine Zeit, in der jeder zweite angesichts des Herrn der Ringe verklärte Augen bekommt, denn man fühlt sich doch in einigen Aspekten an den guten alten Tolkien erinnert. Dumm halt, daß man keine deutsche Synchronisation hat – und sich mit Untertiteln begnügen muß. Allerdings klingt die japanische Sprache recht interessant, leider stimmen aber auch die Lippenbewegungen der Figuren nicht unbedingt immer mit den japanischen Sprechern überein... oder machen Japaner bevor sie sprechen Aufwärmübungen für die Lippen?
Zeichnungen:
Den japanischen Zeichenstil muß man wohl mögen oder nicht, wobei es auch da Unterschiede gibt. „Lodoss“ wirkt bereits etwas älter und irgendwie „handgemalter“ als andere Filme. Die Figuren sind sehr schön und detailliert dargestellt. Da gibt es wesentlich platteres. Man vergleiche zum Beispiel einen alten Disney wie Bambi mit einer Zeichentrickserie, wie Heidi – um jetzt mal die Unterschiede darzustellen. „Lodoss“ ist halt eher wie Bambi. Interessant an Animes finde ich immer wieder, wie unjapanisch die Figuren aussehen, häufig wirken diese dann doch sehr "amipäisch", und haben auch ganz gern mal solche Namen. Bei „Lodoss“ würde ich mich aber auf die Namen nicht festlegen wollen.
Geschichte:
Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und eine Geschichte mit einigen unvorhergesehenen Entwicklungen entwickelt. Bereits nach einigen Teilen vermutet man nämlich das Ende der Serie, trotzdem macht das Schicksal eine Biegung und es geht weiter – wobei für meinen Geschmack dann doch zu dick aufgetragen wurde – möglicherweise kommt einem das aber nur so vor, wenn man alle 13 Teile am Stück guckt.
Ursprung:
Die Göttinnen Faris (gut) und Faralis (böse) fechten einen Kampf aus, an dem beide zugrunde gehen und die verfluchte Insel „Lodoss“ entsteht. Hier existieren mehrere Königreiche und verschiedenste „Rassen“: Menschen, Zwerge, Elfen, Goblins, Zauberer... Der gute König Fawn will die Reiche einen, der böse König Beld von der Nachbarinsel Marmo dagegen will Lodoss erobern und marschiert mit seinen düsteren Truppen gen Lodoss, wo er ein Königreich nach dem anderen einnimmt. Dazwischen steht Karlla eine Hexe aus der alten Götterlegende die ihre eigenen Ziele verfolgt. Sie meint die Insel kann nur bestehen, wenn gut und böse im Gleichgewicht sind und sich bekämpfen.. deshalb sprüht sie mal hier und mal da ihr Gift.
In das Kriegsgetümmel geraten sechs verschiedene Figuren: der junge Parn, dessen Vater als Ritter in Ungnade fiel, der aber selbst so gern ein Held unter König Fawn sein möchte, der Priester Eto, Parns Freund und Diener der guten Göttin, der Zwerg Gim, der auf der Suche nach einem entführten Mädchen ist, sein Freund der Zauberer Slain, die Elfe Deedo, der es Parn angetan hat und der Dieb Woodchuck, den sie sozusagen aufgabeln.
Die Erlebnisse dieser sechs Helden verlaufen entlang des Krieges, der bald die ganze Insel überzieht, da müssen Drachen getötet, Prinzessinnen befreit und böse Zauberer besiegt werden. Eigene Ziele, die die Figuren verfolgen, ergeben schicksalhaft immer wieder die Verbindung mit dem Kampf um die Insel. So ist das Mädchen, daß Gim sucht die Verkörperung der bösen Hexe Karlla. Die Elfe wird entführt, damit aus ihrer Lebenskraft die Chaosgöttin Kardis auferstehen kann, so daß das Leben der Elfe gleich der Existenz der Insel ist.
Nun mag man denken, daß auch der Krieg zwischen den beiden Königen Fawn und Beld nach deren endgültigem Duell beendet wird, aber dem ist nicht so, sie töten sich – analog zur Götterlegende – gegenseitig. Beide besitzen magische Schwerter, das gute Schwert erbt Parn, das Dämonenschwert schnappt sich Belds Heerführer Ashrams, Parns übler Gegenspieler – den muß es halt auch geben. Man merkt schon an der Tatsache, daß ich dabei bin mich auf das Übelste zu verzetteln, daß sich entlang der beiden großen Hauptgeschichten auch viele kleine Geschichten, auch einige kleine Romanzen abspielen, die geschickt miteinander verflochten sind.
Wer also Zeichentrickfilme und/oder Fantasystreifen (wie beschrieben) mag und sich nicht davon überfordert fühlt, Untertitel zu lesen, sollte wirklich mal einen Versuch wagen. „Record of Lodoss War“ mag ein guter Einstieg sein, der ein vielschichtiges Inhaltsspektrum bietet. Außerdem muß man den Japanern zugestehen, daß die Gefühlwelten ihrer Figuren wesentlich lebensechter dargestellt werden, als die eines amerikanischen Vergnügungskonzerns. Man muß auch nicht ständig Angst haben, daß der nächste Fisch oder Baum anfängt, zu singen! Für mich bieten Animes eine Bereicherung der heutigen Medienwelt.
Geschrieben am: 10. Feb 2002, 20:42 von: Vampire-Lady
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