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Übersicht > Reisen > Bundesland > Bayern

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Beeindruckene Ausblicke, besonderes Natur - Erlebnis

Nachteile:
viele sehenswerte Stellen sind abgesperrt oder schwer begehbar




Ein Teil meiner Heimat - Der große Pfahl, Viechtach (Bayerischer Wald)
Bericht wurde 5996 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Heute schreibe ich mal über etwas aus meiner Heimat, dem schönen bayrischen Wald :-)
Genauer gesagt, über den "Bayrischen Pfahl", eine markante Quarz-Felsenkette, die sich über 150 km durch den bayrischen Wald erstreckt. Besonders eingehen möchte ich dabei auf den "Großen Pfahl" der bei Viechtach (Landkreis Regen / Niederbayern) liegt, denn dort bin ich in meiner Jugend, als ich noch kein Auto hatte, jedes Wochenende entlangegangen. Ich wohne in einem kleinen Dorf namens Prackenbach, dass über die Straße etwa 7 km von Viechtach entfernt liegt. Ziemlich weit zu gehen also, und auch nicht gerade ungefährlich, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Wenn ich also früher Freunde in Viechtach besuchen wollte und mich keiner fahren konnte (was meistens der Fall war ^^), ging ich lieber über den "Pfahl"-Wanderweg. Dazu muss ich nur das Fußballfeld hinter meinem Haus überqueren und etwa 500m über Wiesen- und Feldwege latschen, schon befinde ich mich auf dem Rundweg. Dort geht man dann noch etwa 3 km entlang bis man in Viechtach ist. Es gibt sogar eine noch kürzere Strecke quer durch den Wald, aber ich gehe immer über den "Pfahl", denn dort die Aussicht dort ist einfach phänomenal und beeindruckt mich auch nach dem x-ten Mal immer wieder.

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ALLGEIMES
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Der "Pfahl" wird als auf der ganzen Welt einzigartiges, geologisches Phänomen bezeichnet.
Es handelt sich hierbei um ein weithin sichtbares Quarzriff, das sich auf einer Länge von über 150 km von Nabburg in der Oberpfalz bis nach Passau erstreckt. Stellenweise zieht es sich sogar noch durch das nordostbayerische Grundgebirge und das oberösterreichische Mühlviertel bis kurz vor Linz.
Erstaunlich ist sein von Natur aus annähernd schnurgerader Lauf, er wirkt fast wie ein Kunstwerk, nur eben nicht von Menschenhand gebildet ;-)

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DER GROßE PFAHL
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Der wohl markanteste Teil des bayrischen Pfahles ist der sogenannte "Große Pfahl" bei Viechtach, direkt neben der Bundesstraße 85 Richtung Cham/Opf. gelegen und von dort aus auch schon gut sichtbar.

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Entstehung:
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Es gibt unterschiedliche Entstehungsgeschichten über den großen Pfahl, einmal die Legende vom Pfahldrachen und einmal die geologisch glaubwürdigere :-)

1.) Die Legende vom Pfahldrachen:

Der große Pfahl wird bei uns in Viechtach volkstümlich unter anderem auch Drachenkamm, Hexenwerk oder Teufelsmauer genannt.
Daran erkennt man, wie sehr dieses bemerkenswerte Naturdenkmal die Fantasie der Menschen schon seit langem beschäftigt.
Es gibt eine Sage, wonach der Pfahl, der aus der Erde herausragende versteinerte Rücken eines Drachen sein soll.
Dies soll so geschehen sein:
Der Ritter Berthold von Nussstein (ein Ort nahe Viechtach) schlief im wsald auf einem Felsen ein. Im Traum tat sich vor ihm die erde auf und die "Kristallfee" erschien. Sie führte ihn in ihr unterirdisches Reich, voll von Bergkristallen und anderem edlen Gestein und versprach ihm diese, wenn er für immer bei ihr bliebe. Obwohl Berthold schon mit Wolfindis von Kollnburg (ebenfalls ein Ort nahe Viechtach) verlobt war, gab er der Kristallfee das Versprechen. Als er wieder erwachte, war er sehr enttäuscht, da es sich offensichtlich nur um einen Traum gehandelt hatte, er aber ganz besessen war von dem Gedanken, all die schönen Steine könnten ihm gehören. Wütend schlug er mit seinem Schwert auf den Felsen ein, woraufhin tatsächlich die Kristallfee erschien. Sie sagte ihm, er könne mit ihr kommen, müsse aber erst eine Eidechse für sie beschwören. Berthold tat, wie ihm geheißen, doch die Eidechse verwandelte sich zu einem immer größer werdenden feuerspeienden Drachen, der alles zu verschlingen drohte. Im letzten Augenblick bevor die Beschwörung vollendet war, fand Wolfindis ihren Berthold und brach mit den Worten "In Gottes Namen, halt ein!" den Zauber, der auf ihm gelegen hatte. Rasend vor Wut, dass er nun die Erde nicht zerstören konnte, fuhr der Drache ins Erdreich hinein, bis nur noch sein Kamm zu sehen war, wodurch das Kristallreich, der bösen Fee zerstört wurde. Der "Große Pfahl" ist der versteinerte Rücken des Drachen mit den Überresten des Kristallreichs.

Schöne Geschichte, oder?
Es gibt ein paar sehr ähnliche Varianten, aber es ist auch noch eine Geschichte im Umlauf, die sich von dieser sehr unterscheidet. Sie besagt, der große Pfahl bestünde aus den zu Stein zerschmolzenen Überresten Walhallas nach der Götterdämmerung Ragnarök (der Untergang der alten Götter Odin, Thor, usw.). Wer mit den Begriffen Ragnarök und Walhalla nichts anzufangen weiß, kann sich hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ragnar%C3%B6k
und hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Walhall
darüber informieren.
Diese Theorie gefällt mir persönlich sehr gut, sie macht Viechtach - obwohl so weit im Süden Deutschlands gelegen -
zu einem Teil der nordischen Göttermythologie.

2.) Die "wahre" Entstehungsgeschichte:

Dank dem Mineralogen Richard Hoffmann weiß die Wissenschaft seit 1962, wie der Pfahl wirklich entstanden ist:
Vor etwa 275 Millionen Jahren, entstand entlang der tektonischen Bruchlinie durch die Verschiebung riesiger Gesteinsschollen ein großes Erdspaltensystem.
In dieses Spaltensystem drang heißes, kieselsäurehaltiges Wasser aus dem Erdinneren ein, das noch unterhalb der Erdoberfläche zu Quarzgestein auskristallisierte.
Dass der Pfahl heute so herausragend und weithin gut sichtbar ist, verdanken wir natürlicher Gesteinsabtragungen der umliegenden Gebirge, sowie den Witterungsverhältnissen.
Damit kenne ich mich nicht so gut aus (mag ja auch die Drachensage lieber ^^), aber wer sich für die chemischen Prozesse bei der Entstehung, sowie die Inhaltsstoffe des Gesteins interessiert, kann das hier nachlesen:
http://www.erdkunde.com/vdsg_lv/bay/bsg /heft54/06_Hexenwerk.pdf
Ist leider ein PDF-Dokument, ihr braucht also Acrobat Reader, um es öffnen zu können. Am Ende ist noch ein sehr nettes Quiz über den "Großen Pfahl".

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NAME
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Touristen fragen immer wieder gerne, warum der "Pfahl" denn eigentlich ausgerechnet so heißt, wie ein Pfahlsieht er ja nun wirklich nicht aus.
Der Name hat aber rein gar nichts mit dem zu tun, was wir allgemeinhin unter einem Pfahl verstehen, sondern er leitet sich von dem lateinische Wort "palladius" ab, was soviel bedeutet, wie "bleich" oder "blass".
Das kommt daher, weil der Pfahlquarz zu 95-98 % aus Kieselsäure besteht.
Der Großteil des Gesteins ist also milchig-weiß, "blass2 eben ;-)
Gelbliche, rosa-rötliche und graue Farbvarianten können allerdings auch vorkommen.
Der "Große Pfahl" heißt deshalb so, weil er - na was wohl? - groß ist. Bis zu 30 m ragen hier die Felswände empor.

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FLORA & FAUNA
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Die zerklüfteten Felswände des "Großen Pfahls" bieten perfekte Nistplätze für Raubvögel, wie z.B. Turmfalken, sowie ein gutes Versteck für Fledermäuse.
Seit der Schließung des Quarzsteinbruches 1992 hat sich dort ein See gebildet, in dem sich Frösche, Teichmolche und Gelbbauchunken angesiedelt haben
Des Weiteren findet man am "Großen Pfahl" auch interessante Tiere, wie Zauneidechsen und Ameisenlöwen.
Auf einem Rundweg kann alles besichtigt werden, der "Pfahlsteig" führt einem durch das idyllische Riedbachtal und steil bergan durch den Wald.
Der Aufenthalt außerhalb der gekennzeichneten Wege ist allerdings nicht erlaubt, genauso wenig wie campieren, klettern oder "Souvenirs" (Rosenquarz-Steine und ähnliches) sammeln.
Einzige Ausnahme bildet der sogenannte "Klopferplatz", dort dürfen Besucher Gestein mitnehmen, die schönsten Stücke sind aber natürlich alle schon längst weg ;-)
Da mein Vater, sowie mein Großvater früher in dem Steinbruch am Pfahl gearbeitet haben, besitzen wir eine riesige Mineraliensammlung, bei Gelegenheit schieße ich einmal ein Foto davon und werde es hier einstellen. D.h. wenn mein Vater mich lässt, der Raum mit den Glasvitrinen, in denen sich die Kristalle und Quarze befinden ist immer abgeschlossen ^^

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Vom Quarz-Steinbruch zum Naturdenkmal
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Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im "Großen Pfahl" Quarz abgebaut, um ihn als Schotter für Straßen zu verwenden (bzw. "verschwenden", würde ich eher sagen!), später auch zur Herstellung von Silizium-Solarzellen.
Dadurch gingen viele eindrucksvolle Quarzwände für immer verloren.
Nichtsdestotrotz wurde im April 2002 der "Große Pfahl" bei Viechtach als erstes Naturdenkmal im Projekt "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet *protz*
Seit 1939 steht der Pfahl unter Naturschutz, 1990 und 1993 kaufte die Stadt das gesamte Areal und baute es zum Geotop aus.
Aber erst mit dem Ankauf des Steinbruches im Jahr 1993, der Riedbachwiese 1997 und des Quarzschotterwerkes im Jahre 2000 wurde der Biotopverbund auf stolze 45 Hektar ausgeweitet, was eine enorme Fläche für ein Naturdenkmal in einer kleinen Stadt wie Viechtach darstellt (< 10.000 Einwohner).
Im August 2004 wurde dann der neue Pfahlsteig eröffnet:
Zwei Rundwanderwege unterschiedlicher Länge, sowie der Pfahlwanderweg bieten die Möglichkeit, die Natur am "Pfahl" live zu erleben.
Vom industriellen Quarzabbau sind heute noch übrig:
die ehemalige Verladestation, die dazugehörige Bremsstation und die alte Schmiede am Steinbruch.
Diese können ebenfalls besichtigt werden, denn der Wanderweg führt auch hier vorbei.
Da der Pfahl unter Naturschutz steht, ist es Besuchern allerdings nicht erlaubt, den gekennzeichneten Rundweg zu verlassen. Einerseits schade, da man gerade die schönsten Stellen nicht betreten darf, andererseits macht es aber durchaus Sinn, nicht das komplette Gebiet als "Touristenattraktion" zu erschließen, da der "Pfahl" in seiner jetzigen Schönheit erhalten bleiben soll und geschützt werden muss.

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WEITERE INFORMATIONEN:
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Im Alten Rathaus in Viechtach befindet sich seit Februar 2001
eine Dauerausstellung über den Pfahl, dort kann man noch viel mehr Interessantes und Wissenswertes über das Naturdenkmal erfahren.
z.B. die ausführlichen Sagen, sowie die exakte wissenschaftliche Entstehungsgeschichte oder über die Tier- und Pflanzenwelt in unserem Geotop.
Zusätzlich gibt es dort eine "Pfahlerlebnis- und -experimentierecke" in der Besucher die Möglichkeit haben, interessante Dinge z. B. über Mineralienbestimmung zu erlernen.
Des Weiteren kann man sich auch direkt am Pfahlwanderweg informieren, der durch mehrere Schautafeln an unterschiedlichen Stellen zum Lehrpfad umfunktioniert wurde.
Es besteht auch die Möglichkeit, an einer speziellen Gruppenführung über den Wanderweg teilzunehmen.
Wer Interesse an einer solchen hat, wendet sich für Informationen bitte an eine der unten genannten Kontaktadressen.

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KONTAKTE:
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Kristallmuseum Viechtach
Linprunstraße 4
94234 Viechtach
Tel. 0 99 42 / 54 97
Fax. 0 99 42 / 60 65

Pfahl-Infostelle Viechtach
Altes Rathaus, Stadtplatz 1
94234 Viechtach
Tel: 09942 / 904864
Fax 09942 / 904856

naturpark-bayer-wald-pfahlinfo@t-online.de
Hier kann man sich auch einen kostenlosen Prospekt bestellen, für alle die einen Urlaub in Viechtach in Betracht ziehen.

www.pfahl.info
www.naturpark-bayerischer- wald.de.

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FOTOS:
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Viele eindrucksvolle Aufnahmen des Großen Pfahls kann man sich auf der folgenden Seite ansehen:

http://www.bayerischer-wald-ferien.de/bi lder-bayern-fotos/viechtach-pfahl.html

Ich stelle aber auch noch eigene ein, wenn ich es hinkriege ^^
Hab bisher noch nie Fotos an Berichte angefügt und hoffe es klappt.

Hier ist noch eine sehr schöne Seite, sogar mit einer Karte auf der der komplette Verlauf des "Pfahls" eingezeichnet ist, sehr anschaulich!

http://www.naturpark-bayer-wald.de/c ontent/upload/archiv/pfahl_komplett.pdf

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FAZIT
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Meine Ansichten und Gedanken über den "Großen Pfahl" konntet ihr zwar nun schon aus meiner begeisterten und überschwänglichen Beschreibung dessen herauslesen, trotzdem möchte ich noch ein paar Worte anfügen.
Der "Große Pfahl" ist wirklich ein bemerkenswertes Kunstwerk der Natur (eigentlich ein Paradoxon, den Kunst kommt ja von künstlich, also das Gegenteil von natürlich, aber naja...^^). Einerseits wegen seiner beträchtlichen Länge und des wie mit dem Lineal gezogenen Verlaufes. Auf der anderen Seite wegen der genialen Aussichten und der - zumindest zum Teil - unberührten Natur.
Ich gehe oft und gerne dort spazieren, denn es finden sich viele beschauliche Stellen, an denen man zur Ruhe kommen und seine Gedanken sammeln kann.
Obwohl Viechtach ein Erholungs- und Touristikgebiet ist, trifft man am "Pfahl" eher selten Touristen an, eher ab und zu mal ein paar einheimische Wanderer. Da sieht man wie wenig die "Preißn" (sorry ^^) und Stadtleute die Natur zu schätzen wissen. Aber das ist nur ein Vorteil, denn so kann ich die Stille dort genießen und alles betrachten, vor allem im Frühling und Sommer,wenn die ganzen seltenen Pflanzen dort blühen, ist es sehr schön anzusehen.
Trotzdem kann ich nur jedem, der mal nach Viechtach kommen sollte, wärmstens ans Herz legen, den "Pfahl" zu begehen und besichtigen und die Eindrücke der Natur auf sich wirken zu lassen. Für mich ein wahrhaft schützenswertes und einzigartiges Naturdenkmal!

VIELEN DANK FÜR'S LESEN; BEWERTEN & KOMMENTIEREN !!!
Liebe Grüße, eure Mona

Dieser Bericht erschien auch auf anderen Meinungsplattformen unter dem Namen "monanina"

Fazit: ein schützenswertes Naturdenkmal!


Geschrieben am: 30. Jul 2008, 23:39   von: monanina



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