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Übersicht > City-Guide > Ausland > Tiergarten Schönbrunn (Wien)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
wunderschöne moderne Anlage, sehr weitläufig, Tiere, die sich offensichtlich wohlfühlen, viel Infos - einfach empfehlenswert!!!!!

Nachteile:
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Die Pandas sind da!!!!!!!!
Bericht wurde 1510 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 4 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ich kenne den Zoo seit nun ca. 20 Jahren und bin einfach begeistert darüber, wie sich dieser entwickelt hat.

Der Tiergarten in Wien liegt inmitten des wunderschönen Schönbrunner Schlosspark, der alleine mit seinem botanischen Garten, dem Labyrinth, der Gloriette, der Orangerie und dem Schloss selbst schon einen Besuch wert ist.

Zur Geschichte des Tiergartens

Schon 1570 gab es auf dem Gelände einen Wildpark, der auf Wunsch des Mannes von Kaiserin Maria Theresia, Franz Stephan von Lothringen, um eine Menagerie rund um einen Pavillons im Jahre 1752 erweitert wurde. Bis heute bildet diese Menagerie den historischen Kern des Tiergartens. (Genaueres kann man unter www.zoovienna.at nachlesen.)

Als ich Anfang der 80iger Jahre nach Wien kam, machte der Zoo einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. Die Unterbringung vieler Tiere in den denkmalgeschützten Käfigen war nicht nur nicht zeitgemäß, sondern kam Tierquälerei schon sehr nahe.

Aber, dies gehört der Vergangenheit an. Heute ist dieser Tiergarten das Beispiel für moderne Tierhaltung. Wenn die Tiere schon in Gefangenschaft aufwachsen, dann sollte wenigstens ihr Gefängnis großzügig gestaltet, den ursprünglichen Lebensverhältnissen nachempfunden sein.

Es ist einfach großartig zu verfolgen, wie sich der Tiergarten an sich, die Lebensverhältnisse der Tiere seit den letzten Jahren, insbesondere seit der Führung von Dir. Pechlaner verändert haben.

Ich möchte euch einige Beispiele aufzählen.
Raubkatzen:
Die wunderschönen Tiere (ich liebe Tiger, Panther, Geparden...) mussten vor noch gar nicht so vielen Jahren in sehr engen kleinen Käfigen hausen. Den ganzen Tag lagen sie herum, Nachwuchs gab es selten. Heute leben sie in einem großzügig gestalteten Gehege, müssen ihr Futter „jagen“ (über eine Liftanlage wird das Futter geliefert, die Tiere müssen zum Fleisch raufspringen, ihm nachlaufen – nix mehr mit Futter auf dem Präsentierteller), haben Rückzugsgebiete, wo sie sich verstecken können.
Pinguine:
Seit kurzer Zeit gibt es einen Pinguinpark. Da watscheln die lustigen Gesellen durch die Gegend, springen kopfüber in das klare Wasser, schnattern ziemlich laut – und machen den Eindruck, als würden sie sich rundherum wohl fühlen.
Elefanten:
Das Elefantenhaus war die Voraussetzung dafür, dass Wien die Geburtsstadt des kleinen Abu werden konnte. Im alten Gehege wäre es absolut unmöglich gewesen, so etwas Ähnliches wie eine Elefantenzucht zu versuchen. – Inzwischen ist ein weiteres Elefantenbaby unterwegs (dauert halt noch mehr als ein Jahr, da ja eine Elefantenkuh zwischen 21 und 22 Monaten trägt).
So könnte man noch viele Beispiele aufzählen, ob das die Äffchen auf der Insel – ohne Gitter – sind oder die Vögel, die im neuen Vogelhaus frei herumfliegen oder...

Unter der Direktion von Dr. Pechlaner ist es auch selbstverständlich, dass Tiere, die nicht artgerecht untergebracht werden können, in andere Zoos verkauft werden, wo ihnen ein besseres Leben geboten werden kann.

Äußerst interessante Forschungsprojekte werden vom Tiergarten unterstützt. Z.B. ein Orang-Utan-Projekt in Borneo. Die kleine Jungle, ein Orang-Utan-Junges, das in Schönbrunn auf die Welt kam (es gibt nichts Schöneres, als eine Orang-Utan-Mutti zu beobachten, wenn sie sich liebevoll um ihr Baby kümmert) wird demnächst nach Borneo gebracht. Dort gibt es eine Einrichtung, die junge Orang-Utans auf das Leben im Urwald, der eigentlichen Heimat dieser Tiere, vorbereitet und sie dann, wenn sie alles Notwendige gelernt haben, in die Freiheit entlässt. Auf diese Weise wird versucht, die Orang-Utan-Population in Borneo wieder zu erhöhen. Denn leider sind auch diese Tiere bereits vom aussterben bedroht.

In Hinblick auf die 250-Jahr-Feier (letztes Jahr) wurde der Bau neuer Projekte natürlich sehr forciert. Das neu Koalahaus beherbert inzwischen zwei Koalas, die ich aber immer nur schlafend erwische *ggg*. Das Regenwaldhaus bietet einen wunderbaren Eindruck eines echten Regenwaldes mit verschiedenen Klimazonen. Das neue Aquarium gibt es ja schon einige Zeit, auch die Bärengehege wurden ganz neu gestaltet und sind wirklich wunderschön geworden.
Apropos Bären - die chinesischen Pandas sind da!!!!! China leiht Schönbrunn 10 Jahre lang eine Pandapärchen, um die Erfahrungen des Tiergartens in Bezug auf Zucht von Nachwuchs zu nützen. Also, wenn alles klappt, gibt es in den nächsten Jahren auch Pandababys - spätestens zu diesem Zeitpunkt ist für (c)Homorphus eine Jahreskarte fällig.
Zusätzlich wurde ein ganz lieber Spielplatz , gestaltet von dem österreichischen Künstler Kumpf, eingerichtet. Und für die Kleinen ist besonders der Streichelzoo wunderschön.
Auch ein indianischer Totempfahl, gestiftet von der kanadischen Regierung, hat seinen Platz in diesem tollen Ensemble gefunden.

Etwas Besonderes ist der „Tiroler Hof“ – ein uraltes Bauernhaus aus Tirol, das abgetragen und in Schönbrunn wieder aufgebaut wurde. Seien wir ehrlich, wie viele Wiener waren schon einmal in einem mehrere hundert Jahre alten Bauernhof? Von den Schmankerln, die es dort zu kaufen gibt, will ich gar nicht reden. Ich sage nur eines – ausprobieren! In Verbindung mit diesem Bauernhof kann man dort auch die Tiere bewundern, die früher auf jedem Bauernhof zu finden waren – finde ich auch sehr gut. Denn leider ist es ja heute oft so, dass Stadtkinder zwar Elefant, Giraffe und Tiger kennen, aber noch nie eine Kuh in Natura gesehen haben.

Fazit:

Für jeden Wienbesucher ist der Tiergarten meiner Meinung nach ein MUSS. Es gibt so viel zu sehen, dass man einen ganzen Tag dort verbringen kann.

Nun zu den Daten:
Öffnungszeiten: der Tiergarten ist ganzjährig geöffnet in der Zeit von 9:00 bis 16:30 bzw. 17:30 und 18:30 (je nach Monat).
Eintrittspreise: Erwachsene € 10,--
Kinder ab 3 € 3,--, ab Schuleintritt € 4,--
Es gibt Senioren-, Studenten- und Gruppenermäßigungen.
Die Eintrittspreise sind schon ziemlich hoch, aber der Tiergarten bietet dafür auch sehr viel. Und wenn man wie ich im Laufe der letzten Jahre beobachten konnte, wie viel für die Tiere getan wird, dann zahlt man den Preis gerne.
Der Tiergarten befindet sich im 13. Bezirk und ist mir der U-Bahn sehr gut erreichbar (U4 Station Hietzing).

Übrigens, auch die Tiere scheinen sich sehr wohl zu fühlen, wie die rege Nachwuchsproduktion zeigt.

Nur eines sollten wir bei all der Euphorie nicht vergessen. Die Pfleger und Wärter leisten tolle Arbeit, tun alles, damit die Tiere sich in Wien wohl fühlen. Doch trotzdem geschehen manchmal schreckliche Unfälle, die leider auch tödlich enden können, wie es diesen Winter im Jaguargehege leider passiert ist. Raubtiere bleiben Raubtiere, auch wenn sie in Gefangenschaft mit Menschen aufwachsen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Tiergartenbesuch. Homorphus

PS: weitere Infos unter www.zoovienna.at


Geschrieben am: 19. Mar 2003, 10:31   von: homorphus



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