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Übersicht > City-Guide > Ausland > Serres Griechenland
Vorteile: Einzigartige Natur: Strimonas, Kerkinisee, Ägäis, Berglandschaft von Vrontous, Wald des Lailias – Amfipolis, Höhle von Alistrati, Hagios Ioannis, schönes Stadtzentrum,
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| Die einzigartige Naturlandschaft von Serres |
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PROLOG
Serres ist einer dieser Orte, die meine Familie und ich sehr oft in unseren Urlaubswochen in Griechenland aufsuchen. Warum uns dieser Ort so besonders anzieht? Nun, es ist die hauptsächlich die herrliche natürliche Lage von Serres, die so einiges kombiniert: von der kühlen bergischen Landschaft, dem majestätischen Strimonas Fluss, dem geschützten Kerkini-See bis zum einigartigen Meer der Ägäis, der Stalaktitenhöhle von Alistrati und der altgriechischen Stadt der Amfipolis. Doch in Serres leben auch Verwandte meines Vaters, die uns immer herzlichst empfangen und bei sich, für die wenigen Tage unseres Urlaubs dort, unterbringen. Von einer meiner entspannendsten Erholungsreisen in Serres vor einigen Jahren, möchte ich heute berichten.
WISSENSWERTES ZUR SERRES
Serres befindet sich im nördlichen Teil von Griechenland und ist einer der sieben Regionen von Mazedonien. Nördlich von Serres liegt Bulgarien und südlich die Ägäis. Genau eine Autostunde von der Millionenstadt Thessaloniki entfernt, ist Serres ein großes Handelszentrum des Balkans. Die teilweise unberührte Natur von Serres ist wohl eines der bedeutendsten Merkmale der Gegend. Ob Fluss, See, Meer oder Berg – alles ist in Serres zahlreich und von besonderer natürlicher Schönheit vorhanden. Serres gehört zu einer der insgesamt 52 Regionen von Griechenland. Serres ist gleichzeitig die Hauptstadt dieser Region. Ungefähr 210.000 Menschen leben insgesamt in der Umgebung. Davon leben ca. 90.000 in der Stadt von Serres und der Rest verteilt in insgesamt 194 Dörfern und Gemeinden der Region. Mehr als 60% der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft: Baumwolle, Tabak, Mais, Weizen, Zuckerrohr und Wein werden hier hauptsächlich angebaut bzw. produziert.
DER BESUCH AM STRIMONA-FLUSS UND MEINE ERSTE BEGEGNUNG MIT EINER SCHLANGE
Der Strimonas ist einer der größten Flüsse in Nordgriechenland. Er durchquert Bulgarien und Griechenland um dann in die Ägäis zu fließen. Er ist der ganze Stolz der Bewohner von Serres, vor allem der Menschen, die sich mit der Landwirtschaft beschäftigen. Die Gewässer des Strimonas bewässern die Felder (meistens sind es Baumwollfelder) der Bauern und ermöglichen so eine bessere Ernte. Leider wurden die Gewässer des Flusses in den letzten Jahren durch toxische Gifte aus den bulgarischen Metallfabriken und pflanzlichen Giften, die von griechischen Landwirten zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, teilweise verschmutzt. Diese Wasserverschmutzung (die laut der Stadtwerke von Serres die Giftgrenze nicht überschreitet) hindert die Menschen in Serres nicht davon, ihrem Beruf oder Hobby nachzugehen. Fischen am Strimonas gehört bei einem Besuch in Serres einfach dazu. Ist man als Tourist neugierig auf einen Flussbesuch um zu Fischen oder einfach nur um die Gewässer und die beeindruckende Natur drum herum zu besichtigen, dann sollte man das nicht ohne einen Experten tun. Dazu gibt es erfahrene Fischer, die man nahe des Flusses findet und sie für eine Führung bitten kann. Nicht jeder wird Lust haben seinen Job stehen zu lassen um den erlebnishungrigen Touristen die Attraktionen des Strimonas zu zeigen, aber einige werden es mit Freude tun. Die meisten Fischer sind sehr stolze Menschen und lieben ihren Beruf über alles. Für unsere Besichtigung des Flusses und des darauffolgenden Fischerlebnisses war mein Onkel und sein Sohn verantwortlich, die jahrelang hobbymäßig die Gewässer des Strimonas aufsuchen. Mein Vater, meine Schwester und ich sollten ein unvergessliches Erlebnis mit nach Hause nehmen (meine Mutter hatte das Haus der Tante vom Fischen bevorzugt, als ob sie wusste, was auf sie sonst gewartet hätte).
Unser Onkel hatte uns vor dem Ausflug gewarnt, dass wir am Fluss sehr viele Schnacken antreffen würden, die sicherlich sehr großen Durst auf unser Blut haben würden. Und wenn mein Onkel etwas sagt, dann wird er schon wissen über was er spricht! Trotz der langen Hosen und langärmligen Hemden, trotz der angezogenen Strümpfe (und all das bei 35 Grad Celsius!) und trotz Schnacken-Bekämpfer Autan (zwei gelbe Flaschen hatten wir leergekriegt), haben wir uns von den Blutsaugern nicht absolut schützen können. Meiner Schwester Dessi - die einzige Dame im Team - war der ganze Haufen von Schnacken am Schluss eine Nummer zu groß und sie flüchtete ins Auto, wo sie von ihnen sicher war. Sogar durch die dicken Jeanshosen konnten einige Schnacken durchstechen, so dass ich den Rest des Nachmittags gezwungen war andauern mich hin und her zu bewegen, um die lästigen Blutsäuger fernzuhalten.
Mein Onkel brachte uns an diesem Nachmittag des Augusts durch ein Dickicht zu einem Flussufer, an dem weit und breit keine Menschenseele zu sehen war. Auch auf der anderen Seite des Ufers konnte man nichts erkennen. Der Strimonas floss gewaltig vor uns – ein sehr großer Fluss für die griechischen Verhältnisse. Wenn ich ihn mit unserem Rhein hier in unserer Umgebung vergleiche, dann war der Strimonas ungefähr um die Hälfte so breit. Doch der August ist auch ein Monat des Wassermangels in Griechenland (durch die fehlenden Regenfälle) und so kann ich nicht sagen, wie breit der Strimonas zum Beispiel im regnerischen Herbst breit ist. Auf jeden Fall war ich von den reißartigen Strömen des Flusses beeindruckt. Nahe des Ufers hatten sich algenartige Pflanzen angesammelt. Aus der Sicht der Geräusche genoss ich das unglaubliche Konzert der Frösche, sowie das Zwitschern der Vögel - und all das zwischen gewaltigen Eichen und Akazien. Ich erlebte die Natur zum ersten Mal in dieser Pracht! Mein Onkel und mein Cousin waren bereits mit dem Aufstellen ihrer Angeln fertig und mein Vater genoss die Natur, als ich mich dem Ufer des Flusses näherte. Auf der Wasseroberfläche konnte ich die vielen Frösche erkennen, die gleich nach meinen nächsten Schritten auf ihre Richtung, im tiefen Wasser verschwanden. Überraschenderweise sah ich auf einmal dicht neben mir, ein paar Zentimeter außerhalb des Wassers, einen großen graugrünen Frosch, der sich trotz meiner Anwesenheit nicht aus dem Staub gemacht hatte. Na wenn das so ist, werde ich mir diesen Frosch mal fangen und vielleicht streicheln, dachte ich mir! Nun, das hätte fast auch geklappt: ich näherte mich mit meiner Hand dem Frosch, war gerade dabei ihn anzufassen, als ich erschaudert nach hinten schreckte! Genau an diesem Moment bemerkte ich, dass der Frosch an seinem hinteren Leib von irgendetwas festgehalten wurde - einer Schlange! Es handelte sich um eine schwarze Wasserschlange (wie mir später mein Onkel erklärte). Als sie meine Hand in Richtung des Frosches sah, muss sie wohl den gleichen Schock wie ich erlebt haben, ließ sofort von ihrem Menü los, hat blitzschnell das Wasser erreicht und ist davongeschwommen. Der Frosch übrigens schien nach einigen Sekunden wieder fit zu sein und sprang ins Wasser. Ich habe ihm, ohne es zu wissen, vom sicheren Tod gerettet. Diese Wasserschlangen kommen in den Gewässern des Strimonas sehr häufig vor. Sie sind zum Glück nicht giftig, wie die griechischen Kreuzottern, von den denen es auch in dieser Gegend sehr viele gibt! Zwei Jahre später sollte ich dann in einem Dorf von Alexandroupoli auf eine wahre Kreuzotter treffen, aber das ist eine andere Geschichte!
Was das Angeln selbst angeht, war wohl der Nachmittag von damals eher ein erfolgloses Unternehmen. Über zwei Stunden hatten die Fische unsere Leckereien auf der Angel eher abgelehnt! Kurz vor Abbruch unseres Ausflugs biss eine Art Hecht zu. Mein Onkel holte den Fisch an Land, war nicht besonders von seinem Gewicht begeistert, da es sich um einen Jungfisch handelte und warf ihn wieder zurück in den Fluss. Fischen braucht nun mal große Geduld und war an diesem Abend eher Nebensache für uns alle. Wir hatten einen erlebnisreichen Nachmittag in der freien Natur hinter uns, den ich sicherlich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde (meine schnackensgeplagte Schwester bestimmt auch nicht!).
DIE EINZIGARTIGE HÖHLE VON ALISTRATI
An der Grenze von Serres zu Drama, befindet sich wohl einer der bekanntesten Höhlen Europas. Die Höhle von Alistrati ist jährlich einer der Hauptattraktionen Tausender von Touristen. Bis heute sind 25.000 Quadratmeter der Höhlenebene bekannt und erforscht worden. Allein schon der Gedanke, dass man eine 2 Millionen Jahre alte Höhle betritt, hatte bei mir ein besonderes Gefühl der Abenteuerlust aber auch des Respekts entstehen lassen. Die besonders hohe Deckenschicht der Höhle war das erste, dass mich besonders beeindruckte. Anscheinend aber nicht nur mich, sondern auch die restlichen Besucher der Höhle an jenem Nachmittag, die alle die ganze Zeit in Richtung Decke schauten. Man schaut nach oben und ist über die gewaltige Höhle erstaunt. Bis zu 35 m soll die Höhlendecke hoch sein! Riesige Stalaktiten ragen aus einem großen Teil der Decke heraus. Ein beeindruckendes Spektakel. Auf unserer Höhlentour trafen wir auf rote Stalaktiten. Als ich einen der Tourführer nach diesem seltenen Farbmerkmal der Stalaktiten fragte, wurde mir geantwortet, dass sich durch die Jahrhunderte, die Stalaktiten von den roten Gesteinen an den Höhlenwänden angefärbt hätten. Von besonderer Schönheit waren die großen Stalaktiten die bis zu 15 Meter lang sind. Eine weitere sehr seltene Art von Stalaktiten, konnte mein Interesse gewinnen. Es handelte sich dabei um Stalaktiten, die sich in alle möglichen Richtungen ausgebreitet hatten. Anstatt, wie die Stalagmiten steil nach oben oder wie die Stalaktiten ganz steil nach unten zu gehen, hatten diese ihre Länge schief nach rechts oder links ausgebreitet. Die Beleuchtung der Höhle ist ideal um alles faszinierende bestaunen zu können. Die Belüftung der Höhle war ebenfalls hervorragend - man spürte kaum, dass man sich in einem fast geschlossenen Raum befindet. Die Temperatur in der Höhle selbst war recht kühl. Dies ist doch besonders angenehm, denn wenn man, wie wir, die Höhle im Sommer besucht und draußen 37 Grad Celsius herrschen, dann ist das Eintreten in die Höhle eine ausgezeichnete Abkühlung. Ein Besuch der Alistrati Höhle sollte eigentlich bei jedem längerem Aufenthalt in Serres ein Muss sein. Ich kann versprechen, dass es ein besonderes Erlebnis sein wird.
DER AUSFLUG ZUM HAGIOS IOANNIS (oder Heiligen Johannes)
Fragt man einen Bürger Kretas was ihm zum Stichwort Serres so alles einfällt, würden sicherlich die Worte schöne Frauen und Hagios Ioannis fallen. Attraktive Frauen gibt es mit Sicherheit sehr viele in Serres und die Stadt ist für ihre Traumfrauen (von denen auch viele in der Showbranche vertreten sind) bekannt. Hagios Ioannis ist von seiner Seite aus wohl einer der bekanntesten Orte überhaupt in der ganzen Umgebung von Nordgriechenland. Es handelt sich um einen kleinen Ort, genau 2 km von der Stadt entfernt, der für seine idyllische, natürliche Umgebung so bekannt geworden ist. Der Besucher des Hagion Ioannis wird vom ersten Moment von der wundervollen Umgebung fasziniert sein. Wohin man auch hinschaut fließt hier reines Quellwasser, duzende von Bächen, gewaltige Bäume seltener Arten (unter denen Bänke aufgestellt sind, aber man leider im Sommer selten einen freien Platz zum Ausruhen findet), Parks mit spielenden Kindern, beeindruckende Restaurants und entzückende Tavernen. Der Hagion Ioannis ist einer der kühlsten Plätze die man im Sommer in Serres besuchen kann. Durch den Schatten der gewaltigen Bäume gelangt kaum Sonnenlicht auf den Erdboden und so ist deshalb angenehm kühl! Der Ausflug zum Hagion Ioannis war für meine Familie ein unvergessliches Erlebnis. Erst haben wir die ganze Gegend mit ihrer natürlichen Schönheit durchgekämmt, dann haben wir es uns in einer Taverne gemütlich gemacht und neben einem Bach, wo Enten verschiedener Arten schwammen frische Forellen gegessen. Das Essen war hervorragend und die Preise damals auch. Danach waren wir noch in der bezaubernden Kirche des Hagion Ioannis. Hat man sich vom vielen Spazieren gehen die Füße wund gelaufen, so kann man in der Kirche des Hagion Ioannis eine Ruhepause einlegen und warum nicht - ein Gebet machen! Der Hagios Ioannis ist ein magischer Ort, der sicherlich eine der Hauptattraktionen von Serres ist.
DIE BEEINDRUCKENDE BERGLANDSCHAFT DES NORDENS – DIE MAGISCHE MEERESBUCHT DES SÜDENS
Im nördlichen Teil von Serres (25 km von der Stadtmitte entfernt) erstreckt sich die beeindruckende Berglandschaft von Vrontous. Die Gebirgsreihe von Vrontous symbolisiert gleichzeitig die natürliche Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien. In den Wintermonaten herrscht hier die absolute Kälte. Bis an die -18 Grad Celsius sinken hier die Temperaturen im Dezember und Januar. Die Gebirge von Vrontous sind gleichzeitig magischer Anziehungspunkt für Wintersportler. Von beeindruckender Schönheit ist der riesige Lailias Wald, der sich rund um die Gebirge von Vrontous erstreckt. Dieser Wald ist geschützt und beherbergt sehr seltene Tierarten. Bären, Wildschweine und Wölfe gehören zu diesen Tierarten. Rudel von Wölfen werden jedes Jahr aufs neue gesichtet. Leider kommt es sehr oft vor, dass die Wölfe im harten und nahrungsarmen Winter den Lailias kurzeitig verlassen um sich Nahrung in Form von Schafen aus den Dörfern zu holen. Jedes Jahr werden nahe von Petritsi und Rodopolis Angriffe von Wölfen auf Schafsherden gemeldet. Am unteren Teil des Lailias wird man jedoch sehr schwer in den Sommermonaten auf Raubtiere dieser Art treffen. Ein Reh oder einen Iltis zu sichten, ist da schon eher möglich!
Im südlichen Teil von Serres befindet sich die Meeresbucht von Nea Kerdilia. Sie ist der einzigste Kontakt von Serres mit der Ägäis. Hier erstreckt sich ein ungefähr 10 km langer Strand, der natürlich auch in beiden Richtungen weitergeht – nur ist dieser dann den Regionen von Thessaloniki und Kavala zugewiesen. Vor der Meeresbucht hat man die Möglichkeit das Strimonadelta zu bestaunen. Der Strimonas fließt hier in die Ägäis hinein. Wegen dieses dynamischen Aufeinandertreffens von Fluss- und Meereswasser, ist das Wasser hier nicht besonders ideal zum Baden. Viel Schmutz wird aufgewirbelt und wird dann nahe des Ufers angespült. Ein paar Kilometer jedoch vom Strimonasdelta entfernt, im Dorf von Nea Kerdilia (mit weniger als 800 Einwohner), ist das Meereswasser bereits wieder sauber und wartet auf schwimmlustige Touristen. Aus dem Auto hinausschauend, kann man bei Nea Kerdilia das Meer bestaunen. Ein eindrucksvoller Blick auf die Ägäis (der einzigste Punkt, an dem man vom Auto aus auf der Strecke Thessaloniki-Serres das Meer sehen kann)! Von der Ferne erkennt man im Meer selbst, etwas wie schwarze Plastikbehälter. Es handelt sich hierbei um Markierungen der Fischer, die hier Netze aufgestellt haben. Es geht jedoch hier nicht um Fischfang, sondern um Muschelzucht! In diesen Netzen werden diese Meeresfrüchte gezüchtet und dann an Restaurants in der Umgebung verkauft. Muschelsuppe ist eine der besonderen Spezialitäten in der Gegend und wird sowohl von Einheimischen, als auch von Touristen sehr geliebt. In Nea Kerdilia gibt es eine Vielzahl kleiner Tavernen (viele sogar mit tollem Ausblick aufs Meer), bei denen man Muscheln, Meeresfrüchte jeglicher Art oder frischen Meeresfisch bestellen kann. Ich genieße jedes Jahr mit meiner Familie die Muschelsuppe (Saganaki auf griechisch) oder einfach nur gebratene Muscheln. Eine Köstlichkeit, die ich jedem wärmstens empfehlen kann. Für alle, die in der Hochsaison (Juli-August) Nea Kerdilia besuchen wollen, sollte gesagt werden, dass alle angebotenen Fischgerichte immer frisch zubreitet werden. Im Winter sollte man da schon etwas vorsichtiger sein!
Nahe der Meeresbucht von Nea Kerdilia, befindet sich einer der größten archäologischen Funde Griechenlands - die Amfipolis. Ich habe sie mit meiner Familie besucht und war vor allem vom imposanten Amfipolis-Löwen fasziniert! Er ist der Wächter der Amfipolis. Wir sprechen hier über einen 10 Meter hohen Löwen, ausschließlich aus Stein konstruiert. Er ist ein weiteres Highlight von Serres. Seine Lage war einst von großer Wichtigkeit. Es war vor einigen Jahren noch der ideale Platz, um sich eine Erholungspause zu gönnen. Viele Verkaufsstände mit Souvenirs oder kühlen Getränken, waren damals noch neben dem Amfipolis-Löwen aufgestellt. Seit einigen Jahren jedoch wurde eine modernere Brücke über dem Strimonas gebaut, die gleichzeitig die Strecke Thessaloniki-Serres um einige Kilometer abgekürzt hat. So ist der Löwe eigentlich nur noch ein Anziehungspunkt für Touristen. Die Amfipolis bietet selbst, als eine steinalte Stadt des fünften Jahrhunderts, eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, wie ein Theater der alten Griechen bzw. was davon noch im Wandel der Zeit übriggelassen worden ist, Statuen, Hausmauern und Säulen im altgriechischen Stil. Für den kulturinteressierten Touristen ist die Amfipolis sicherlich ein Reisehighlight in Serres.
DER KERKINISEE
Einer meiner Lieblingsgebiete in Serres ist ohne Zweifel der Kerkinisee. Er befindet sich im nordwestlichen Teil von Serres und ist bekannt für seine natürliche Schönheit. Der Kerkinisee beherbergt eines der größten Biotope in Nordgriechenland. Über 220 verschiedene Vogelarten haben hier ihre Nester hier oder nutzen den See als Station für ihren Weiterflug zu wärmeren Regionen. Drei dieser Vogelarten, Kormorane, Pelikane und Störche, habe ich bereits am See bestaunen können. Die ersten zwei bevorzugen das Wasser des Sees, die letzteren lieben die Umgebung des Seebiotops. Wegen seiner seltenen Vogelarten und der wunderschönen, natürlichen Umgebung, wird der Kerkinisee geschützt (wie es in der Konvention von Ramsar steht). Tausende von Besucher versuchen jedes Jahr aufs neue die seltenen und teilweise durch Aussterben bedrohte Vogelarten mit Ferngläser zu beobachten. Der menschliche Eingriff am Kerkinisee ist lediglich ein Damm, der nahe des Dorfes von Lithotopos vor Jahren erbaut worden ist. Als Tourist kann man außer der Besichtigung des Sees (nur von der Seite von Lithotopos, denn von der anderen ist der Zutritt erstens wegen des Schutzes des Biotops verboten und zweitens wegen des sumpfartigen Bodens nicht möglich) auch nahe des Sees gut speisen! Am „Fragma“, einem feinen Restaurant kurz nach Lithotopos, hat man eine der besten Aussichten auf den See. Ich habe diese Momente besonders genossen: von der einen schön essen und sich von der anderen einer wunderschönen Aussicht auf den See erfreuen! Natürlich kann man auch von hier aus nicht den ganzen See betrachten dafür ist er auch viel zu groß. Zu Fuß kann man einen großen Teil entlang des Sees spazieren gehen und die saubere Luft, sowie die entzückende natürliche Umgebung genießen. Den Kerkinisee hat übrigens der bekannte griechische Regisseur Theo Aggelopoulos für seinen nächsten großen Film ausgewählt. Der international ausgezeichnete Regisseur soll ein ganzes Dorf am Ufer des Sees im altgriechischen Stil neu errichten haben lassen. Dem Gleichgewicht des Biotops soll dabei nicht geschadet werden.
DAS STADTZENTRUM
Das Stadtzentrum von Serres ist durch seine vielen Grünanlagen deutlich anders als das anderer griechischer Städte. Nicht dass es auch hier keine Hochhäuser geben würde und der Straßenverkehr an einem normalen Arbeitstag dürftiger ausfallen würde, aber es gibt so viele Parks und Grünanlagen im Stadtzentrum, dass man doch sicherlich ein Gleichgewicht hergestellt hat. In der Platia der Stadt (also dem eigentlichen Stadtzentrum) ist immer viel los. Man entdeckt hier den Sesambrötchen - Verkäufer (Kulouri heißt dieses Sesambrötchen auf griechisch), den Zeitungsjungen oder den Lotterie- bzw. Losestand. Auf einer der vielen Bänke kann man es sich neben Wasserbrunnen und Zitronenbäumen gemütlich machen. In einer Stadt mit 90.000 Einwohnern ist es logisch, dass man alles finden kann, was das Herz begehrt. So kann man in einer modernen Cafeteria seinen erfrischenden Eiskaffe genießen, in einer der vielen Boutiquen günstiger als hier bei uns sich einkleiden lassen und in einem Restaurant gut griechisch essen. Wer es lieber so richtig krachen lassen möchte sollte abends mit Retsina und Ouzo bei originell griechischer Musik ein Mpouzoukizentrum aufsuchen. Davon gibt es in Serres eine Menge! Die Griechen feiern meistens bis in die frühen Morgenstunden und ziehen auch die Touristen mit in ihren Bann des Syrtaki! Im Stadtzentrum findet man eigentlich alles. Sogar das Stadion der heimischen Fußballmannschaft Panserraikos, die in der 2. Liga spielt, befindet sich mitten im Stadtzentrum.
EPILOG
Serres ist ein ideales Reiseziel für den entdeckungsfreudigen Touristen. Es gibt in der ganzen Umgebung von Serres so vieles an natürlicher Schönheit zu entdecken, dass man sicherlich davon beeindruckt bleiben wird. Durch den teilweise nicht vorhandenen menschlichen Eingriff (geringe Waldrodung, wenige Fabriken in der Umgebung von Serres), ist in vielen Teilen von Serres die Natur so geblieben, wie man sie sich als Naturfreund auch wünschen würde. Aber auch für den Freund der Erholung, ist Serres als Reiseziel ausgezeichnet gedacht. Meine Familie und ich werden sicherlich auch in den kommenden Jahren Serres besuchen und einige Tage unseres Urlaubs dort verbringen. Die Magie von Serres aus der Nähe zu erleben, ist einfach ein einzigartiges Erlebnis!
Geschrieben am: 04. Feb 2003, 22:21 von: trampastheo
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