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Club Las Piranjas
Bericht wurde 2768 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung:  nicht bewertet

Gerade ist der Film mit Michael Douglas zu Ende, der Videorekorder zieht sich noch Asterix rein.. und ich blicke in meine TV-Zeitschrift.. meine Pupille landet beim MDR und:

Biggy und Edwin!! Das schrillste Paar seit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder!

Die TV-Komödie über die grausamsten Cluburlaub-Animateure seit es so was wie Urlaub gibt. Dafür garantiert schon Hape Kerkeling als Edwin. Seine Kollegin Buggy – eine abgetakelte Schlagersängerin – spielt Angelika Milster.

Die beiden sind im „Club Las Piranjas“ beschäftigt – in dem jedes aber auch wirklich jedes Urlaubsklischee durch den Kakao gezogen wird.

Geschichte? Nee alles nur das nicht! Eine echte Geschichte gibt es nicht – vielmehr geht es um die Aneinanderreihung von Urlaubskatastrophen auf das übelste. Eigentlich müsste bereits das Club-Logo als fieses Omen gewertet werden können: ein Yin und Yang Symbol mit Fischflossen und fiesen spitzen Zähnen von denen rote Spritzer tropfen, daß auch auf der Clubuniform, dem Club-T-Shirt prangt. Pässe und Geld „dürfen“ sofort abgegeben werden, schließlich gibt es clubeigenes Geld. Ausgang? Gibt es nicht! Wohin auch? Der Club liegt irgendwo in der Pampa. So ist dem Wahnsinn nicht zu entkommen. Telefon? Natürlich! Es gibt eins – nur benutzen sollte man es nicht. Oder aber sich mit der richtigen Reaktionsweise auf KGB-gleiche Verhörmethoden gut auskennen.

Die beiden Animateure nerven mit ihrer Pseudofröhlichkeit bis in den Wahnsinn. Probleme? Die kaputte Toilette (incl. Dünnpfiff), der leere Pool, Überbelegung? Probleme die man fröhlich ignoriert, sind keine Probleme! Schließlich ist Edwin auch eher mit der blonden Weiblichkeit beschäftigt. Währenddessen ist die Hotelchefin (Judy Winter) mit ihrer Schnapsflasche voll und ganz ausgelastet. Die Hauptsache ist, die Urlauber haben ihren Spaß und wehe wenn nicht – denn wenn einer meutert, wird der der sonst so fröhliche Umgangston bald zum Kasernenhofkommando. Nicht zu verachten ist auch die Anwendung von Zeitschriften-Psychologie die sich auf die emsige Urlaubertruppe immer wieder auswirkt, wie Gehirnwäsche.

Das Unterhaltungsprogramm mutiert schnell zur Arbeitstherapie. Gelangweilte Kids werden beschäftigt in dem sie verdonnert werden, eine Party für die alten auszurichten und auch das Säubern des Strandes wird zum Highlight.

Aber auch die Urlauber sind nicht ohne. Schließlich bedeutet Urlaub am Meer ja nicht, daß man im selbigen auch schwimmen kann (ihhhhhhhhh). Dem Herdentrieb entsprechend machen alle Urlauber außer dem ewig schlecht gelauntem Karl-Heinz jeden Blödsinn mit. Ehepaare streiten, Kinder pubertieren und Omas sind einfach pausenlos gut gelaunt. Besetzt sind die Rollen mit vielen bekannten deutschen Schauspielern, die die abgedrehten Typen glaubhaft darstellen.

Und über allem hängt die bedeutungsschwangere Frage, woher Edwin die Clubchefin kennt, und was damals in Kenia passiert ist...

Der Film ist schlicht und einfach zum ablachen, in dem er jedes Klischee auf’s Korn nimmt, welches man mit dem Begriff „Cluburlaub“ verbindet. Einen tiefen Sinn wird man kaum finden, die eigentlich Geschichte wohl eher suchen müssen. Sicherlich wird der eine oder andere Anregungen finden, wo er beim nächsten Urlaub Gründe für Reklamationen und Preisnachlässe findet. Wahrscheinlich wird man sich selbst wiederfinden – oder zumindest den Typ Urlauber, von dem man auf der letzten Reise besonders genervt wurde. Wobei man sich an Komödien wie „man spricht deutsch“ erinnern mag.

Also: reinziehen, ablachen und sich drüber freuen, daß im eigenen Urlaub nicht ganz so viel Mist passierte.


Geschrieben am: 30. Mar 2002, 23:34   von: Vampire-Lady



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