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Übersicht > City-Guide > Deutschland > Berlin

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Cafes - Theo wir fahr'n nicht nach Lodz
Bericht wurde 1685 mal gelesen Produktbewertung:  k/a
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wir fahrn nämlich nach Berlin. Genauer gesagt: Wir warn Ende eine Woche in der Hauptstadt und haben dort ganz zufällig auf dem Weg zum Reichstag ein Literaten- und Lese-Café entdeckt, das seinesgleichen sucht. Deshalb hier ein kleiner Bericht.

Guten Tag, gestatten, Tucher - Theodor Tucher. Für Freunde THEO. Oder Tucher am Tor. So wird der Gast/die Gästin in der umfangreichen und witzigen Speisefibel von Theodor Tucher auf nette Weise begrüßt.

Wie gesagt, auf dem Weg zum Reichstag von der Friedrichstraße kommend, auf der belebten Prachtstraße Unter den Linden flanierend, vor dem z.Zt. eingerüsteten und mit Telekom-Werbung behängeten Brandenburger Tor kurz innehaltend, werde ich rechter Hand auf dem Pariser Platz des Pariser Palais' gewahr. Ein Spalt zwischen dem geschichtsträchtigen etwas geduckt wirkenden Tor und dem Palais daneben gibt den Blick auf einen kleinen Hof mit einer fast haushohen, bunt bemalten Figur frei.

Neugierig wie wir sind, wenden wir uns dem Objekt zu in der erwartung hier eine kleine Abkürzung zum alten und neuen deutschen Parlamentsgebäude zu finden. Wir umrunden staunend die an Nicki de St. Falle erinnernde Plastik, der noch ein kleines Männlein beigestellt ist, auf dem Hof und plötzlich fällt mein Blick auf eine große Glas-Menagerie, die den Blick in ein Restaurant oder Café freigiebt.

Wir drücken uns fast die Nasen an den Scheiben platt und sind vom Anblick entzückt, gleichzeitig und wortlos uns versprechend, nach dem Reichstagsbesuch hier unbedingt einzukehren.

Gedacht, getan!

Durch die Schwingtür und den Windfang hindurchgeschlüpft orientieren wir uns erst einmal nach rechts, wo einige Tische an der Fensterfront zum Pariser Platz und zum Brandenburger Tor hin aufgestellt sind. Dann fällt uns direkt gegenüber dem Eingang ein hohes Regal auf, das unten mit Büchern vollgestellt ist und anscheinend jedem Besucher zur Verfügung steht. Die oberen Regalreihen sind geweißelt oder gegipst. Sie sehen jedenfalls aus wie ein aus der nahgelegenen Nationalgalerie ausgeliehenes Kunstobjekt der 70er Jahre aus.

Davor stehen tief liegende Lederpolstersessel, in die wir uns in der Gewissheit nieder plumpsen lassen, dass wir hier mindestens zwei Stunden ausspannen werden bei einem Capuccino und einem Kännchen japanischem Morgentau (Tee) für 12 DM. Zeitungen und Zeitschriften aller Couleur und Sprachen liegen griffbereit auf einem Nebentisch.

Linker Hand unserer Raststätte ist der hohe Gastraum mit dem Tresen zu sehen. Davor sitzt leibhaftig der einst DDR-bürgerbewegte Günter Noke (heute CDU) mit einem anderen Gast plaudernd und dinierend.

Was aber meine besondere Aufmerksamkeit erweckt, ist die Galerie über dem Tresen, die über ein paar Stufen hinter dem besagten Bücherregal im Eingangsbereich zu ersteigen ist. Dort nämlich offenbaren sich uns einige Überraschungen.

Es handelt sich hier um die Salonbuchhandlung. Der nette weißhaarig-schüttere Endfünfziger gibt sich mir als ein Nachfahre des Berliner jüdischen Aufklärers Moses Mendelsohn zu erkennen und zeigt mir seine Preciosen.

Am Ende der langestreckten Regalwand, die ich neugierig durchstöbert hatte, entdecke ich zwei weitere Räume: Es handelt sich um ein kleines Gesellschaftszimmer und um ein Kaminzimmer (Literatursalon) im Stil des Biedermeiers eingerichtet und für Lesungen und kleine - auch private - Gesellschaften vorzüglich-behaglich eingerichtet: Stofftapeten mit geschmackvollen Stichen und Ölgemalden - meist Ansichten des alten Berlins -, Biedermeier-Vorhänge, -Stühle, -Tische und Teppiche, Kandelaber...

Mich traf fast der Schlag: Ich dachte, ich stehe in einer guten Berliner Stube um 1830. Mit einem Klick war ich in die Vergangenheit entrückt. Zauberhaft!

Ins Café zurückgekehrt, widme ich mich der 40seitigen Speisefibel und bekomme Lust auf eine Literarische-Curry (6 DM), auf den Berliner Flusskrebseintopf aus dem Kupferkännchen (27,50 DM), auf Theo's Eisbein mit Champagnersauerkraut (16,50 DM)... Aber alles auf einmal geht wohl nicht und ist wohl auch nicht anzuraten.

Eine exquisite Küche, eine überbordende Getränkevielfalt, viel Theo-Tucher-Phantasie, das Ambiente und die einzigartige Atmosphäre dieses Etablissements lassen mich insgeheim schwören, unbedingt wieder zu kommen.

P.S.

Jeden Donnerstag Lesungen internationaler und Berliner Promis. Eintritt 15 DM.
Reservierungen unter Tel. 030-22489639

Theo Tuchers Wahlspruch: Montag ist Tucher Tag. Heute als Mensch zu Gast bei Tucher am Tor sein, heißt 'in Berlin sein'. Er hat einfach recht! warum gerade Montag, wird hier nicht verrraten. Ein wenig Spannung sollte bleiben...

Pariser Platz 6a - direkt neben dem Brandenburger Tor im Palais am Pariser Platz.
10117 Berlin
Tel. 030-22489464
Fax 030-22489465
info@theodortucher.de

Theo, wir fahren ein ander Mal nach Lodz. Und ich versprech Dir, dass ich Dir Deine Speisefibel wieder zurück bringe. Ich habe mir das Teil doch nur 'ausgeliehen', um zurück zu kommen! Verzeih'! Ein MUSS - nicht nur für Berlin-Besucher!


Geschrieben am: 02. Sep 2001, 10:11   von: Reve



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