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Übersicht > City-Guide > Ausland > Nairobi

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
alles

Nachteile:
nichts




Ängstliche Hausmädchen und abgesperrte Telefone
Bericht wurde 898 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Servus Leute!

Vorwort für alle, die mich noch nicht kennen
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Ich bin seit April 2000 verheiratet. Meine Frau ist aus Kenia und ich hatte leider erst zweimal das Vergnügen, dieses wunderschöne Land zu besuchen. Meine Frau wurde im letzten Jahr krank und die Ärzte hier waren unfähig, eine normale Lungenentzündung zu erkennen. Sie flog deshalb im April 2002 zurück in ihre Heimat um sich dort zu erholen. Leider war das fast schon zu spät und sie wäre fast gestorben. So werden aus den geplanten vier Wochen Urlaub in ihrer Heimat nun schon fast ein Jahr. In wenigen Wochen wird sie kerngesund wieder zu mir zurückkommen. Im Von Mitte September 2002 flog ich für circa vier Wochen zu meiner Frau nach Nairobi. Über diese beiden Urlaube gibt es bereits ein paar Berichte von mir, die auch gelesen werden wollen.*g*

Vorwort für alle, die mich bereits kennen
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Hi Fans!

Vorwort für alle
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Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder entschlossen, einen Bericht über meine Erlebnisse in Nairobi zu schreiben. Es ist mir lange Zeit etwas schwergefallen, da mich der Alltag in Deutschland zu schnell wieder eingeholt hatte. Ich denke aber sehr gerne an die vier Wochen zurück, die ich als die schönste Zeit meines Lebens einstufe. Ich stelle mir nur all zu oft die Frage, warum ich eigentlich zurückgekommen bin. Eine richtige Antwort finde ich nie darauf, aber ich bin wieder gekommen und somit kann ich euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Meine Erlebnisse
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Ich sitze im Taxi vom Flughafen nach Hause. Die Strapazen meiner langen Reise stecken mir in den Knochen, trotzdem bin ich glücklich. Ich riskiere einen ersten Blick auf das Treiben der Hauptstadt Kenias. Vom optischen her scheint sich seit meinen letzten Urlaub hier nicht viel verändert zu haben. Neben mir im Taxi sitzt meine Frau. Sie hat sich dafür um so mehr von ihren Aussehen verändert. Gut zehn Kilo mehr bringt sie auf die Waage und auch sie sieht glücklich aus. Trotzdem, der Schein trügt, zu diesen Zeitpunkt war meine Frau alles andere als gesund.

Wir erreichen das Haus und ich blicke aus dem Fenster des Taxis. Was ist denn hier los? Ich werde empfangen, als würde der Präsident persönlich erscheinen. Kaum bin ich aus dem Auto ausgestiegen, werde ich unter der Umarmung von Wairimus Mutter fast erdrückt. Wairimu ist der Name meiner Frau. Als sie mich wieder losläßt, höre ich ein fröhliches „Karibu!“ Das ist Swahili und heißt Willkommen. Ich versuche mich zu erinnern und es kommt aus mir ein „Asante, Danke“ heraus.

Nun, eine erste Veränderung zu meinen ersten Besuch ist deutlich zu spüren. Beim ersten Mal wurde ich zwar auch freundlich und höflich behandelt, aber noch nicht so herzlich wie jetzt. Liegt vielleicht auch daran, daß wir damals noch nicht verheiratet waren. Daß ich jetzt zur Familie gehöre, läßt man mir deutlich anmerken und ich bin sehr froh darüber.

Ich darf noch einigen anderen Familienmitgliedern die Hände schütteln, ehe ich ins Haus gehen kann um mich auszuruhen. Dort erblicke ich eine junge Frau, die bei meinen Anblick sofort das Weite sucht. Wairimu hatte mir erzählt, daß sie ein neues Hausmädchen haben, da das alte spurlos verschwunden war. Aber warum läuft die vor mir weg? Allgemeines Gelächter bricht aus.

Meine Frau hatte ihr erzählt, daß ihr Mann sie besuchen werde. Sonst nichts. Deshalb war sie beim Anblick des Weißen Mannes auch völlig geschockt. Mit ihren 16 Jahren hatte sie diesen Typ Menschen bisher nur im Fernsehen gesehen.

Aufgrund der Tatsache, daß sie weggelaufen ist und den allgemeinen Gelächter bin auch ich etwas verwirrt. Ich werde aber schnell aufgeklärt und mache mich auf die Suche nach dem Hausmädchen. In der Küche finde ich sie schließlich und strecke ihr mit einen Grinsen im Gesicht meine Hand zur Begrüßung entgegen. Nach kurzen Zögern schütteln wir uns schließlich die Hände.

Die nächsten Tage dienten für mich ausschließlich zur Erholung. Schließlich hatte ich eine lange Reise hinter mir und das Wetter machte mir auch etwas zu schaffen. Es war immer ziemlich stark bewölkt und ab und zu regnete es auch ein bißchen. Dann kam wieder die Sonne für ein paar Minuten raus und es war gleich wieder so heiß, daß es kaum auszuhalten war.

Da ich also diese paar Tage brauchte um mich an das neue Klima zu gewöhnen, ging meine Frau vormittags weiterhin zur Schule. Ihr Arzt hatte Wairimu diesen Vorschlag gemacht. Er meinte, es wäre das schlimmste für sie, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und darüber nachzudenken, wie krank sie ist. Dadurch kam ihr die Idee, sich im Göthe – Institut für einen Deutschkurs anzumelden. So ist sie wenigstens für ein paar Stunden am Tag beschäftigt. Der Kurs fing im August an und endete im Dezember mit einer Abschlußprüfung. Diese Prüfung hat sie problemlos gemeistert, auch wenn sie während meines Urlaubs öfters mal geschwänzt hat. Vielleicht erleichtert ihr dieses Zeugnis die Jobsuche in Deutschland etwas. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

So kam es, daß ich vormittags immer im wahrsten Sinne des Wortes der Herr im Haus war. Meine Frau gab mir den Schlüssel zum Telefon, das immer abgesperrt war. Dieses Telefon war noch eines von der alten Sorte mit einer Wählscheibe dran. Und an dieser Wählscheibe hing ein kleines Vorhängeschloß dran, damit nicht jeder kommt und einfach telefoniert, wohin er möchte. Und während der Abwesenheit meiner Frau hatte ich den Schlüssel und die Leute mußten MICH fragen, ob sie telefonieren dürfen oder nicht. Ha, hier bin ich der Boß!

Ich war also nun der Wächter des Telefons und ich stellte mir bereits innerlich vor, wie die Leute zu mir kommen und mich anflehen, doch telefonieren zu dürfen. Ich würde dann hart bleiben, verneinen und diese Leute wieder ihres Weges schicken. Doch es kam ganz anders.

Einmal an einen Vormittag, als ich gerade vor dem Fernseher saß und mir die neuesten zensierten Nachrichten anschauen wollte, wurde es auf einmal hektisch. Herein kam ein Nachbar, den ich bereits bei meinen ersten Urlaub kennengelernt habe. Doch so aufgeregt wie diesmal habe ich ihn noch nie gesehen. Er kam hereingestürzt und hatte kaum Zeit mich zu begrüßen. Mit ausgestreckter Hand forderte er den Schlüssel für das Telefon. Bevor ich meinen Einwand äußern konnte, kam noch ein anderer, älterer Mann hereinspaziert. Dieser ältere Mann verwirrte mich so sehr, daß ich dem Nachbarn wortlos den Schlüssel gab.

Ich weiß nicht warum, aber dieser Mann machte mich unsicher. Vielleicht lag es daran, daß jeder der ihn sah, völlig aufgeregt durch die Gegend hüpfte. Er telefonierte nun von dem Telefon, das ich bewachen sollte. Als er fertig war, schaute er mich an, als würde er tiefes Mitleid mit mir haben. Er fragte mich, wie es mir geht und ging wieder seines Weges. So wie der gekleidet war, muß der Typ stinkreich sein. Ich beurteile Menschen normal nicht nach ihrem Aussehen, aber dieser Mann war irgendwie anders. Ich nahm mir vor, meine Frau zu fragen. Doch leider habe ich es wieder vergessen.

Einige Tage später stand ich mit meiner Frau vor dem Haus und wir unterhielten uns mit einer Nachbarin. Plötzlich kam dieser Mann wieder daher. Lässig, als hätte er die Kontrolle über jeden und alles, blieb er vor mir stehen. Wieder war ich leicht irritiert und er fragte mich lächelnd, woher ich denn komme. Ich beantwortete all seine Fragen ganz brav und er ging seines Weges. Als er weg war, fragte ich meine Frau, wer das denn nun sei.

„Ach so, das ist der Bürgermeister von Nairobi und er ist unser Nachbar!“

Fortsetzung folgt....


MFG Werner






Geschrieben am: 18. Mar 2003, 21:27   von: trenker26



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